Eine kurze Zeit lang hat uns das Gewitter, das gerade über Wachenheim tobt, vom Bloggen abgehalten. Jetzt sind wir wieder online, und es ist schon sehr weit nach Mitternacht. Da wir morgen alle wieder früh raus müssen – wie wahrscheinlich auch unsere Leser und Kommentierer – werden wir es wohl nicht schaffen, jeden Artikel des FWG-Blatts zu analysieren.

Als letzten Beitrag habe ich mir noch „FWG wieder einzige Quelle für Konzepte“ angesehen. Grund für diese Auswahl ist übrigens nicht, dass dieser Text von Boris Morell stammt (wie er gerade per Kommentar mitgeteilt hat). Vielmehr liegt es an der Tatsache, dass ich beruflich auch schon Konzepte für alles mögliche erstellt – und auch umgesetzt – habe. Daher bin ich interessiert, wie die FWG an so etwas herangeht.

Ein Unterschied zwischen dem FWG-Texte und meinen Konzepten fällt mir schon bei Überschrift und Textanfang auf : Ich habe meine Konzepte bisher nie mit Schimpftiraden eingeleitet. Das mag daran liegen, dass ich für die nicht-weiße Wirtschaft konzipiere und nicht in der Politik. Dieses Befremden beschränke ich aber ausdrücklich nicht auf die FWG. Schon vor über einem Jahr habe ich hier zum Wahlkampf gebloggt, dass mich nicht die Abgrenzung zum politischen Gegner interessiert, sondern die jeweils vertretenen Sachinhalte.

Und die habe ich mir im FWG-Konzept-Artikel jetzt mal angesehen. Family City Wachenheim klingt gut. Sie möchten unsere Stadt zum bevorzugten Wohnort für Eltern mit Kindern an der Mittelhardt machen. Der ausführlich beschriebene Restaurant-Tisch, der für Gäste mit Kinderwagen reserviert ist, wird da als Anreiz wohl nicht ausreichen. Als wir mit damals einem Kind nach Wachenheim gezogen sind, haben wir nicht auf Zertifikate geschaut. Wichtig war für uns die gute Stimmung im Neubaugebiet (von einem Kollegen explizit empfohlen), die hervorragende Grundschule, die gute Verkehrsanbindung und das Preis-Leistungs-Verhältnis des Wohnraums. Sie rufen ja am Ende des Familien-Artikels zum Dialog auf – vielleicht kommen da noch Vorschläge.  Ich finde Wachenheim grundsätzlich sehr familienfreundlich.

Das zweite Konzept-Kapitel widmet die FWG – vertreten durch den Autor und Vereinsvorsitzenden Boris Morell – der Wirtschaft. Hier verstehe ich aus dem Text, dass der Stadtrat den Wirtschaftsausschuss abgeschafft hat und dass dadurch in der Sichtweise der FWG bürokratische Hindernisse für Selbständige bestehen – oder habe ich diesen Zusammenhang falsch verstanden? Die geforderten bessere Rahmenbedingungen klingen immer gut, vielleicht etwas zu sehr nach Allgemeinplatz. Konkreter wird’s am Schluss des Kapitels. Da fordert die FWG Büroflächen für Dienstleistungs-Unternehmen. Hallo, steht nicht das Untergeschoss des Gebäudes gegenüber der Tankstelle leer, nachdem Janine Manz wegen Mieterhöhung ausgezogen ist? Und was soll der Stadtrat tun? Den Vermieter zur Vernunft bringen oder ein neues Bürogebäude errichten?

Bei Kultur schaue ich zuerst auf die Grafik. Die FWG hat einen sehr weiten Kulturbegriff, das finde ich gut. Dass ich bei „Umweltkultur“ zuerst an Petrischalen mit wuchernden Pilzkulturen denke, muss an meinem Biologiestudium liegen (und an unseren wechselnden Getränken…) Ansonsten bleibt dieser Abschnitt sehr abstrakt. Ob ich gerade die FWG bzw. den Autoren Boris Morell mit der geforderten politischen Kultur in Verbindung bringe? Ne, oder? Am Ende dieses Kapitels geht es um Weinkultur, und die FWG ruft wieder zu Vorschlägen aus der Bevölkerung auf. Liebe FWG, zählen Sie meine Vision zum Weinfest doch einfach als Vorschlag.

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