Im Themengemenge Supermarkt-Stadthallensanierung-Mehrzweckhalle hat sich, wie die RHEINPFALZ heute berichtet, die SPD mit einem Vorschlag gemeldet. Sie schlägt vor, statt dem unter Wachenheimern mehrheitlich ungeliebten Supermarkt im Pfortenstück und dem per Bürgerentscheid deutlich abgelehnten Pfalzauditorium im Oberstnest einen Einkaufsmarkt mit städtischen Räumen eben dort zu errichten.

Ein Supermarkt neben der Schule? Da wäre ja schon einmal ein Aufenthaltsraum für die Sechstklässler geschaffen. Man darf gespant sein,was da Frau Hüttner für die Grundschule und Herr Dumont für die IGS zu sagen haben.

Satire mal schweren Herzens beiseite geschoben, muss die Frage erlaubt sein: Braucht Wachenheim einen zweiten REWE, wie auch immer er dann heißt? Der städtische Haushalt ist pleite und wenn die Bundesregierung nicht zu Vernunft kommt, wird sich das in den kommenden Jahren nicht ändern. Muss sich die Stadt da ohne Not ein teures Projekt ans Bein heften?

Ob die Sanierung der alten Halle uneingeschränkt sinnvoll ist, sei dahin gestellt. Doch wenn ich richtig informiert bin, sind bislang alle Zuschussanträge der Stadt für einen Hallenneubau abgelehnt worden. Warum soll sich dass ändern, wenn das Land weniger Geld zu verteilen hat?

Gibt es nicht in Wachenheim noch irgendwo Räume, die man für Veranstaltungen und Vereine nutzbar machen kann? Die Kulturscheune etwa könnte räumlich sicher einen Neujahrsempfang (wann gibt es den eigentlich?) unterbringen. Chöre könnten dort auch auftreten. Auch im Sektschloss kriegt man eine schöne Bühne unter. In den vergangenen Jahren gab es jetzt nicht sooo viele Veranstaltungen in der alten Stadthalle.

Und Räume für die Vereine? Weiß jemand eigentlich, wie viele Vereine einen Raum benötigen? Wäre dankbar für einen Kommentar. Für ein paar Millionen Euro, die jede der in keinem Raum stehenden Varianten kosten würde, kann man als Stadt eine ganze Menge Zimmer eine ganz schön lange Zeit anmieten.

Oder man könnte das Postgebäude mal auf seine Tauglichkeit für Vereinsräume überprüfen. Macht der Raumbedarf für Vereine einen Neubau angesichts der Kassenlage wirklich notwendig?

Und den Bedarf der IGS hat Herr Dumont, ihr Leiter, ja inzwischen öffentlich gerade gerückt.

Bin auf die Diskussion im Stadtrat gespannt. Ich hoffe, dass Konzept wird dort erläutert.

Ach ja, im Stadtrat wird es wohl auch in Zukunft Abstimmungen geben. Dass immer noch, wie in den vergangenen Jahren, nach Mehrheiten, statt nach Konsens gesucht wird, hatte  SDP-Vorsitzender Jürgen Rohr bemängelt. Vielleicht habe ich im Sozialkundeunterricht zu oft blau gemacht, aber ging es nicht in der Demokratie um Mehrheitsentscheidungen?

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