Nun ist es also soweit. Wir haben einen neuen Bürgermeister. Auf den letzten Drücker übergab Arnold Nagel im Beisein von rund 50 Wachenheimern die Amtsgeschäfte offiziell an Torsten Bechtel. Dass ihm das nach 30 Jahren Amtszeit nicht leicht fiel, war ihm deutlich anzumerken. Als er Bechtel vereidigte, wirkte seine Stimme sogar etwas brüchig. Aufs Altenteil zieht er sich indes nicht zurück: Er nimmt sein Stadtratsmandat wahr.

Bei der Übergabe an Bechtel scheint Nagel keinen besonderen Eifer an den Tag gelegt zu haben. Wochenlang war er urlaubsbedingt nicht in der Lage, Informationen zu drängenden Problemen weiterzugeben. Dabei scheint die finanzielle Situation Wachenheims ausgesprochen düster zu sein. Laut Bechtel braucht die Stadt inzwischen auch für kleinere Ausgaben eine  Genehmigung höherer Stellen.

Keinen Aufschluss brachte der Abend zur Frage der Beigeordneten. Wer die Posten besetzen darf, werden Gespräche erst in dieser Woche ergeben. Auch die Frage, ob den Beigeordneten Geschäftsbereiche zugeordnet werden, ist noch nicht geklärt. Klar ist, dass mit Geschäftsbereichen auch Kosten verbunden wären, die Rede ist von 12.000 € im Jahr.

Ist das wirklich nötig?

Spätestens am 10. September werden wir wissen, wer neben dem Bürgermeister sitzen darf. Dann nämlich tritt der neue Rat zu seiner ersten Sitzung zusammen. Sicher wird an diesem Abend weniger Crémant fließen – auch, wenn er wohl wieder für die meisten Protagonisten im Schellack enden wird.

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