Wer hat denn außer mir das neue Kampfblatt der FWG gelesen? Glauben die, dass das außerhalb der FWG jemand ernst nimmt?

Nimmt der Stadtrat der IGS die Zukunft? Kann er ja erst mal nicht, weil die Stadt gar nicht Schulträger der IGS ist. Das wäre dann wohl die VG Wachenheim, oder? Wie nähme der Stadtrat der IGS die Zukunft, wenn er da was zu sagen hätte? Nach Meinung der FWG, weil die multifunktionale Halle nicht gebaut werden soll. Schön, dazu gibt es zwar noch gar keine Ratsentscheidung, aber behauptet ist das ja schon mal schnell.

Neu ist, dass die FWG jetzt mahnt, dass ohne die Halle die Schule bald komplett nach Deidesheim wandert und mit der Halle die gesamte IGS vielleicht nach Wachenheim komme. Wie denn das? Mal ganz abgesehen von längst oberhalb von Wachenheim gefallenen Entscheidungen (in Wachenheim bleibt die Orientierungsstufe, alles andere wie gehabt in Deidesheim) müssten dann flott ein paar Klassenräume her. Bisher war davon ja nie die Rede, nur von einer Aula und einer Mensa.

Wie viele Klassenräume bräuchte ein solches Gebäude? Die IGS ist für 120 Schüler pro Stufe genehmigt, also für vier Klassen zu je 30 Schülern. Falls das vielnamige Gebäude also für alle Klassen 7 bis 13  bieten soll, wie im Konzept der FWG, müssten im Plan dazu für die Mittelstufe 16 Klassensäle plus 5 oder 6 für die Oberstufe (da wären dann Fachräume für Chemie oder Physik noch nicht drin, ebensowenig Aufenthaltsräume) enthalten sein. Dazu noch ein Saal, eine Bibliothek und ein paar Räume für Vereine? Ein Saal und gut 25 Räume beachtlicher Größe. Das wäre ein gewaltiges Gebäude, mit dem die FWG die IGS nach Wachenheim ziehen will und so die Stadt retten. Das alles war in der Planung drin, die der Stadtrat angeblich abgelehnt hat? Den Plan hätte ich gerne mal gesehen.

Und das würde bezuschusst werden, behauptet die FWG. Und zwar mit 1,5 Mio Euro. Die Anträge für die alte Planung wurden mehrfach abgelehnt. Für Postgebäude und alte, unsanierte Stadthalle sollen 500.000 Euro  laut Kostenplanung der FWG erzielt werden . Das wird bestimmt nicht einfach. Ist es nicht vielleicht auch ein wenig unseriös, diese Summe (und nicht bewilligte, bei früheren Anträgen abgelehnte) Zuschüsse einzurechnen und dann zu behaupten, der Neubau käme die Stadt billiger als die Sanierung der Stadthalle? Wie kommt man auf sowas? „Wein als Identität der FWG“ schreibt jemand vom Verein. Das erklärt natürlich einiges.

Aber mal im Ernst. Gruselig sind die Worte an den Bürgermeister. Das sollte zitiert werden für alle die, die das Blatt ungelesen entsorgt haben: „Mit diesem politisch motivierten Angriff auf unsere Schule befürchten wir, dass das Amt des Bürgermeisters Schaden nimmt und Sie ein Fremder in unserem Ort bleiben.“ Ein Fremder! Was ist das denn für eine Wortwahl? Wir Fremde sind aus verschiedenen Gründen nach Wachenheim gekommen und uns gefällt es hier. Wir bringen uns auch gern ein und engagieren uns. Fremde? Klingt wahnsinnig integrativ und gastlich. Befremdliche Wortwahl.

Und dann findet sich da noch folgender lustiger Satz, der auch ein Zitat wert ist: „Der Stadtrat wird als demokratische Institution missbraucht…“ Pfui, den Stadtrat als demokratische Institution zu behandeln, das geht eindeutig zu weit.

Hoffentlich kommt es bald zu einer echten Gegenüberstellung der Pläne für Sanierung und Neubau – ohne unnötig abstruse Argumente.

Advertisements