Warnhinweis: Ich schreibe mal wieder über ein F-Wort. Es sollte mich allerdings überraschen, wenn das eine neue Invasion von Maskulisken (ich liebe Franks Wortschöpfung, erinnert so schön an glibbrige Schalentiere!) oder anderen Trollen auslöst. Hinter dem F kommt diesmal nämlich nicht eminismus, auch nicht uck, sondern eueralarm.

Ein solcher war am Montag Thema im Verbandsgemeinderat, eingebracht von Andreas Berger (FDP). Wenn ich seine Anfrage richtig verstanden habe, hat ein Feueralarm neulich Samstags in den sehr frühen Morgenstunden die Freiwilligen Feuerwehrleute aus den Betten geholt. Der Alarm kam vom Bürgerspital. Ausgelöst wurde er – glücklicherweise! – nicht durch einen Brand.  Sondern durch Mitarbeiter des Altenheims, die unter dem Feuermelder geraucht hatten. Das ist wohl nicht zum ersten Mal passiert.

Andreas Berger regte daraufhin an, die Kosten für einen unnötigen Einsatz der Feuerwehr zu erhöhen, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Was glauben Sie, was kostet es, wenn man fahrlässig einen Alarm auslöst und die tapferen Wehrleute unnötig ausrücken? Gehen Sie mal von dem aus, was Sie einem Handwerker für die Anfahrt bezahlen. Und dann schätzen Sie, um wieviel nötiger als den Handwerker Sie – wenn es brennt – die Feuerwehr brauchen.  Berücksichtigen Sie dann noch, dass in einem Löschgruppenfahrzeug hoffentlich mehr als eine Person sitzt. Na, auf welches Ergebnis kommen Sie?

Wahrscheinlich sind Sie mit dieser kleinen Rechnung bei mehr als 36 Euro gelandet. Ich hätte einen Betrag von einigen Hundert Euro geschätzt. Auf diese Größenordnung wollte Andreas Berger ihn auch erhöhen. Ein Ratsmitglied von der SPD pflichtete ihm bei. Verbandsbürgermeister Udo Kittelberger schlug einen anderen Weg vor, um die unerwünschten Rauchzeichen aus dem Bürgerspital abzustellen. Er hat kommende Woche ein Gespräch mit der Pflegedienstleitung des Altenheims.

Nun müssten sich Feuerwehrleute und Altenpfleger ja eigentlich ganz gut verstehen: Beide kümmern sich um das Wohl anderer Leute und sind Einsätze zu nächtlichen Stunden gewohnt. Da müsste es doch möglich sein, die Situation zu klären. Vielleicht hilft ja ein Schild unter dem Rauchmelder-gekrönten Pausentreff: Wer hier eine Zigarette ansteckt, wird umgehend mit einer Ganzkörper-Kneipp-Anwendung nicht unter 150 Litern bestraft.

Diesen Beitrag widme ich übrigens meiner Jüngsten. Sie war schon früh fasziniert von allem, was sie unter „Tütata“ fassen konnte. Seitdem haben wir das Buch „Max bei der Feuerwehr“ , und ich habe Begriffe wie „Rüstwagen“ und „Löschgruppenfahrzeug“ im aktiven Wortschatz. Natürlich werde ich ihr beibringen, niemals, unter gar keinen Umständen, einen Feuerwehr-Fehlalarm auszulösen.

Zum Abrunden habe ich mal bei Wikipedia über Feuerwehren gelesen. Die Freiwilligen sind in Deutschland für den – bezogen auf die Fläche – größten Teil des Brandschutzes verantwortlich. Viele Schweizer Gemeinden haben sogar eine allgemeine Feuerwehrpflicht für Männer und Frauen. Berufsfeuerwehren entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA und waren zunächst privatwirtschaftlich organisiert. Zum Teil wurden nur solche Häuser gelöscht, die Plaketten des Unternehmens trugen.

In Deutschland gibt es mehr als eine Million Aktive in der Freiwilligen Feuerwehr. In Wachenheim sind es 34. Und jetzt kann ich es mir doch nicht verkneifen: Laut Homepage hat die Freiwillige Feuerwehr Wachenheim 3 Feuerwehrfrauen. Damit liegt sie mit 8,8 % über dem bundesdurchschnittlichen Frauenanteil von 7,25% :-).

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