Öffentliche Ausschreibungen scheinen ein kompliziertes Geschehen zu sein. Und natürlich gewinnt sie nicht immer der günstigste Bewerber – hat man zumindest schon mal munkeln gehört. Tatsächlich klingt es seltsam, wenn bei einer Ausschreibung nur einer von fünf Bewerbern den formalen Kriterien entspricht. Ich habe deshalb schon am Montag direkt bei Herrn Bechtel nachgefragt, komme aber erst jetzt zum Bloggen, da ein Virus der Ansicht ist, ich sollte mich mehr in gekachelten Räumen aufhalten.

Wie bei einer solchen Ausschreibung üblich wurden die Angebote im Beisein von fünf Leuten geöffnet und dann anhand einer Liste der formalen Kriterien bewertet. Falls Teile eines Angebots nicht den Kriterien entsprechen, muss festgelegt werden, ob der Fehler heilbar oder nicht ist. Auch das gibt wohl die Liste vor. Bei der Ausschreibung zur Friedhofserneuerung lag dann am Ende nur ein Angebot ohne unheilbare Fehler vor. Da günstigere Angebote so auf der Strecke blieben, hat sich Herr Bechtel ohne den konkreten Fall zu nennen nach dem Handlungsspielraum einer Gemeinde beim Städtebund erkundigt. Die Auskunft war wenig ermutigend: Die Gemeinde darf nicht nachverhandeln.

Formaljuristisch scheint also alles korrekt gelaufen zu sein. Aber wie schon Frank schreibt, bliebe das Geschmäckle, wenn der einzig verbliebene Anbieter der wäre, dessen Präsentation im Stadtrat vom Architekten gezeigt wurde, und der schon den ersten Teil der Arbeiten ausgeführt hat, und wohl nicht zum ersten Mal mit dem Architekten zusammen arbeitet.

Gestern Abend war die Vergabe der Arbeiten sicher ein Thema der nicht-öffentlichen Sitzung des Stadtrats. Die Entscheidung ist also wahrscheinlich schon gefallen.

Advertisements