In meinem Lieblings-Social-Network XING gab es die letzten Tage mehrere Diskussionsrunden zu Halloween.  Dabei outeten sich viele Mitglieder als Halloween-Hasser, wetterten gegen den aus USA importierten Konsum und fluchten über unverschämte Kinder. Ein XINGer erzählte sogar, dass er seine Wohnungstür mit vorsorglich Folie beklebt, nachdem sie einmal völlig verschmiert wurde.

Da wurde mir wieder mal bewusst, wie gut wir es in Wachenheim haben. In Ludwigshafen fand ich Halloween auch eher nervig. Hier freue ich mich richtig auf den Tag: Vor fast jeder Tür leuchtet ein ausgehöhlter Kürbis. Sobald es dunkel wird, zieht einer von uns „Großen“ mit den verkleideten Mädels durch die Nachbarschaft. Ich hatte dieses Jahr „Hausdienst“ und konnte im Laufe des Abends fast alle Kinder aus der Nachbarschaft liebevoll zurechtgemacht als Hexen, Gespenster, Monster oder Vampire bewundern. Auf den Spruch „Süßes oder Saures“ beschränkten sich die allerwenigsten. Fast immer sagten die kleinen Gruselgeister kurze Gedichte auf (unsere mussten sich auch eins überlegen, bevor es losging). Zwei Gruppen sangen sogar englische Halloween-Lieder. Für eine so nette Unterhaltung gebe ich gerne eine kleine Belohnung – zumal man den meisten Kids hier nicht extra sagen muss, dass sich jeder aus der Süßigkeitenschüssel bitte nur ein Stück nimmt.

Für mich hat der Halloween-Abend hier immer etwas Zauberhaftes. Und dabei ist es mir egal, ob der Brauch aus den USA, aus Irland oder anderen keltischen Regionen importiert ist. Spätestens wenn wir bei lieben Nachbarn um ein Holzfeuer stehen und gemeinsam Kürbissuppe und Glühwein genießen, ist Halloween eine Echt-Wachenheimer Erfahrung.

Und noch eine Randnotiz aus der Hochburg des Halloween: Bei Spiegel online habe ich gerade gelesen, dass in den USA immer mehr Schulen Richtlinien für die Halloween-Kostümierung der Kinder herausgeben. Aus politischer Korrektheit und christlichem Fundamentalismus entstehen da absurde Vorschriften: kein Blut, keine Masken, keine Spielzeugwaffen, keine künstlichen Fingernägel (?!), nichts Ethnisches oder gar Religiöses. Eine Schule riet den Kindern, sich doch als historische Persönlichkeiten oder gesundes Gemüse zu verkleiden. Bin ich froh, dass wir Halloween in Wachenheim feiern!

Jetzt würde mich mal interessieren: Wie ist Halloween in Ihrer /Eurer Nachbarschaft?

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