Als Basis jeglicher Grilltätigkeitist natürlich das Feuer anzusehen, da ohne Feuer kein Grill.

In den Zeiten vor der Beherrschung des Feuers, bzw. des kontrollierten Entfachens, erfolgte die Auswahl des Glutmaterials zwangsweise wahllos. Was brannte war gut genug. Einige Forscher behaupten, diese Epoche sei ein polygames Zeitalter gewesen. Kein Wunder aber auch.

Nach und nach zeigte jedoch die erworbene Erfahrung und der damit einhergehende Fortschritt der Technik, welches Brennmaterial zu Grillen besonders geeignet war und welches nicht, wobei sich die Eignung durch eine langanhaltende, gleichmässige und rauchfreie Glut definiert. In Bezug auf den Wechsel zur Monogamie, bzw. zur seriellen Monogamie haben besonders die Attribute ‚langanhaltend‘ und ‚rauchfrei‘ grosse Bedeutung.

Materialien, die zum Grillen geeignet sind, zeichnen sich durch einen geringen Harz-Anteil(hat nichts mit dem Jugendwort des Jahres 2009 zu tun, dem ‚Hartzen‘) und wenig gespeicherte Feuchtigkeit aus. Jedoch kann man zur Aroma-Intensivierung dem Haupteil des ausgesuchten Brennmaterials einen Teil verharzter, oder aromatischer, Hölzer oder Zapfen hinzugeben, da das Raucharoma enorm an Intensität gewinnt.

Geeignete einheimische Holzarten sind Buche, Eiche, Esche und Birke. Eine besonders empfehlenswerte Stellung nimmt in Gegenden in denen Wein angebaut wird, also in unseren schönen Breiten, das Rebholz ein, das durch seine Beschaffenheit besonders dazu geeignet ist, zu unvergesslichen Grillerlebnissen zu verhelfen(was man übrigens auch am Radwandertag vorm Lidl in Vollendung geniessen kann, nur nebenbei).

Für alle Holzarten gilt, die Stücke nicht zu gross halten(Die Ausnahmen kommen später), da auf diese Art das Abbrennen am gleichmässigsten und schnellsten erfolgen kann, und somit der Glutzustand, der zum guten Grillen notwendig ist, am schnellsten erreicht wird. Ausserdem ist die gleichmässige Verteilung der Glut unter dem Rost am einfachsten(auch hierzu später). Auf internationale Holzsorten, wie das einzigartige und sehr teure, Quebracho, wird in den landesspezifischen Teilen eingegangen.

Neben Holz als Brennmaterial ist natürlich auch die moderne Abart, die Holzkohle zu nennen. Diese gibt es in vielfältigen Variationen. Zu vermeiden ist Holzkohle, die schon in zu kleine Stückchen vor dem Anfeuern zerfallen ist. Dies zeugt von einer Holkohle mangelnder Qualität, die oftmals überaltert, schlecht gelagert und transportiert war. In mannigfaltigen Feldversuchen hat sich beim reinen Holzkohle-Grillen eine Mischung aus Holkohle und Holzkohle-Briketts bewährt, mit einem 50% Verhältnis. Mit dieser Mischung feuert die Glut schnell an und glüht dauerhaft.

Schon beim Anfeuern allerdings wird der Grundsteinzur späteren Arterhaltungstätigkeit, d.h. dem Erfolg des Grillmeisters gelegt. Braucht dieser stundenlang bis ein kleines Flämmchen züngelt, und das noch unter zu Hilfenahme von solch unprofessionellen Mitteln wie Fön oder Fächer, sendet er Signale zu seiner Partnerin, die fataler und libidotötender nicht sein könnten. Diese will er beeindrucken, um seine o.g. Defizite wettzumachen, und dann benutzt er Hilfsmittel, die entwürdigender nicht sein können. Es muss absolut vom Grillmeister dafür Sorge getragen werden, daß das durchaus metaphorisch anzusehende Anzünden unmittelbar Erfolg hat.

Um beiden beteiligten Seiten, Männlein wie Weiblein, unvergessliche (Grill-)Momente zu bescheren, wird das der Punkt sein, der als nächster näher beschrieben wird, da er eine solch unglaubliche Wichtigkeit hat.

Noch einen Einwand zu dem Kommentar meines sehr verehrten Freundes Achim, der nicht umhin konnte, natürlich subtil und verdeckt, unter dem Mantel des Femininaktivisten und des Umweltschützers mit einer sensiblen Nase, sein unnatürliches vegetarisches Gedankengut zu verbreiten.

Minderheiten in der Gesellschaft sind entweder das Ergebnis eines langen Prozesses, der diese zu Randfiguren eben dieser werden lässt, oder die andere Seite, eine positive Kraft der Veränderung, ähnlich zu den Mutationen in der Evolutionstheorie, die ganze Gesellschafts- oder Ökosystemesysteme verändern können. Mal schauen was draus wird, und dann langsam durchsetzen. Oder eben nicht. Das Entscheidende ist, ob diese Mindermeinung eine Meinung bleibt, für die man kämpft und Überzeugungsarbeit leistet, oder ob diese eben faschistoide Züge annimmt, die alles Andersartige nicht(mehr) gelten lässt, selbst wenn es von der Natur gegeben ist. Beispiele gibt es in der Geschichte genug, man schaue auf die verschiedenen Religionen oder die Reiche mit langen Existenzen. Fasci, die Herrschaft der Wenigen. Nehmen wir hier zum Beispiel, die beiden natürlichen Feinde des Grillers.
Der Vegetarier und der Feuerwehrmann.
Beide sind mit einem enormen Sendungsbewusstsein ausgestattet und meinen die Gesellschaft vor sich selbst schützen zu müssen. War jemand schon mal auf einer Vegetarierparty auf der es Fleisch gab? Das ist doch der Gipfel der Intoleranz. Aber wenn ein carnivorer Griller eine Party gibt zu der auch Vegetarier erscheinen, gibt es immer etwas vegetarisches.
Und die Feuerwehrleute sind so oft mit dem Löschen eines vermeintlichen Feuers beschäftigt, natürlich nur zum Schutz der Allgemeinheit, dass sie in Ihrer schweren Schutzkleidung noch nicht einmal merken, dass es um sie herum kalt geworden ist und das Feuer, das vielleicht Wärme geben sollte und essen brutzeln, ein kontrolliertes ist, aber macht ja nix. Feuer muss gelöscht werden, also Schlauch drauf und die Gesellschaft retten.

Diese Intoleranz, gepaart mit ignorantem Sendungsbewusstsein, bremst eine Evolution, und zerstört die Basis des Fortschrittes und leistet einem Faschismus Vorschub.

Ist der Mensch sesshaft, weil er das Feuer hat, oder umgekehrt. Ich denke die Antwort ist klar. Aber es ist wie so oft, siehe auch Deutsche Wiedervereinigung, die Profiteure einer Veränderung verdrängen jene, die diese herbeigeführt haben. Oder anders, die Revolution frisst ihre Kinder!

Eine Frage zum Schluss. Gibt es die Gemüselust, oder heisst es nicht doch eher Fleischeslust?

Bis dahin

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