Ein Supermarkt im Pfortenstück? Für den Haßlocher Bauunternehmer Müller wird es nun immer schwerer, diesen lukrativen Plan durchzusetzen. Die Ablehnung in der Bevölkerung, dokumentiert durch über 1000 Unterschriften gegen das Projekt und eine Umfrage der Rheinpfalz – egal. Die mehreren Hundert Einwände gegen Bebauungsplan und Flächennutzungsplan – mit Hilfe des Bauamts abgeschmettert. Dann kegelten die Wachenheimer Wähler den wichtigsten Verbündeten aus dem Amt – noch verkraftbar. Doch dann kamen die Ämter, deren Einwände im Verlauf des Verfahrens schlicht ignoriert wurden. Und die kann man letztendlich nicht mit einem lapidaren „zur Kenntnis genommen“ wie einen Bürgereinwand einfach wegwischen. Bebauungsplan und Flächennutzungsplan nicht genehmigt, alle Einsprüche dagegen gescheitert.

Das sollte der Anlass sein, fürs Pfortenstück eine konsensfähige Lösung zu finden. Man muss ja nicht um den heißen Brei herumreden. Bürklin braucht das Geld und Müller wetzt die Säbel. Denn leider ist da ja noch der städtebauliche Vertrag, in den Nagel und die Stadträte, die damals mitgemacht haben, die Stadt rein geritten haben. Bevor irgendwas genehmigt war, hat sich die Stadt hier nicht-öffentlich über Details mit dem Bauunternehmer verständigt.

Ungeachtet der Drohgebärden des Haßlocher Bauunternehmers sollten jetzt alle Beteiligten einsehen, dass das Pfortenstück kein Platz für einen Supermarkt ist. Wachenheim hat einen Supermarkt. Und der reicht. Mit dem Verdikt „Denkmalzone“ sollte auch die Art der Bebauung eine Richtung bekommen haben. Eine neue Planung muss her. Und da Müller wohl die Vorkaufsrechte hat – ja, eine neue Planung von Müller. Das wäre die demokratische und konstruktive Art mit der Entscheidung umzugehen – und fürs Image der Firma allemal besser als böse Schadenersatzforderungen.

Hoffentlich hat die Posse Pfortenstück mit der Entscheidung der SGD Süd ein Ende – sie hat Wachenheim nicht nur in der näheren Umgebung unnötig viel Kopfschütteln eingebracht. Ein Supermarkt an der Weinstraße neben der Stadtmauer – das hat niemand verstanden, der nicht daran verdienen sollte.

Advertisements