Wenig überraschend genehmigt der Kreis den Supermarkt am Pfortenstück nicht, da die Belange des Denkmalschutz‘ nicht ausreichend bedacht wurden. Der Kreis blieb beim Nein, obwohl Bauunternehmer Müller öffentlich mit 7stelligen Schadensersatzforderungen gedroht hat. Hoffentlich bestimmt die Angst vor Regresszahlungen nicht die weitere Diskussion in den Räten.

Danke liebe Kreisverwaltung, dass Sie deutlich sagen, dass der Verbandsgemeinderat es sich zu einfach gemacht hat. Der Standort eines Supermarktes, dessen angebliche Notwendigkeit auch mit der Versorgung der Verbandsgemeinde begründet wurde, ist eben nicht Sache einer einzelnen Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde.
Mag sein, dass es ein ungeschriebenes Gesetz gibt, den Ortsgemeinden bei Baufragen ihren Willen zu lassen.
Aber erstens gibt es ein geschriebenes Gesetz, das den Verbandsgemeinderat in die Pflicht nimmt.
Und zweitens: Es ist NICHT der uneingeschränkte Wille der Gemeinde Wachenheim, dem Ensemble um den Klotz am Altenheim und dem kantigen Ersatz fürs Kuhn’sche Weingut noch einen Supermarkt zuzufügen. Das wollte nur eine hauchdünne Mehrheit im ehemaligen Stadtrat Wachnheims. Was die Bürger denken, zeigte die Bürgermeisterwahl.

Bei unserer Unterschriftensammlung gegen den Supermarkt (es kamen über 1000 Unterschriften zusammen) unterschrieben 80% der Gefragten (ja, auch ohne Computersimulationen), daraufhin fand ein Meinungsforschungsinstitut  im Auftrag der Rheinpfalz heraus, dass 71% der Wachenheimer gegen den Supermarkt und die wuchtige Wohnbebauung im Pfortenstück sind. Sicher ist es nicht hochspekulativ zu behaupten, dass das Thema Pfortenstück und seine Handhabung in der Wahrnehmng der Wachenheimer bei den Stdtratswahlen eine entscheidende Rolle spielte.

Also: NEIN, die meisten Wachenheimer wollen keinen Supermarkt im Pfortenstück, lieber Verbandsgemeinderat. Und bitte nicht wieder mit Ihrer Arbeitsverweigerung bei diesem Thema kokettieren, Herr Rentz. Das erschüttert meine verbliebene Grundsympathie für die Sozialdemokratie nur unnötig weiter.

Es muss doch möglich sein, für das Pfortenstück einen konsensfähigen Bebauungsplan auszuarbeiten. Und damit ich nicht nur der Nörgelonkel bin, hier ein Vorschlag an Herrn Müller (denn der scheint  ja gesetzt):
Erschließen sie das Pfortenstück mit zwei Sackgassen von der Raingasse und von der Weinstraße. Entlang der Gassen Einfamilienhäuser mit großen Gärten. Im Wendehammer von der Weinstraßengasse vielleicht ein Geschäft (z.B. eine Bäckerei).
Ich glaube, die Zahl der interessierten Bauherren würde so die Zahl der Gegner irgendeiner Bebauung übersteigen. Und bei der Top-Lage, denkt sich der Laie, könnte dabei auch Gewinn abfallen.
Würde etwas zusätzlichen Verkehr bringen, aber nicht die 800 Autos, die ein Supermarkt dieser Größe täglich für seine Wirtschaftlichkeit braucht und nicht die zahlreichen LKWs  für Anlieferung und Entsorgung (beim REWE waren es nach  Angaben der damaligen Marktleiterin 2007 über 30 LKW [Tiefkühlware, Milchprodukte, Gemüse, Getränke durch verschiedene Lieferanten, allgemeiner Nachschub, Backwaren…]  jede Woche ohne Entsorgung).
Und gewaltige Erdmassen abtragen müssten Sie für eine Wohnbebauung mit normal dimensionierten (ich weiß, ein dehnbarer Begriff) Häusern auch nicht. Das spart schon wieder. Auch die Stadt, deren Strassen durch denAbtransport gewaltiger Mengen Erdreichs wohl ordentlich ramponiert würden.

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