Gestern bei meinem ersten Heim-Weinfestbesuch bin ich direkt in den Dalberger Hof und habe den ganzen Abend dort verbracht, ohne einen „Rundgang“ über den Rest den Weinfestes getan zu haben.

Nach dem heutigen Fussballspiel haben meine Kinder und ich das nachgeholt. Bei diesem Rundgang hatte ich einen Flashback an eine Begebenheit, die mir und einigen Freunden vor mehr als 25 Jahren passiert ist. Wir fuhren nach Heidelberg und einer meiner Freunde war auf dem Rücksitz eingeschlafen. Als wir in Heidelberg am Hauptbahnhof standen, weckten wir Ihn und forderten Ihn auf, nach dem Weg nach Heidelberg zu fragen. Er der Forderung nach und ich werde den Blick des Befragten Heidelbergers niemals vergessen.

Heute kam ich in die Versuchung nach dem Weg zun Weinfest zu fragen, obwohl ich schon mittendrin stand.

Solch ein konzept-, zusammenhangs- und liebloses Fest ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Die Burg ist da wie immer aussen vor. Im Prinzip haben die Kneipen Stühle draussen stehen. Als Leistungsschau Wachenheims und des Wachenheimer Weines dient dieses Etwas mit Sicherheit nicht. Die Argumente sehe ich jetzt schon vor mir. Rheinland-Pfalz-Tag, Fussball WM, Wetter, alles fadenscheinige Entschuldigungen dafür, dass über Jahre hinweg ein Missmanagement stattfand, und ohne Rücksicht auf Veränderung der Besucherstruktur geschaltet und gewaltet wurde. Siehe auch die restliche Politik, die die Quittung von den Wählern bekam. Beim Weinfest erteilt der Besucher die Quittung und ist bestimmt nicht durch die immer gleichen Flammkuchen, Bratwürste und Schwenksteaks umzustimmen.

Ich hoffe, dass dieser Zustand 2010 nur ein Zwischenstadium der Verpuppung ist. Was dann rauskommt wird man sehen. Motte oder Schmetterling. Weinfest, Hoffest, nur Burgfest, Burgstrassenfest oder was auch immer.

Ich  drücke Wachenheim die Daumen und werde morgen wieder in den Dalberger Hof gehen, da stimmt zumindest das Ambiente!

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