Liebe Leser!

Vor einigen Wochen habe ich die Gelegenheit gehabt an einer Live-Talk-Show in einem Regionalsender der ARD teilzunehmen, was durchaus ein sehr interessantes Erlebnis war. Interessant zu einen, da ich mal sah wie so eine(in diesem Fall kleine) Show gemacht wird, zum anderen, viel beeindruckender, der illustren Gäste wegen. Es gab den ehemaligen Diener vom Honecker, eine Schamanin, Leidensgeschichten wie meine, einfach mal so querbeet.

Gestern habe ich dann den Artikel in der Rheinpfalz über unsere ortsansässige SPD gelesen, über neue Vorschläge zum Thema Supermarkt, Stadthalle und das ganze Thema Konsens, Demokratie, das dann von meinem Blogkumpanen Achim andiskutiert wurde. Jetzt denken Sie sicher, ich möchte auf Grund der Absurdität der Diskussion jemand in die Talkshow schicken. Mitnichten.

In der Show war ein Ehepaar, das innerhalb von kürzester Zeit enorme Schulden angehäuft hatte, und mit der Tilgung dieser nicht mehr zurecht kam. Auch das ist nicht der eigentliche Grund des Artikels. Der Grund ist der, dass zu dem Ehepaar ihr Schuldenberater eingeladen war. Und der hat folgende Aussagen gemacht.

1. Man sollte nur das Geld ausgeben, welches man hat.

2. Besser ein kleines regelmässiges Einkommen und kontinuierlich tilgen, als alles mit einem grossen Schlag oder weiteren Darlehen zu tilgen.

3. Und jetzt der Grund meiner Worte: Man darf nicht aus einer  Situation heraus handeln, die vermeintlicherweise noch besteht, dies aber nicht mehr tut, bzw. der Illusion nachhängen, sie täte es. Da durch diesen Realitätsverlust die Schuldenschere entweder startet, oder so weit auseinandergeht, dass man sie nicht mehr schliessen kann.

Dieser Realitätsverlust ist meiner Meinung nach insbesondere bei Amtsträgern in der Politik zu beobachten, da diese ja prinzipiell in Versprechensblasen leben und das Geld Ihrer Wähler ausgeben. Also Ihres und meines, und das lediglich unter der Rechenschaft Wählerstimme! Wird der Politiker nicht mehr gewählt ist das ein Einzelschicksal, aber es ist das Geld von allen, das auf Jahrzehnte ausgegeben wird. Dies ist auf Bundesebene das gleiche wie in unserem beschaulichen Wachenheim. Es gibt sogar ein Beispiel aus dem regionalen Sport. Unser lieber FCK leidet heute noch unter den Sünden der dilettantischen Vereinsführung vor einigen Jahren. Es mussten Weltstars sein(Supermarktketten), das Stadion musste Weltniveau haben(Stadthalle), kreative Geldpolitik wurde betrieben(seltsame Zusammenarbeit mit seltsamen Bauträgern). Und als es richtig ernst wurde ist man zu den Bürgern gegangen und hat um Landesbürgschaften gebettelt. Also erst die Kohle der Mitglieder verzockt, und dann zu den selbigen gegangen und noch mehr Kohle von Ihnen verbrannt. Seltsam, machen das die Banken zur Zeit nicht auch so. Und erst jetzt führen ein rigider Sparkurs und wirkliche Innovationen in der Geschäftspolitik(Herzblut-Aktion) zu einer wirtschaftlichen und sportlichen Gesundung.

Wann kommt bei uns in Wachenheim(und der Republik) diese Herzblut-Erkenntnis. Dass man alten Träumen nicht folgen darf, wenn diese schon längst vorbei sind, bzw. die Bedingungen für die Realisierung dieser nicht mehr existent sind. Sondern dass man echte Visionen für eine Zukunft entwickeln muss. Und dass der Weg nach oben ein harter ist, mit vielen Hindernissen und schmerzhaften Schnitten. Wir aber eine Verantwortung haben. Für die, die nach uns den Scherbenhaufen übernehmen müssen.

Ein Psychologe hat mal zu mir gesagt: Jeder Rückschlag ist auch ein neues „Schwung holen“ um weiter nach vorne zu kommen, vergleichbar mit einer Bogensehne. Erst wenn die Sehne reisst, und kein Pfeil mehr geschossen werden kann, dann hat man ein Problem. Aber wie das funktioniert, hat uns die Generation unserer Grosseltern gezeigt, da hat man gesehen, wie dehnbar eine Sehne ist, und wie Weit dann ein Pfeil geschossen werden kann. Und wir jammern, weil wir einem vermeintlichen Wohlstand nachhängen, der doch manchmal mehr als fragwürdig ist.

Deshalb der Titel. Dieser ist das Zitat eines meiner besten Freunde, das er mir in sehr schweren Zeiten gesagt hat. Don’t hang on broken dreams. Straight forward, no looking back.

In diesem Sinne wünsche ich eine schöne und erfüllte Woche mit Ihren Lieben.

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