Die Stadtratssitzung am vergangenen Montag hat eines deutlich gemacht: die Stadt braucht Geld.
Schon der letzte Haushalt wies ein heftiges Defizit auf und musste von höheren Stellen genehmigt werden, mit dem kommenden wird es ebenso. Also wird die Stadt angewiesen, durch die Kommunalaufsicht, wenn ich das richtig mitbekommen habe, alle Einnahmen und Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen.

In Berlin hält die große Koalition scheinbar daran fest, die Steuern zu senken. Die Kommunen werden also demnächst noch weniger Geld bekommen und ihre Gebühren für alles mögliche erhöhen müssen oder Serviceleistung einstellen. Fraglich, ob die Steuergeschenke uns wirklich genug Kohle bringen, um die Extrakosten zu tragen, die die von der Regierung ausgeplünderten Kommunen erheben müssen.

Aber was können wir Wachenheimer tun, um unser Städtchen finanziell besser auszustatten?

Hier mein Wachtenblog-5-Punkte-Plan:

1. Kauft eine Familien-Jahreskarte fürs Freibad. In den letzten beiden Jahren konnten wir unsere nie annähernd ausnutzen, aber im Wissen, dass das Schwimmbad mit seinem Defizit das Geld gut brauchen kann, kommt darüber kein Verdruss auf. Also, auch Nichtschwimmer und Singles: Kauft eine Familien-Jahreskarte fürs Freibad. Man kann dort auch einfach nur auf der Wiese liegen oder ein Bierchen trinken. Und wer weiß, vielleicht seid Ihr am Ende der Saison dann weder Single noch Nichtschwimmer.

2. Parkt mehr falsch. In Wachenheim kann man parken wie man will. Ob in Abbiegungen oder auf dem Gehweg – die Chance, ein Knöllchen zu kriegen, ist verschwindend gering. Also, parkt falsch und zeigt Euch selbst an. Allein durch abholende Eltern vorm Kindergarten könnte so ein schönes Sümmchen zusammenkommen.

3. Trinkt mehr Wachenheimer Wein. Ich weiß, mehr geht kaum. Nehmt auf die Leber Rücksicht, aber lasst uns das Haushaltsloch zu schütten. Denn gut verdienende Winzer zahlen mehr Steuern und kommen nicht in die Verlegenheit, exponierte Grundstücke an Investoren verscherbeln zu müssen. Also wichtig, mehr einheimischen Wein auf den Tisch.
Was für Wein gilt, gilt selbstredend auch für alle anderen Produkte und Dienstleistungen, die in Wachenheim angeboten werden. Wein verbraucht sich halt schneller als… sagen wir Staubsauger.

4. Werdet Vereinsmeier. Wachenheim hat viele Vereine, die Wertvolles für die Gemeinschaft leisten. Mehr Mitgliedsbeiträge macht die Vereine unabhängiger von städtischen Zuschüssen. Und bei Vereinstreffen gibt es Wachenheimer Weine…

5. Eintrittspreise für die Stadtratssitzungen. Der Unterhaltungswert der Stadtratssitzungen würde ein moderates Eintrittsgeld sicher rechtfertigen. Egal, welche Gruppierung die Welt durch Ihre Brille sieht: im Stadtrat können sie mitfiebern und auch unparteiische Beobachter kämen auf ihre Kosten. Vor dem Ratssaal könnte man natürlich lokale Produkte verkaufen, ganz im Geiste von Punkt drei.

Was kann man noch tun? Fügt dem 5-Punkte-Plan weitere hinzu! Kommentiert! Euch fällt nichts ein? Haltet Euch an Punkt 3, vielleicht sprudeln dann die Ideen? Bin gespannt.

Advertisements