Endlich hat der VG-Rat seinen Einspruch gegen den Kreis-Bescheid zum Pfortenstück begründet. Die Kreisverwaltung hatte ja die Änderung des Flächennutzungsplans nicht genehmigt, da die Verbandsgemeinde die Belange des Denkmalschutzes ihrer Ansicht nach nicht genug berücksichtigt hatte. Aber was versteht schon ein Raumplaner vom Denkmalschutz?
Zum Glück gibt es ja die gesammelte Denkmalschutzkompetenz im Rat der Verbandsgemeinde Wachenheim. Die hat jetzt erkannt: Nicht ein Supermarkt bedroht die mittelalterliche Stadtmauer am Pfortenstück, sondern die Touristen. Von einem Sondergebiet für Tourismus gehe eine „deutlich größere Gefahr“ für das denkmalgeschützte Gemäuer aus.

Ja klar! Warum sind wir da nicht alle schon viel früher drauf gekommen? Die Touristen sind die eigentliche Gefahr für Burgen, Mauern und Ruinen. Wenn wir unsere Baudenkmäler effektiv schützen wollen, müssen wir Touristen von ihnen fernhalten. Ein Supermarkt ist da ein probates Mittel. Der könnte Touristen tatsächlich von der gefährlichen Idee abbringen, sich die Wachenheimer Stadtmauer mal aus der Nähe anzusehen.

Vielleicht sollten die Verbandsgemeinderäte mit dieser Idee ins Beratungsgeschäft einsteigen. Konsum als neue Waffe in der Tourismusbekämpfung! Ohne Supermarkt ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis Touristen den Freinsheimern ihre Mauer zerstören. Und auch das Hambacher Schloss ist akut durch Urlauber bedroht. Von der Wachtenburg ganz zu schweigen!

Wir sollten die klugen Köpfe im Verbandsgemeinderat nicht allein lassen. Jeder Einzelne kann helfen, Touristen von unseren Kulturgütern fernzuhalten. Wenn Sie der nächste Erholungssuchende fragt, wie er denn zur Burg, zur Stadtmauer oder zur Villa Rustica kommt, handeln Sie verantwortungsvoll! Beschreiben Sie ihm den Weg in den Bruch! Denn wer kauft, zerstört keine Baudenkmäler. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Danke, weiser Verbandsgemeinderat.

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