Lieber Herr Morell!

Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten beim bloggen, antworte ich nicht in einem Kommentar zu dem Ihrigen, sondern in einem Artikel. Das soll Ihnen die Wertschätzung zeigen, die ich Ihrem Kommentar zu unserem Blog entgegenbringe, da dieser zeigt wie wertvoll ein solch kleiner Blog sein kann.

Der erste Punkt Ihrer Kritik, zu dem ich Stellung nehmen möchte, ist die Oberflächlichkeit. Es liegt in der Natur der Dinge, bzw. der Politik, dass man als nicht Mitglied des inneren Kreises der Politik, sei es auf Gemeindeebene, Bundes- oder Weltpolitik, nicht viel tiefer als die Oberfläche blicken kann, im schlechtesten Falle soll. Aus diesem Grund gibt es Journalisten, Blogs, Anfragen an die Gremien etc. verschiedenste Mittel. Die Oberflächlichkeit, bzw.  synonym die Unfähigkeit oder der Unwille der Politiker, aber auch das Desinteresse der Bürger,sind der Grund für einen Blog wie diesen. Interessierte Menschen kratzen an der Oberfläche, um zu sehen was darunter liegt.

Zweitens die Komplexität. Folgen wir den Argumenten im ersten Punkt, ist es das Ergebnis des an der Oberfläche Kratzens, dass die Komplexität simplifiziert wird. Es ist also mein Ziel als Bürger und Ihre Pflicht als Politiker, die Komplexität zu vereinfachen. Sollten dabei falsche Informationen gebloggt werden, wobei ich da extreme Schwierigkeiten habe, diese in unseren Beiträgen zu finden, Achtung ich werfe Ihnen hier ein bisschen Polemik vor, da ihnen Argumente fehlen, gibt es ja die Möglichkeit in einem Kommentar zum Artikel, die Dinge richtig zu stellen. Das ist demokratisch und fair.

Auf die tagespolitischen Details in Ihrem Kommentar gehe ich hier jetzt nicht ein, da es mir mit diesem Artikel nicht um die alltäglichen Dinge geht, sondern um Grundsätzliches.

Ich frage Sie, wieso erwarten Sie mehr Verantwortung von mir?

In mir macht sich das klammheimliche Gefühl breit, dass es Ihnen in Ihrem Kommentar nicht um die öffentliche Verantwortung geht, sondern darum, dass das bisher Gebloggte sich oft sehr kritisch mit den politischen Aktionen der FWG auseinandersetzt und sie aus persönlichen subjektiven Gründen Objektivität und Verantwortung von den Wachtenbloggern einfordern. Sie sehen Ihre eigenen politischen Belange berührt und versuchen uns demagogisch und populistisch vor Ihren Karren zu spannen.

Somit komme ich nun zum Kernthema meines Artikels, wie in der Überschrift angedeutet. Objektivität und Subjektivität. Wenn Sie die gleichen Maßstäbe an sich anlegen, bzw. an die FWG, wie Sie sie von uns einfordern, müssten sie alle ihre Ämter niederlegen und die FWG auflösen, dazu die gesamten politischen Parteien gleich mit, eine Art Gleichschaltung. Denn Politik,  philosophisch gesehen das ganze Leben, ist subjektiv, deshalb sind Menschen auch Subjekte und keine Objekte im allgemeinen Sprachgebrauch. Die Politik, die Evolution, einfach Alles lebt von diesem Pluralismus.

Ich sehe daher Ihren Appell  für Verantwortung und Objektivität an uns im gleichen Zusammenhang wie Ihr unsägliches Flugblatt mit dem offenen Brief an Herrn Bechtel.

Und zwar als einen Ausdruck  extremen Mangels an demokratischem Basisverständnis. Demokratie ist Vielfalt und Diskurs, offene Meinungsäußerung und Konsens. Kein blindes den Dogmen  einzelner Parteien Folgen.

Ich verspreche Ihnen weiterhin ein offenes und freies Bloggen, das übrigens von Menschen gemacht wird, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Männer und Frau, Christen und Buddhisten, Vegetarier und Carnivoren, Lila Pudel und Feministen, Blond und Dunkelhaarig usw..

Das ist ganz schön unterschiedlich.

Für drei Leute.

Advertisements