Kaum ist Halloween vorbei, ziehen schon wieder Sammler durch Wachenheims Straßen. Diesmal meist volljährig und wahrscheinlich unverkleidet. Doch haben sie es nicht auf Süßes abgesehen, sondern auf Überflüssiges. Es ist wieder Sperrmüllzeit. Sollte Wachenheim irgendwann einmal Luftkurort werden wollen, sollte der Entsorgungskalender konsultiert werden, bevor Fachkräfte zum Ermitteln der Luftqualität eingeladen werden.

Seit Sonntag patrullieren wieder betagte Kastenwagen auf der Suche nach verwertbarem Weggeworfenen. Jeden Tag mehr und jeden Tag häufiger. Auf unserer Seite der Weinstraße (der mit der höheren Wahlbeteiligung) ist ja mutmaßlich am Mittwoch Sperrmüll. Dienstags, wenn die Transporter zeitweise Stoßstange an Stoßstange unterwegs sind, liegt dann permanent Dieselgeruch in der Luft. Kinder bleiben dann besser hinterm Haus (noch besser drin, der Feinstoffkonzentrationen wegen), denn der Sperrmüllfledderer muss seine Aufmerksamkeit ja auf potentiell kommerziell Verwertbartes richten – und der Markt für angefahrene Kinder ist extrem überschaubar.

Mit einer Feinstaubplakette für Wachenheim wäre der Spuk im Handumdrehen erledigt, obwohl: es fahren dieses Jahr nicht mehr ganz so viele Klapperkisten im zweiten Gang von Haufen zu Haufen. Und warum bleiben die immer bei den Nachbarn stehen und nicht bei uns? Ist deren kaputter Stuhl etwa besser als unser kaputtes Regal? Was, wenn der ganze Schrott morgen noch da liegt? Völlig unangetastet. Doch halt, da geht der versiffte Teppich dahin, und endlich die 20 Jahre alten Klappstühle, die älter aussehen. Puh, Gesicht gewahrt.  Oh, House geht los, muss Schluss machen.

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