Liebe Leser!

Da heute ja der grosse SWR3 Wintergrilltag ist, im Neubaugebiet Wachenheims übrigens ein alter Hut, hier grillen wir seit Jahren mit Schneebar, falls Schnee vorhanden, und prinzipiell bei unter minus 5°, ein paar Gedanken zum Grillen im Allgemeinen und Besonderen. In loser Reihenfolge  gibt es in Zukunft Wissenswertes, nicht Wissenswertes, Philosophisches, Profanes und vor allen Dingen wirkliches Grillwissen, auf eine nicht ganz ernstzunehmende Weise dargestellt.

PRÄAMBEL

Um die Leidenschaft des Menschen ein Stück Fleisch über einem offenen Feuer zu grillen, muss man einen Blick in die Geschichte der Menschheit werfen.

Als Meilenstein in der Geschichte des Homo Sapiens gilt allgemein die Nutzbarmachung des Feuers. Dies ist einer der wenigen Faktoren, die kein Tier mit dem Menschen teilt. Als die Menschen begannen,sich das Feuer nutzbar zu machen, bemerkten sie auch bald, dass Fleisch, in das Feuer gehalten, leichter essbar und schmackhafter war, und darüber hinaus auch noch länger haltbar. Grillen war somit die erste menschheitsspezifische Ernährungsweise. In Gegenden, wo es heute noch keine Backöfen und Herde gibt, ist das Kochen und Grillen über dem offenen Feuer immer noch Hauptbestandteil der jeweiligen Esskultur. Die Menschheit hat zwar die Hitzequellen und die Werkzeuge immer mehr verfeinert, aber die Basis wird immer die gleiche bleiben. Das Feuer!

Eben dieses Feuer übt, als eine der Naturgewalten, auch im gezähmten Zustand, weiterhin eine grosse Faszination, auch auf den modernen Menschen aus.

Warum und wieso hauptsächlich auf den maskulinen Teil der Menschheit?!?!

Nun, als in der Steinzeit, zumindest so ungefähr, Feuer beschafft werden musste, es gab keine künstlichen Feuerquellen, war dies eine gefährliche Angelegenheit, ähnlich wie die Jagd. Dies war damals die Aufgabe des Mannes, da, bitte meine Damen, nicht falsch verstehen, die Frau auf die Familie, sprich Kinder, achten musste, da in Ermangelung von Babynahrung, die Frau aus Fürsorge nicht in der Lage war Jagen zu gehen, ansonsten wäre die Zukunft des Stammes verhungert, da dem Mann biologisch in der Ernährung von Kleinkindern Grenzen gesetzt waren und immer noch sind. Aber heute gibt es ja Milupa und Co. Zudem war der Mann durch die körperliche Überlegenheit besser ausgestattet um erfolgreich jagen zu können. Somit oblag es Ihm von einem grossen wilden Feuer, verursacht z.B. von Blitzschlag, einen kleinen Teil davon zu holen, um in der heimischen Höhle Licht, Wärme, und eben Kochgelegenheit zu haben. Ebenso oblag es dem Jäger des Feuers und des Fleisches, die erjagte Fleischbeute zu verteilen und der Gruppe zu zuteilen.

Nach diesen kurzen Ausführungen halte man sich jetzt bitte das moderne Grillritual vor Augen. Der Mann feuert den Grill an(er besorgt das Feuer für die heimische Höhle), er legt das Grillgut auf den Rost(er teilt die Beute), und er legt das fertige Grillgut auf die Teller(er teilt die Beute zu). Unter diesen Aspekten stellt das Grillen etwas dar, was in der heutigen Gesellschaft oft unterschätzt wird:

Das Grillen ist die Verbindung des modernen Menschen zu seinen prähistorischen Wurzeln. Ein Urinstinkt, fast ein religiöses Ehrungsritual seiner Vorfahren, eine Befriedigung seiner elementarsten Bedürfnisse!

Bisher wurde fast ausschliesslich über die Rolle des Mannes gesprochen. Jedoch, liebe Leserin, halten Sie die aufkeimende feministische Kritik zurück. Auch die weibliche Rolle bei diesem Ritual wird entsprechend gewürdigt.

Wie oben erwähnt, hatte in prähistorischer Zeit, die Frau die wichtigste Aufgabe inne, die die Natur, das Leben oder Gott, einem zuteilen kann. Die Pflege und Erziehung der Nachkommen. Doch um Nachkommen zu haben, musste man zuerst einmal welche zeugen. Ist übrigens auch heute noch so. Und hier kommt der grandiose Einfall der Natur voll zur Wirkung, nämlich Auslöser für eine Fortpflanzungsbereitschaft zu schaffen. Diese Auslöser werden jeweils beim anderen Geschlecht plaziert, um beim jeweils Anderen oder der jeweils anderen, Paarungsbereitschaft hervorzurufen. Bei den Frauen sind das sekundäre Geschlechtsmerkmale wie Busen, Po, und nicht zu vergessen der Duft; der Duft einer paarungsbereiten Frau, ist etwas einzigartiges in der Natur, fast eine ebensolche Naturgewalt wie das Feuer!

Die sexuelle Attraktivität des Mannes hingegen hängt von anderen Faktoren ab. Da der Mann nicht von Natur aus die Schönheit und nicht die herausragenden sekundären Geschlechtsmerkmale einer Frau besitzt, hat sich die Natur etwas anderes einfallen lassen. Der musste zeigen, dass er erfolgreich jagen kann und dass es sinnvoll sein kann, mit ihm das Leben zu teilen, da mit ihm das Überleben gesichert ist. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten. Ähnlich zum Körper der Frau, die optische Darstellung. Breite Schultern, laute und tiefe Stimme, Körpergrösse. War dies alles vorhanden, machte es zwar einen guten Eindruck, aber es war noch nichts über der Feuerstelle und duftete verlockend. Es musste also der Jagderfolg als Auslöser für die Paarung erfunden werden. Und wie wir oben schon erfahren haben, ist im Jagdablauf das Teilen und Aufteilen, in Verbindung mit der Zubereitung und dem Feuermachen, der Beute die Spitze der soziobiologischen Pyramide.

Wird also gegrillt, wird sich auf Grund der oben erläuterten Zusammenhänge fortgepflanzt!!

Und somit müssen wir, der moderne Mensch, endlich begreifen, dem Grillen den Stellenwert zukommen zu lassen, den es kulturhistorisch in der Geschichte der Menscheit verdient:

GRILLEN IST ARTERHALTUNG! (Man achte auf die durchschnittliche Kinderzahl im Neubaugebiet…)

Advertisements