Liebe Leser!

Als leidenschaftlicher Weintrinker, dem nachgesagt wird, etwas exzentrisch zu sein, oder positiv, nicht dem Mainstream folgend, breche ich jetzt eine Lanze, für weisse Rebsorten, die nicht Riesling sind und manchmal etwas verächtlich Bouquet-Weine genannt werden. Hier in unserer Gegend, der Championsleague des Rieslinganbaus, wird in den letzten Jahren mehr Wert auf rote Rebsorten gelegt und weiße Sorten, die aus dem Ausland zu uns dringen. Beispiele hierfür sind Spätburgunder, der teilweise sensationell gut ist, und solch durchaus leckere und frische Sorten wie der Sauvignon Blanc. Die Namen der Rebsorten rufen bei mir Assoziationen hervor, wie vor Jahren in der Telekommunikationsbranche. Hauptsache auswärtsisch, dann muss es gut sein, oder wird zumindest gekauft.

Doch gibt es traditionelle Rebsorten, die bei einem, das setze ich bei der Championsleague voraus, professionellem Ausbau, fantastische Ergebnisse in der Flasche ergeben. Ich denke da an Muskateller, Scheurebe etc.. Und vor allem mein persönlicher Favorit, der Gewürztraminer.

Wenn wir von der lange herrschenden Meinung, furztrocken gleich gut, uns ein bisschen entfernen, öffnen sich dem Wein-Fan neue Welten. Diese Trauben sind so viel-fältig und -schichtig, daß deren trinken nie langweilig wird, insbesondere wenn ein bisschen Restsüße im Wein verblieben ist, das diese als Geschmacksträger hervorragend zu pass kommt. Und ich als duftorientierter Mensch bin total von dieser Aromenvielfalt im Bouquet begeistert, wenn ich meine Nase ins Glas halte. Wer da ein kleiner Vorreiter in Beziehung Vermarktung war und auch noch ist, ist der Herr Michel aus Bad Dürkheim und auch sein, so glaube ich ehemaliger, Compagnon Herr Darting. Letzt genannter hat übrigens ein bisschen was davon im eigenen Weinangebot. Auch der Gelbe Muskateller der Vier Jahreszeiten ist hierfür ein Paradebeispiel.

Regelmässig fahre ich in Elsass, um mich mit den dortigen Gewächsen der Sorten Muskateller und Geürztraminer zu versorgen. Diese Weine sind dort einfach der Hammer. Und ich hoffe, da könnte ich nämlich das ersparte Benzingeld in Wein umsetzen, dass auch hier bei uns wieder verstärkt diese traditionellen Rebsorten in toller Qualität angebaut werden. Insbesondere, als Lokalpatriot wünsche ich mir das besonders, in Wachenheim

Der erste Wein dieser Art, den ich jemals getrunken habe und mir mein Coming out bescherte war ein 96′ Muskateller von, man höre und staune, Bürklin und Wolf, den ich mir zufällig kaufte, als wir 97 frisch nach Wachenheim gezogen waren. Auf Nachfrage bei Tom Benns vor einiger Zeit, ob so etwas nicht mal wieder kommen könne, kam leider die Antwort, Sorry nur noch Riesling oder so. Also Ihr Spitzen-Weingüter Bürklin, Zimmermann und Co.! Enttäuscht mich bitte nicht!

Wie ich auf diesen Artikel komme? Nun ich folge auf Twitter unserer Winzergenossenschaft, und die haben ein Cuvée aus Muskateller, Kerner und Riesling, ich sehe hier ein zartes Pflänzchen Hoffnung. Da werde ich mich glaube ich ein bisschen eindecken und damit dieses Pflänzchen hegen und pflegen.

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