Hat noch jemand außer mir gebangt, dass dem Wachenheimer Bauhof nach dem Salz vielleicht auch der Splitt ausgeht und dann immer noch Eis auf den Straßen liegt? Jetzt können wir uns entspannen. Die weiße Pracht ist weggetaut, und im nächsten Jahr kann es uns nicht wieder kalt erwischen. Dafür wird die FDP sorgen. Deren verkehrspolitischer Sprecher Patrick Döring hat sich in einem heute (oh Mist, schon nach Mitternacht, also gestern) veröffentlichten Interview mit der Rheinischen Post für eine nationale Streusalzreserve stark gemacht.

Es könne nicht sein, so wird der Politiker zitiert, dass es zu Engpässen bei der Salzversorgung komme. Hier müsse der Bund einschreiten und alle Bundesländer zur Vorhaltung einer Mindestreserve an Salz drängen.

Wie bitte? Die Liberalen rufen nach Staatsdirigismus beim Streugut? Wollte Döring mit seinem Vorstoß davon ablenken, dass die neue Bundesregierung nach den gerade vollendeten ersten 100 Tagen selbst für Schwarz-Gelb-Fans entzaubert ist? Aufmerksamkeit hat er bekommen –  Kölner Stadtanzeiger, Tagesspiegel und Frankfurter Rundschau haben seine  Streusalz-Initiative süffisant kommentiert.

Aber vielleicht ist der Verkehrsexperte ja auch ehrlich um unser Wohl besorgt. Der Mann hat bestimmt Insider-Informationen. Durch die Steuer- und Schuldenpolitik der Bundesregierung können es sich die darbenden Städten, Kommunen und Kreise wahrscheinlich nicht mehr leisten, die leeren Salzlager wieder aufzufüllen!

Man stelle sich vor: Streugut gibt’s nur noch in zentral verwalteten Depots. Die Zuteilung verantwortet Patrick Döring als neuer Staatssekretär im Verkehrsministerium. Ob wir da wohl zum Zug kommen? Vielleicht werden wir noch froh sein, dass so viele Wachenheimer FDP gewählt haben.

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