März 2010


Wir freuen uns, dass der Wachtenblog nachhaltig eine so große Zahl von Lesern erreicht. Dahinter können nicht nur unsere Freunde und Verwandten sowie masuliske Möchtegern-Missionare stecken. Etwas sehr Schönes bei WordPress, unserem elektronischen Blog-Zuhause, ist die Blogstatistik. Da sehen wir Blogger, mit welchen Suchbegriffen die Menschen zu uns kommen. Natürlich ist das völlig anonym – wir erfahren nie, wer bei uns war (außer jemand ist so nett, uns einen Kommentar zu hinterlassen).

Aus den Suchbegriffen wird klar:  Viele Wachtenblog-Leser wissen genau, was sie suchen. Manchmal wissen sie etwas weniger genau, wie man das schreibt. Ist aber nicht schlimm, google findet uns zu all diesen Begriffen:

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Andere Suchen sind spezieller. Viele betreffen natürlich die Wachenheimer Themen:

Pfortenstück Wachenheim → An einem Tag im Februar häuften sich die Suchen nach diesen Begriffen. Im Nachhinein konnten wir rekonstruieren, dass der ablehnende Bescheid der SGD zum Flächennutzungsplan an dem Tag bekannt wurde. Da wollte man wohl wissen, ob wir es auch schon wissen. Naja, dieses Gras haben wir nicht wachsen gehört. Aber wir arbeiten daran. Heute kamen übrigens zwei Suchen nach „pfortenstück wachenheim“ und eine nach „bebauungsplan pfortenstück“. Ist da wieder was im Busch?

Wachenheim Friedhof Bauvorhaben → Das mit dem Bauvorhaben beruhigt uns, denn darüber haben wir tatsächlich gebloggt. Unter Wachenheim Friedhof allein wollen wir uns natürlich nicht einordnen lassen – ist ja schließlich kein toter Blog hier.

Winzergenossenschaft Wachenheim Mitglied → Das ist keiner der Wachtenblogger. Wir sind aber an Blogger-Nachwuchs interessiert, Winzer wären natürlich sehr willkommen!

wachenheim grundstück „im höhnhausen“ → Absolut zu empfehlen – und im Wachtenblog sieht man schon einmal, was für schräge Leute in der Nachbarschaft wohnen.

Flugblatt anonym → Sehr schön, denn das war der Ausgangspunkt des Wachtenblogs. Bei der Suche nach diesem Begriffspaar listet google den Wachtenblog übrigens auf Rang 1!

Habekost →Treffer, über den Kurpfälzer Comedian haben wir mehrfach gebloggt – und werden es bis zu seinem freudig erwarteten Gastspiel im November sicher wieder tun. Christian Habekost steht in dieser Liste auch stellvertretend für viele Personen (Bürgermeister, Stadträte, etc.), über die wir bloggen und die bei uns gefunden werden.

Und dann gibt es noch die Leser, die sich wohl ziemlich wundern, wenn google sie ausgerechnet zu uns schickt. Hier eine Auswahl der eher abseitigen Suchbegriffe:

Wissenswertes zur Ampel → Im Wachtenblog lernt man hoffentlich immer was dazu, meinetwegen auch zur Ampel. Wenn der Begriff allerdings kommualpolitisch gemeint ist, können wir nicht helfen. Der Wachenheimer Stadtrat agiert ohne eine offiziell definierte Koalition – und das Grün zur Ampel fehlt auch. Wenigstens gibt es im Stadtrat des Nachbarorts Bad Dürkheim eine sogenannte Schwarze Ampel, besser bekannt als Jamaika-Koalition.

Waldameisen auf dem Grundstück → Das ist was Tolles, wenn sie zweibeinig und 3 bis 6 Jahre alt sind und sich frühmorgens im Poppental treffen. Das wollte der Suchende ganz bestimmt wissen, oder?

Sperrmüll zusammennehmen → Da können wir nicht weiterhelfen. In Wachenheim wird der Sperrmüll auseinander genommen, sobald er mehr als zehn Minuten draußen steht.

anhalte „vorsicht bissiger tiger“ → Bei dem Schild sollte man nicht halten, sondern schnell weiterfahren. Aber keine Angst, hier gibt es nur bissige Blogger.

von dir umarmt → Da umarmen wir einfach mal zurück.

To be continued…

Der Kirschbrand der Wachenheimer Brennerei Räch darf sich ganz offiziell „Edelbrand des Jahres“ nennen. Gut, das Destillat wird wohl kaum allzu viel über sich selbst sprechen. Auch, wenn es sich bei den internationalen Edelbrandmeisterschaften gegen 183 andere Schnäpse aus 15 Ländern durchsetzen konnte. Der Durchsatz bei den Testern muss gewaltig gewesen sein.

Während ich mir einen Kirschedelbrand noch lecker vorstelle, bin ich bei anderen prämierten Hochprozentern skeptischer: Rote Rüben oder Steinpilz wären jetzt nicht auf Anhieb die Zutaten der Wahl für mich. Und wie soll ich mir den Goldmedaillengewinner aus Weisenheim vorstellen? Holzfassgereifter Zigarrenbrand!? Kann man machen. Irgendwie ökonomisch. Statt Schnaps zur Zigarre trinkt man die Barrique-Zigarre gleich als Schnaps. Und dabei wusste ich gar nicht, dass Zigarren in Holzfässern reifen.

Vielleicht doch lieber Kirschbrand. Glückwunsch an die Brennerei Räch!

"Verbrennt ihn, verbrennt ihn!"Am Montagnachmittag wurde auch der Wachenheimer Winter verbrannt. Die feuerführenden Waldameisen sowie Kinder der Pusteblume und zahlreiche ausgewachsene Begleitpersonen hatten sich auf der Wiese im Poppental versammelt, um sich zu vergewissern, dass der Jahreszeit ordnungsgemäß der Garaus gemacht wurde.

Dem Winter war zu Last gelegt worden, seit Mitte November für unangenehm tiefe Temperaturen gesorgt zu haben, in deren Folge ein Großteil der heimischen Laubbäume ihr Blattkleid verlor. Aufenthalte im Freien waren seit dieser Zeit besonders für Eltern mit schweißtreibenden Ankleideprozeduren in beheizten Fluren verbunden, die immer wieder zu Blutdrücken in gefährlichen Regionen führten.

Auch bei weiten Teilen der Auto und Fahrrad fahrenden Bevölkerung hatte sich der Winter durch seine Beharrlichkeit unbeliebt gemacht. Anwälte der Streumittelhersteller hatten bis zuletzt versucht, einen Aufschub der Winterverbrennung zu erwirken – ohne Erfolg. Der Wachenheimer Winter ging im Beisein des Frühlings innerhalb von Minuten in Flammen auf.

Am Rande des Wachenheimer Frühlingsempfangs sprach mich Thomas Verstl an. Er macht die Öffentlichkeitsarbeit für die Wachenheimer Chorgemeinschaft MGV. Sowohl der Männerchor als auch der Kinder- und Jugendchor sorgten am Sonntag für den musikalischen Rahmen des Frühlingsempfangs  (was leider im Zeitungsartikel keinen Platz mehr fand). Herr Verstl erzählte mir, dass der Kinder- und Jugendchor noch Verstärkung suchen.

Falls unter den Lesern also Nachwuchssänger oder -sängerinnen sind, oder Eltern singbegeisterter Kinder, meldet Euch bei Thomas Verstl oder Birgit Stetter, der Leiterin des Kinder- und Jugendchors.

Liebe Leser!

Seit drei Jahren gibt es einen Haushaltsposten für einen Skate Park, oder eine Skater Anlage, der bisher noch nicht ausgeschöpft wurde. Die Generation Skate ist von den Zahlen her der geburtenstärkste Jahrgang in Wachenheim, man denke an die Argumente für IGS, Hort, etc.  und doch gibt es für diese Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen das minimalste Freizeitangebot.

Dies führt zu Unzufriedenheiten auf vielen Seiten. Die Jugendlichen sind unzufrieden, da sie mit Ihrem Hobby überall verjagt werden. Öffentliche Plätze, Kirch-Vorplatz der katholischen Kirche, Schulhof, Nachbarschaft. Die Anwohner sind genervt, da viele keine Kinder haben oder schon lange aus dem Alter heraus sind, Pubertierende zu haben, oder auch weil sie nicht (mehr) wissen was es heisst Kind zu sein. Die Stadt ist genervt, weil doch ab und an mal was kaputt geht. Die Eltern sind genervt, da sie sich dauernd zoffen müssen etc. etc…

Deshalb füge ich diesem kleinen Artikel eine Umfrage bei, in der ich die Frage stelle, ob für Sie ein Skate Park für Wachenheim wünschenswert ist oder nicht. Ihre Meinung interessiert mich. Die Umfrage ist anonym. Die Möglichkeit zu einem persönlichen Kommentar bleibt unbenommen.

Warnhinweis: Ich schreibe mal wieder über ein F-Wort. Es sollte mich allerdings überraschen, wenn das eine neue Invasion von Maskulisken (ich liebe Franks Wortschöpfung, erinnert so schön an glibbrige Schalentiere!) oder anderen Trollen auslöst. Hinter dem F kommt diesmal nämlich nicht eminismus, auch nicht uck, sondern eueralarm.

Ein solcher war am Montag Thema im Verbandsgemeinderat, eingebracht von Andreas Berger (FDP). Wenn ich seine Anfrage richtig verstanden habe, hat ein Feueralarm neulich Samstags in den sehr frühen Morgenstunden die Freiwilligen Feuerwehrleute aus den Betten geholt. Der Alarm kam vom Bürgerspital. Ausgelöst wurde er – glücklicherweise! – nicht durch einen Brand.  Sondern durch Mitarbeiter des Altenheims, die unter dem Feuermelder geraucht hatten. Das ist wohl nicht zum ersten Mal passiert.

Andreas Berger regte daraufhin an, die Kosten für einen unnötigen Einsatz der Feuerwehr zu erhöhen, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Was glauben Sie, was kostet es, wenn man fahrlässig einen Alarm auslöst und die tapferen Wehrleute unnötig ausrücken? Gehen Sie mal von dem aus, was Sie einem Handwerker für die Anfahrt bezahlen. Und dann schätzen Sie, um wieviel nötiger als den Handwerker Sie – wenn es brennt – die Feuerwehr brauchen.  Berücksichtigen Sie dann noch, dass in einem Löschgruppenfahrzeug hoffentlich mehr als eine Person sitzt. Na, auf welches Ergebnis kommen Sie?

Wahrscheinlich sind Sie mit dieser kleinen Rechnung bei mehr als 36 Euro gelandet. Ich hätte einen Betrag von einigen Hundert Euro geschätzt. Auf diese Größenordnung wollte Andreas Berger ihn auch erhöhen. Ein Ratsmitglied von der SPD pflichtete ihm bei. Verbandsbürgermeister Udo Kittelberger schlug einen anderen Weg vor, um die unerwünschten Rauchzeichen aus dem Bürgerspital abzustellen. Er hat kommende Woche ein Gespräch mit der Pflegedienstleitung des Altenheims.

Nun müssten sich Feuerwehrleute und Altenpfleger ja eigentlich ganz gut verstehen: Beide kümmern sich um das Wohl anderer Leute und sind Einsätze zu nächtlichen Stunden gewohnt. Da müsste es doch möglich sein, die Situation zu klären. Vielleicht hilft ja ein Schild unter dem Rauchmelder-gekrönten Pausentreff: Wer hier eine Zigarette ansteckt, wird umgehend mit einer Ganzkörper-Kneipp-Anwendung nicht unter 150 Litern bestraft.

Diesen Beitrag widme ich übrigens meiner Jüngsten. Sie war schon früh fasziniert von allem, was sie unter „Tütata“ fassen konnte. Seitdem haben wir das Buch „Max bei der Feuerwehr“ , und ich habe Begriffe wie „Rüstwagen“ und „Löschgruppenfahrzeug“ im aktiven Wortschatz. Natürlich werde ich ihr beibringen, niemals, unter gar keinen Umständen, einen Feuerwehr-Fehlalarm auszulösen.

Zum Abrunden habe ich mal bei Wikipedia über Feuerwehren gelesen. Die Freiwilligen sind in Deutschland für den – bezogen auf die Fläche – größten Teil des Brandschutzes verantwortlich. Viele Schweizer Gemeinden haben sogar eine allgemeine Feuerwehrpflicht für Männer und Frauen. Berufsfeuerwehren entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA und waren zunächst privatwirtschaftlich organisiert. Zum Teil wurden nur solche Häuser gelöscht, die Plaketten des Unternehmens trugen.

In Deutschland gibt es mehr als eine Million Aktive in der Freiwilligen Feuerwehr. In Wachenheim sind es 34. Und jetzt kann ich es mir doch nicht verkneifen: Laut Homepage hat die Freiwillige Feuerwehr Wachenheim 3 Feuerwehrfrauen. Damit liegt sie mit 8,8 % über dem bundesdurchschnittlichen Frauenanteil von 7,25% :-).

Hallo anderes Leben!

Es war vor zwei Jahren auf den Tag, als du anfingst dich langsam zu verabschieden. Wobei langsam relativ zu betrachten ist. Du hast dir schon einen Abschied mit  Tragik und einer dramatischen Note gewählt, die ich so von dir bis dato nicht kannte, aber jetzt kann ich zumindest sagen, dass ich ein Mensch geworden bin, dem nichts menschliches fremd scheint.

Diese letzte Umarmung, da haben wir uns nochmal so richtig Zeit genommen. Innig und bittersüss, voller Zärtlichkeit und Liebe, da wir gleich wussten, irgendwo im Innern, dass es ein Abschied für immer war. Logisch, man will es, wenn es soweit ist, nicht wahrhaben, oder kann es vielleicht auch nicht und wir haben verzweifelt gemeinsam umeinander gekämpft. Um uns und um die anderen kleinen Leben, die wir schon in die Endlichkeit gesetzt haben. Ich wollte mit aller Macht das halten, was du mir gegeben hast. Und doch warst du, wie immer konsequenter als ich. Als du merktest, dass du mir all die Kraft gegeben hattest, die dir innewohnte und ich bereit war, hast du mir dein Herz gegeben. Ich habe das gespürt während ich dich umarmte, da es bei dir aufhörte zu schlagen und mein Herzschlag wurde stärker. Musste er ja auch, denn ich muss ja jetzt viele Dinge, die Du mir gabst, mein liebes Leben, alleine machen. Und ich muss deinen Auftrag erfüllen und darf das Vertrauen, das du mit deinem Abschied in mich gesetzt hast, nicht enttäuschen.

Weisst du, ich glaube ich bin auf einem guten Weg, auch wenn der sehr steil und steinig ist. Und mit den kleinen Leben auf den Schultern den Berg hochzugehen, geht ganz schön in die Beine. So sehr, dass ich manchmal richtig in die Knie gehe. Dann brennen meine Muskeln und die Schritte werden schwer und die Kraft unserer beider Herzen scheint nicht auszureichen.

Da du mir aber viel zutraust, hast du ja nicht nur Herz und Vertrauen gegeben. Sondern du hast in deiner Weitsicht dafür gesorgt, dass noch ein anderes Leben dazugekommen ist. Ein reines Leben, so wie du eines warst. Eines das ein Leuchten in sich trägt, eines das dir so ähnlich ist, und doch so verschieden wie es nur möglich sein kann. Jetzt habe ich nämlich zwei Lichter, die mich führen. Eines, das aus der Vergangenheit strahlt und eines, das mir den zukünftigen Weg leuchtet. Und Licht hat ja die Angewohnheit zu wärmen. Deshalb friert mich auch nicht bei dem Gedanken, wie weit der Weg noch sein muss und meine Beine verlieren die Schwere.

Mein liebes vergangenes Leben, es war schön heute mit dir so intensiv gesprochen zu haben und ich danke Dir, dass du mich trotz des Abschieds, immer mal wieder besuchst und mit mir redest. Ich richte auch gerne deine Grüsse an das neue Leben aus und soll dich auch ganz herzlich von diesem zurückgrüssen. Weisst Du, viele sagen, es hätte dich gar nicht nicht in der Form gegeben, weil ja dieses neue Leben schon da ist oder überhaupt gekommen ist. Man hätte doch nur ein Leben. Aber die haben keine Ahnung, denn die wissen ja nicht, was wir wissen, und was wir uns bei unserem Abschied versprochen haben, denn das Herz hat eine Sache, die viele gar nicht wissen. Es schlägt nicht nur, nein!

Man kann sogar damit sehen. Das wahre Leben!

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