Dezember 2009


So, endlich ist es spruchreif: Am 20.11.2010 kommt Christian Habekost nach Wachenheim. Er wird sein neues Programm in der Kulturscheune spielen. Veranstalter ist der Förderverein der Grundschule. Details folgen. Ein bisserl Zeit ist ja noch…

Und allen einen guten Start ins neue Jahr!

Achim Wagner

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Liebe Leserinnen und Leser des Wachtenblogs,

Franks tolles Gedicht ist ja ein wunderbares literarisches Weihnachtsgeschenk. Wir haben uns als Zugabe noch etwas Meteorologisches ausgedacht. Gerade haben wir die Wettervorhersage für morgen angeschaut. Die online-Wetterdienste sind sich uneinig: Einige wenige machen Hoffnung auf Schneeschauer, die meisten prophezeien Regen für Heiligabend.

Damit es für die Wachenheimer garantiert weiße Weihnachten gibt, lassen wir es über die Feiertage einfach im Wachtenblog schneien.

Wir wünschen Euch und Ihnen ein fröhliches Weihnachtsfest!

Schöne Grüße
Cordelia Krooß & Achim Wagner

Meine lieben Leser!

Da man Menschen, die man wertschätzt, an Weihnachten ein Geschenk macht, habe ich mich entschlossen, Ihnen auch etwas zu schenken.

Mein Lieblingsgedicht.

Symbolum

Des Maurers Wandeln,
Es gleicht dem Leben,
Und sein Bestreben,
Es gleicht dem Handeln
Der Menschen auf Erden.

Die Zukunft decket
Schmerzen und Glücke
Schrittweis dem Blicke;
Doch ungeschrecket
Dringen wir vorwärts

Und schwer und ferne
Hängt eine Hülle,
Mit Ehrfurcht, stille
Ruhn oben die Sterne
Und unten die Gräber.

Betracht‘ sie genauer
Und siehe, so melden
Im Busen der Helden
Sich wandelnde Schauer
Und ernste Gefühle.

Doch rufen von drüben
Die Stimmen der Geister,
Die Stimmen der Meister:
Versäumt nicht zu üben,
Die Kräfte des Guten!

Hier winden sich Kronen
In ewiger Stille,
Die sollen mit Fülle
Die Tätigen lohnen!
Wir heißen euch hoffen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein friedvolles und besinnliches Weihnachtsfest!

Liebe Leser, ich sage bewusst nicht Wachenheimer!

Als ich vor ein paar Wochen die Frage stellte, warum sich jeder einzelne von uns als Wachenheimer fühle, war mir das Absurde dieser Frage überhaupt nicht bewusst. Erstens darf ich diese Frage gar nicht stellen. Zweitens ist es so, als ob ich darüber schriebe, wie ich mich als Christ an Weihnachten fühle. Weil ich kann ja gar kein Christ sein. Häh?!

Ich habe in den letzten Tagen gelernt, dass man noch nicht mal Wachenheimer sein kann, wenn man ein von der Mehrheit der Wachenheimer gewählter Bürgermeister ist. Aber auch hier halt. Ist der Bechtel eigentlich legitim, dieser Amtsräuber, der es ja nur geschafft hat, weil alle diese Fremden genau eben diesen Fremden gewählt haben. Diese Typen aus den Neubaugebieten, die sich unter dem Mantel der Demokratie, das System zu Nutze gemacht haben, um es von innen heraus zu zerstören. Jetzt boykottieren diese anderen auch noch den Neubau eines städtischen Monuments für das Wachenheimer Volk. Und der legitime F. oops da wäre mir fast etwas herausgerutscht, Herrscher wird diffamiert, auch unter dem Mantel der demokratischen Streitkultur, Vorwände alles nur Vorwände von diesen Demokraten, die doch tatsächlich eine Mehrheitsmeinung, eine durch demokratische Wahlen bestätigte übrigens, durchsetzen wollen.

Da wird sich seit Jahren auf Bundesebene Gedanken gemacht, das Staatsbürgerrecht zu reformieren, aber hier bei uns, oh Entschuldigung, bei euch in Wachenheim, sind die Sachen noch klar. Es hängt vom Blute ab. Ich frage mich, als Dissident, ob der Neubau der Stadthalle vielleicht nur der erste Schritt ist einen GULAG zu bauen, die Dimensionen hätte er. Und die Sache mit Weihnachten. Ich werfe sofort den Weihnachtsbaum weg und baue die Krippe ab, weil ich darf ja nicht an meinen Gott glauben. Der war ein ein Fremder, mein Gott, der kam aus dem mittleren Osten und hat sich dann von seinen subversiven Jüngern einen europäischen Namen geben lassen, damit er unsere gewachsene germanische Kultur, hoch lebe Odin, von innen heraus verfaulen lassen kann.

Frank Mehlmer

PS

Liebe FWG’ler, die sich für den Inhalt dieses Flugblattes verantwortlich zeichnen. Ich danke Ihnen, dass Sie dies als konstruktive Kritik und eine Satire auffassen.

Sollten sie das nicht tun, habe ich das Gefühl, dass sich einige von Ihnen schämen sollten und ein bisschen an Ihrer demokratischen Kultur, falls vorhanden, feilen sollten. Da FWG ja Freie Wähler Gemeinschaft heisst, habe ich Hoffnung, dass die wirklichen Freigeister, deren geistigen Väter diese Partei auch gründeten, sich mehrheitlich in der Partei bemerkbar machen und diese plumpen, fast Faschistoiden Wachenheimer Gemeinschaftsattacken  auf demokratische Mitbürger unterbinden werden. Aber auf der anderen Seite, wieviele Parteien, die sozialistisch in Ihrem Zuge hatten, waren eben dies auch?! Sie treten mit den Füssen, was diese Freien über Jahrzehnte hinweg aufgebaut haben. Aus verletztem Stolz, der aus einem demokratischen Vorgang resultiert.

Wer hat denn außer mir das neue Kampfblatt der FWG gelesen? Glauben die, dass das außerhalb der FWG jemand ernst nimmt?

Nimmt der Stadtrat der IGS die Zukunft? Kann er ja erst mal nicht, weil die Stadt gar nicht Schulträger der IGS ist. Das wäre dann wohl die VG Wachenheim, oder? Wie nähme der Stadtrat der IGS die Zukunft, wenn er da was zu sagen hätte? Nach Meinung der FWG, weil die multifunktionale Halle nicht gebaut werden soll. Schön, dazu gibt es zwar noch gar keine Ratsentscheidung, aber behauptet ist das ja schon mal schnell.

Neu ist, dass die FWG jetzt mahnt, dass ohne die Halle die Schule bald komplett nach Deidesheim wandert und mit der Halle die gesamte IGS vielleicht nach Wachenheim komme. Wie denn das? Mal ganz abgesehen von längst oberhalb von Wachenheim gefallenen Entscheidungen (in Wachenheim bleibt die Orientierungsstufe, alles andere wie gehabt in Deidesheim) müssten dann flott ein paar Klassenräume her. Bisher war davon ja nie die Rede, nur von einer Aula und einer Mensa.

Wie viele Klassenräume bräuchte ein solches Gebäude? Die IGS ist für 120 Schüler pro Stufe genehmigt, also für vier Klassen zu je 30 Schülern. Falls das vielnamige Gebäude also für alle Klassen 7 bis 13  bieten soll, wie im Konzept der FWG, müssten im Plan dazu für die Mittelstufe 16 Klassensäle plus 5 oder 6 für die Oberstufe (da wären dann Fachräume für Chemie oder Physik noch nicht drin, ebensowenig Aufenthaltsräume) enthalten sein. Dazu noch ein Saal, eine Bibliothek und ein paar Räume für Vereine? Ein Saal und gut 25 Räume beachtlicher Größe. Das wäre ein gewaltiges Gebäude, mit dem die FWG die IGS nach Wachenheim ziehen will und so die Stadt retten. Das alles war in der Planung drin, die der Stadtrat angeblich abgelehnt hat? Den Plan hätte ich gerne mal gesehen.

Und das würde bezuschusst werden, behauptet die FWG. Und zwar mit 1,5 Mio Euro. Die Anträge für die alte Planung wurden mehrfach abgelehnt. Für Postgebäude und alte, unsanierte Stadthalle sollen 500.000 Euro  laut Kostenplanung der FWG erzielt werden . Das wird bestimmt nicht einfach. Ist es nicht vielleicht auch ein wenig unseriös, diese Summe (und nicht bewilligte, bei früheren Anträgen abgelehnte) Zuschüsse einzurechnen und dann zu behaupten, der Neubau käme die Stadt billiger als die Sanierung der Stadthalle? Wie kommt man auf sowas? „Wein als Identität der FWG“ schreibt jemand vom Verein. Das erklärt natürlich einiges.

Aber mal im Ernst. Gruselig sind die Worte an den Bürgermeister. Das sollte zitiert werden für alle die, die das Blatt ungelesen entsorgt haben: „Mit diesem politisch motivierten Angriff auf unsere Schule befürchten wir, dass das Amt des Bürgermeisters Schaden nimmt und Sie ein Fremder in unserem Ort bleiben.“ Ein Fremder! Was ist das denn für eine Wortwahl? Wir Fremde sind aus verschiedenen Gründen nach Wachenheim gekommen und uns gefällt es hier. Wir bringen uns auch gern ein und engagieren uns. Fremde? Klingt wahnsinnig integrativ und gastlich. Befremdliche Wortwahl.

Und dann findet sich da noch folgender lustiger Satz, der auch ein Zitat wert ist: „Der Stadtrat wird als demokratische Institution missbraucht…“ Pfui, den Stadtrat als demokratische Institution zu behandeln, das geht eindeutig zu weit.

Hoffentlich kommt es bald zu einer echten Gegenüberstellung der Pläne für Sanierung und Neubau – ohne unnötig abstruse Argumente.

Liebe Leser!

Nachdem Achim in der Rheinpfalz den Adventskalender schreibt, immerhin ein Profi, habe ich die Absicht die ambitionierten Amateure mit ins Boot zu nehmen. Nämlich mal wieder EUCH, geneigte Leser. Auf die Idee gebracht hat mich der Brauch eines wachenheimer Literaturkreises, der sich in der Adventsszeit zum Wichteln trifft. Dabei bekommen die Teilnehmerinnen ein Haiku, das ist eine japanische Literaturform, bei denen 7 Worte in ein Gedicht gefasst werden müssen. Dabei werden die 7 Worte völlig frei ausgesucht, gelten dann aber für alle und können dann wie auch immer benutzt werden.

Für Euch habe ich die Aufgabe, ein Haiku anzufertigen, da in der besinnlichen Zeit bestimmt die kreativen Ideen sprudeln. Das muss allerdings nicht zwingend ein Gedicht sein, es kann irgendeine Literaturform sein, wie z.B. eine Kurzgeschichte, ein Artikel, ein Bericht oder was auch immer. Einzige Bedingung, die vorgegebenen Worte müssen mindestens einmal benutzt werden.

Die Worte sollen sein:

Miteinander

üben

Weihnachtsbaum

Barrique

Hedonismus

Nächstenliebe

Kettensäge

Also gebt euch einen Ruck und überhäuft uns mit weihnachtlichen oder anderen Gedanken. Wir freuen uns über jeden Beitrag!

Euer Frank

Stadtratssitzungen sind enorm unterhaltsam, ehrlich. Im Bemühen um Transparenz ist gestern die Angelegenheit sanierte Stadthalle oder neue Multifunktionshalle – die FWG legt inzwischen Wert darauf, sie Multifunktionsgebäude zu nennen – ein Stück weiter gekommen. Ein Architektenbüro stellte ein Sanierungskonzept vor, das von SPD und FWG in befremdlicher Eintracht angegriffen wurde. Wie dem auch sei, der Neubau wird demnächst ähnlich detailliert vorgestellt und dann können die Räte vergleichen. Wobei bei einigen schon eine so starke Voreingenommenheit klar wurde, dass Fakten für sie keine Rolle spielen werden.
Geschätzte Kosten für die Sanierung: 2,1 Millionen, Zuschüsse können beantragt werden (Ausgang ungewiss)
Geschätzte Kosten Neubau im Oberstnest: 3,7 Millionen ohne Außenanlagen,  Anträge auf Zuschüsse wurden abgelehnt

Richtig rund ging es dann bei einem eigentlich langweilig anmutendem Tagesordnungspunkt: ein Nachtragshaushalt.
Im Haushalt, vor der Wahl mit den Stimmen von FWG, FDP und SPD beschlossen, fehlen rund 380.000 Euro. Den Löwenanteil dieses Betrags machen geringere Einkommensteuern aus, rund 120.000 steuert das Defizit des Schwimmbads dazu bei. Nach Angaben der Verwaltung machen diese beiden Posten 99% des Fehlbetrags aus. Dennoch wollten FWG und SPD, erneut in seltsamer Eintracht, einem Nachtrag zu ihrem eigenen Haushalt nicht zustimmen. Warum die FWG nicht zustimmen wollte, verstanden die Räte der Wählergemeinschaft vielleicht selbst, sonst kaum jemand. Bei der SPD hing es vorgeblich daran, dass der Bau von Bolzplatz und Skaterbahn verschoben wurde, da noch kein geeigneter Platz gefunden wurde, und daran, dass in der Altstadt ein paar Parkplätze geschaffen werden sollen, wofür die Stadt ein Grundstück erwerben will.

In der Debatte um den Haushalt kam unter anderem heraus, dass mit Zuschüssen für die Altstadtbelebung unter FWG-Führung Parkplätze am „Alten Galgen“ geschaffen wurden. Die Leute sollen also am Stadion parken und in die Stadt laufen. Zum Einkaufen ist das Gelände neben dem Stadion, der Bischofsgarten, dann aber auf der grünen Wiese und unzumutbar weit weg.

Der Nachtragshaushalt wurde dann doch verabschiedet. Achtung, eine Premiere: ich lobe die FDP. Die blieb nämlich bei ihrer Zustimmung zu dem von ihr mitgetragenen Haushalt. Andreas Berger fasste nochmal zusammen, dass für weniger Steuereinnahmen und ein Schwimmbad-Defizit, das die Stadt übernehmen musste, niemand etwas kann, und drückte sein Unverständnis über das Verhalten einiger Kollegen aus.

Die Epoche, in der Fakten als Herrschaftswissen galten und taktisch verbreitet oder zurückgehalten wurden, ist erst wenige Monate vorbei. Da scheint noch vieles aufgearbeitet werden zu müssen. Was in den Sitzungen immer wieder mal zwischendurch an kleinen Schmakerln aus der Vergangenheit rauskommt, ist allemal interessant. Und Freunde der Realsatire kommen immer auf ihre Kosten. Lange nicht mehr so wie vor der Wahl, aber einige der Protagonisten von damals bemühen sich redlich.

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