Eigentlich kennt man das ja seit frühster Kindheit: In jeder Kindergartengruppe gibt es mindestens einen Rabauken, jedes Dorf braucht einen Dorfdepp, jede Schulklasse hat ihren Klassenkasper. Und in Wachenheim haben wir halt die Flugblatt-Autoren der FWG. Deren George-Bush-Rhetorik (es wird etwas Schreckliches passieren, wenn wir uns nicht sofort in ein schwer zu rechtfertigendes, aber unglaublich teures Projekt stürzen) hat jetzt Kathrin Keller in einem wundervollen Rheinpfalz-Artikel auseinander genommen.

Für alle, die morgens nicht die Nase in die Tageszeitung stecken: Das FWG-Pamphlet hatte argumentiert, dass Wachenheim die Multifunktionshalle braucht, um nicht den Wettbewerb gegen Deidesheim um die Oberstufe der Integrierten Gesamtschule (IGS) zu verlieren. Katrin Keller hat bei IGS-Leiter Georg Dumont nachgefragt, und der verwahrt sich gegen eine ganze Reihe falscher Behauptungen in der FWG-Broschüre.  Angefangen damit, dass es gar keinen Wettbewerb gibt – dass alle Klassen ab der 7. nach Deidesheim kommen, ist schon längst entschieden. Mehr zum FWG-Flugblatt haben wir schon im Dezember gebloggt.

Dass die FWG mit falschen Behauptungen Ängste weckt, um strittige Bauprojekte durchzusetzen, sind wir ja inzwischen gewohnt. Mit der IGS-Diskussion ist das Wachenheimer Schmierentheater aber nun über die Stadtgrenze hinaus gegangen. Und da hört der Spaß auf. Wollen wir wirklich im ganzen Landkreis als der Ort dastehen, in dem sich nicht nur der Karnevalsverein wegen nicht beizulegender Streitigkeiten auflöst, sondern auch jede politische Auseinandersetzung eine karnevalistisch-kafkaeske Form mit bissig-scharfen Untertönen annimmt?

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