Mal sehen, ob ich bei diesem Thema auch den Wachenheim-Bezug hinbekomme: Eben habe ich zum „Runterfahren“ nach der Arbeit nochmal bei Twitter vorbeigeschaut. Dort folge ich unter anderem Barack Obama. Der amerikanische Präsident kämpft ja seit Monaten für ein halbwegs soziales  Gesundheitssystem. Als Europäer kann man schwer nachvollziehen, warum so viele amerikanische Kräfte daran festhalten wollen, dass Gesundheit in den USA sehr stark eine Frage des Geldes ist. Mehr als 45 Millionen Amerikaner besitzen keine Krankenversicherung.

Obama tut in der Endphase der Gesundheitsdebatte jetzt das, was seinen Wahlkampf zu DEM Vorbild aller Web-2.0-Kampagnen gemacht hat: Er ruft seine Anhänger direkt über Soziale Medien zur Aktion. Getwittert hat er über dieses You-tube-video. Ich habe mir seinen Aufruf als 312. Person angesehen. Mal sehen, wie viele Views es morgen hat.

Obama bittet darin seine Unterstützer, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren. Wie im Wahlkampf sollen sie ihre Stimme nun für ein zentrales Wahlversprechen des Präsidenten erheben, nämlich die Gesundheitsreform.

Was das mit Wachenheim zu tun hat? Nein, ich werde jetzt nicht unseren Bürgermeister mit dem US-Präsidenten vergleichen (sonst bekommt der wieder Ärger für einen Vergleich, den er gar nicht angestellt hat). Mir geht es um die Bürgerbeteiligung.

So wie ich mich über das US-Gesundheitssystem wundere, so sehr haben Achim und ich uns vor vier Jahren über die Idee gewundert, einen Supermarkt aufs Pfortenstück zu bauen. Zuerst dachten wir, dass wir die einzigen sind (damals waren wir noch echte Neubürger, vor kaum 2 Jahren zugezogen). Dann haben wir mit Nachbarn und Freunden gesprochen und festgestellt, dass fast niemand diesen Plan nachvollziehen konnte.

In Ermanglung einer Wachenheimer You-tube-Plattform kam es dann eben zur Unterschriftensammlung. Und da haben ganz viele Bürger Position bezogen gegen das, was schon so genau (und teuer!) geplant war, dass es beinahe unausweichlich schien.

Ich bin immer noch gespannt, wie’s weitergeht. Noch habe ich nichts von dem Ausgang des Gesprächs am Dienstag gehört. Ob wir auch so einen „letzten Aufruf“ brauchen werden wie Obama? Ich hoffe nicht.

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