November 2010


Der frühere US-Präsident George W. Bush hat während des Präsidentschaftswahlkampfs einmal seinem Beleiter, ich glaube es war Dick Cheney, zugeraunt: „Oh no, there’s that asshole from the New York Times again.“ Dummerweise war das Mikrofon an seinem Revers noch offen und so konnte die Welt teilhaben an der niveauvollen Ausdrucksweise des damaligen Führers der freien Welt.
Doch wer hat sich in dieser Situation schlecht benommen? Bush oder das Mikrofon? Oder gar „that asshole“?

Bei den Enthüllungen von Wikileaks geht es für mich um eine ähnliche Fragestellung. Klar, das Wohlergehen von Menschen, die Informationen preisgeben, darf niemals beeinträchtigt werden. Nirgendwo.
Doch unter den unzähligen trivialen Informationen – das Berlusconi inkompetent und aufgeblasen ist, ahnten wir auch ohne Wikileaks – gibt es ja auch erschreckende Neuigkeiten: Außenministerin Clinton lässt UN-Diplomaten ausspionieren, ein Saudischer Scheich drängt die Amrikaner zum Miltärschlag gegen den Iran, die ach so friedliebenden Chinesen vermitteln Raketengeschäfte zwischen Nordkorea und dem Iran…

Wer handelt hier falsch? Die, die hinter den Kulissen Unerhörtes tun oder anordnen? Oder jene, die es öffentlich machen?

Sicher verändern die Leaks, die undichten Stellen, die findige Menschen immer wieder aufdecken werden, wohl nicht die große Politik und machen aus Diplomaten wahrhafte Menschen, die Klartext sprechen. Vielleicht verändern sie lediglich die Art, wie Hinterzimmerdeals und Bespitzelungen dokumentiert werden. In jedem Fall haben die Mächtigen der Welt und ihre Dienste jetzt im Hinterkopf, dass alles, was sie treiben öffentlich werden könnte.

Wenn die Wichtigen der Welt in Zukunft also nicht möchten, dass unsaubere Machenschaften in die Öffentlichkeit geraten, gibt es wohl nur ein Gegenmittel: keine unsauberen Machenschaften anzetteln.

Die weltweiten Reaktionen sind aufschlussreich: In China erfährt die Öffentlichkeit erwartungsgemäß gar nichts von Wikileaks. Die Webseite ist selbstredend geblockt. In Russland erfährt man viel, aber nichts, was Russland betrifft, bei uns weidet man sich an den belanglosen Beurteilungen unseres politischen Spitzenpersonals, aber in den USA findet man, dass das Mikrofon der Böse ist.

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So heute gab es die ersten Schneeflocken und damit hat auch der letzte Sommermensch gemerkt, daß die besinnliche Jahreszeit begonnen hat. Seit dem letzten Wochenende laufen zudem die ersten Weihnachtsmärkte, also steht das Christkind vor der Tür. So richten auch die verschiedensten Schulen Ihre Weihnachtsmärkte aus und ich lege Ihnen einen ganz goldigen ans Herz.

Die Freie Goethe-Schule in Neustadt richtet am Samstag ab 11.00 Uhr den jährlichen Weihnachtsbasar aus. Diese Waldorf-Schule hat ein ganzes Potpurri an wunderschönen Sachen, die der ganzen Familien Freude machen und vorweihnachtliche Stimmung verbreiten.

Es werden Kerzen gezogen, Waffeln verkauft, tolle individuelle Adventskränze, die man selbst zusammenstellen kann, und Baumschmuck feilgeboten, Püppchen etc..  Alles handgemacht, bzw. von Schülern, Eltern und Lehrern mit größter Sorgfalt und Liebe zum Detail hergestellt.

Ausserdem findet für Interessierte ab o8.00 Uhr freier Unterricht für die  Klassen 5 – 8 statt, für Eltern und Kinder, um sich eventuell einen Eindruck über die Schule und den Ansatz der Waldorf-Pädagogik zu holen.

Kommen Sie. Es lohnt sich wirklich.

Das sympathische und Wärme verbreitende Schulhaus ist in der Maximillianstraße 16 und freut sich auf Ihren Besuch!

Heute war ja einiges Los auf dem Wachtenblog. Da haben es sich zwei mal so richtig gegeben. Soweit, dass eine ganze Artikelstrecke mit Kommentaren von den Bloggern aus dem Blog herausgenommen wurde, um unbeteiligte Dritte nicht zu Kollateralgeschädigten werden zu lassen.

Das Herausnehmen der Diskussion ist einstimmig von Achim und mir beschlossen worden, auf Vorschlag von Achim,dessen Begründung und Motivation zur Herausnahme ich höchsten Respekt zolle.

Ich gebe zu, es geschah mit einem gewissen Zähneknirschen, da diese Entscheidung an die Grundfeste meiner Überzeugungen und Wertvorstellungen  ging.

Es geschah nicht wegen einer Änderung meiner Meinung zum diskutierten Thema und nicht aus Rücksicht auf einen Protagonisten.

 

 

 

 

 

 

Liebe Wachtenblogleser,

wie sich offenbar rumgesprochen hat, gibt es auf unserem Blog gerade eine lebhafte Diskussion. Auf unserem Blog ist uns Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt wichtig, jedoch nicht um jeden Preis. Unfrieden zu stiften, gehört nicht zu den Zielen des Wachtenblogs. Da die Diskussion nun eskalierte, habe ich sie von der Seite genommen. Zum Kern der Diskussion, in der es ja auch um mich ging, hier eine Klarstellung.

Schon bevor ich als freier Mitarbeiter für die Rheinpfalz tätig wurde, habe ich in Wachenheim klar Stellung gegen einen Supermarkt im Pfortenstück bezogen. Gleich zu Beginn meiner freien Mitarbeit habe ich deshalb darum gebeten, nicht zu lokalpolitischen Themen in Wachenheim eingesetzt zu werden. Die wenigen Gelegenheiten, zu denen ich in den vergangenen Jahren aus dem Stadt- oder Verbandsgemeinderat für die Zeitung berichtet habe, waren die Folge von Erkrankungen der eigentlich vorgesehenen Mitarbeiter. Ich bin überzeugt, dass die Berichte von diesen Sitzungen den Namen verdienen: sachliche Zusammenfassungen ohne eigene Wertungen.

Auf dem Wachtenblog widmen wir uns sehr bewusst auch der Politik vor Ort. Dabei geht es uns in keiner Weise um die Diffamierung einzelner Personen. Sollten ihre Aussagen jedoch unserer Auffassung nach falsch in Inhalt oder Form sein, stellen wir dem unsere Sicht der Dinge entgegen. Ich sehe dabei keine Vermischung meiner freien Mitarbeit für eine Lokalzeitung und meiner Meinungsäußerung im Blog.

Vielleicht sollten wir alle mal tief durchschnaufen, uns nicht ganz so wichtig nehmen und, ja, warum nicht von Angesicht zu Angesicht miteinander kommunizieren.

War das ein toller Abend gestern in der Kulturscheune des Weinguts Bürklin-Wolf! Christian „Chako“ Habekost begeisterte mit seinem Soloprogramm „de {Aller}Ärgschd“, einer tollen Mischung aus Comedy, politischem Kabarett und pfälzischer Wortakrobatik. Ich kann mich nicht erinnern, mal an einem Abend so viel gelacht zu haben. Und das auch noch für einen guten Zweck: Veranstalter war der  Förderverein der Wachenheimer Grundschule, und so kommt der gesamte Erlös den Schülern zu Gute.

Die Kulturscheune war mit 450 Leuten ausverkauft, die Nachfrage nach Karten war sogar noch größer. Aus der gesamten Kurpfalz waren Gäste gekommen, und sie erlebten unsere Stadt von ihrer besten Seite. Der Abend war nicht nur extrem unterhaltsam, sondern hatte für mich auch diese spezielle Wachenheimer Magie, die ich auch auf dem Kräutermarkt und bei den Sommerlichen Begegnungen spüre.

Das fing schon weit vor dem eigentlichen Programm an. Wo man sonst etwas gelangweilt zwischen lauter Unbekannten herumsitzt, gab es hier nicht nur guten Wein von Bürklin-Wolf und liebevoll zubereitete Snacks, sondern auch Gespräche mit tollen Leute, deretwegen allein sich das Kommen schon gelohnt hätte.

Wahrscheinlich übertrug sich die gute Stimmung in der Kulturscheune auch auf Christian Habekost, denn der legte gleich mit viel Energie los. Schon der erste Programmpunkt ließ ihm die Herzen zufliegen: ein wortgewandtes Loblied auf Kultur und Sprache der Pfalz. Das hätte ich eigentlich für Frank mitschneiden müssen, der leider nicht da sein konnte. Am köstlichsten fand ich folgende These: Laut Chako rächen sich die Pfälzer an den Franzosen für jahrhundertelangen kriegerischen Zwietracht, indem sie heute französische Vornahmen gnadenlos pfälzisch aussprechen.

Schön war auch der Moment, als Chako vom „charakthysterischen Lachen“ der weiblichen Gäste schwärmte. Da fühlte nicht nur ich mich angesprochen, sondern auch einige Damen um mich herum. Was uns aber nicht davon abgehalten hat, unser Begeisterung weiter Ausdruck zu verleihen.

Zwischen die Comedy-Teile streute Chako Elemente aus dem Kabarett, philosophierte scharfzüngig über Bildungsmisere, Bankenwesen, Erziehung zum Konsum. Mehr will ich hier gar nicht über das Programm verraten, denn wer es verpasst hat, der interessiert sich entweder nicht für Lustiges auf der Bühne, oder er sollte sich unbedingt einen der anderen Auftritte in der Region ansehen. Und wer Glück hat, erwischt dabei vielleicht eine ähnlich gute Stimmung im Publikum wie bei uns in Wachenheim.

Am Ende des Programm gab es wahrscheinlich nur aus einem Grund (fast) keine stehenden Ovationen: Im Sitzen lässt es sich besser mit den Füßen trampeln, und die hölzernen Dielen der Kulturscheune geben einen hervorragenden Resonanzkörper ab.

Das schien auch für Chako über das Gewohnte hinauszugehen. Er wirkte schon ein bisschen gerührt, als er sich vor der Zugabe (einer Wieder-Auferstehung des „Reverend“) bei den Organisatoren bedankte. Da er dabei meinen Mann versehentlich zum Ideengeber machte, zähle ich hier einfach mal auf, wer uns hinter den Kulissen den wundervollen Abend ermöglicht hat (und ich entschuldige mich schon für alles, was ich dabei vergesse):

  • Uwe Nonnenmacher hatte die Idee, dass ein Comedy-Abend einträglicher sein müsste als Waffelbacken und Kuchenverkaufen
  • Der Vorstand des Grundschul-Fördervereins unter Führung von Elke Honzen und ihrem Stellvertreter Jürgen Hübers stemmten die gesamte Organisation (und das umfasst sicher mehr Details, als sich jemand vorstellen kann, der das noch nie gemacht hat)
  • Achim Wagner stellte den Kontakt zu Christian Habekost her und initierte Berichte in papiernen und elektronischen Medien
  • Anne Gress, die Agentin von Christian Habekost, machte das Gastspiel zum gewünschten Termin möglich
  • Familie Dialios vom Restaurant El Greco und Stefan Pflüger vom Cafe Schellack übernahmen mit ihren Mitarbeitern den Kartenvorverkauf
  • Bettina Bürklin-von Gurazde öffnete kostenlos ihre Kulturscheune für die Veranstaltung und überließ dem Förderverein die verkauften Getränke zum Selbstkostenpreis
  • Das El Greco und der Caterer der SAP-Arena (den Namen kenne ich leider nicht) stifteten die Snacks (die mediterrane Schälchen waren sehr lecker, und das Chili im Brottopf sah toll aus – soweit ich das als Vegetarierin beurteilen kann)
  • Iris Diehl säumte den Weg zur Halle mit Laternen und sorgte für das Grün auf  der Bühne
  • Die Mannen des städtischen Bauhofs schleppten die 450 Stühle heran
  • Der Vorstand und viele weitere Mitglieder des Fördervereins begrüßten am Samstag die Gäste am Eingang, verkauften Speisen und Getränke, räumten die abgestellten Gläser weg – und wirkten dabei bewundernswert locker und fröhlich.

Insgesamt schätze ich, dass sich mehr als 30 Leute ehrenamtlich für diesen Abend eingesetzt haben. Wenn man erlebt hat, wie reibungslos alles geklappt hat und wie herzlich und entspannt die Stimmung war, kann man sich nicht vorstellen, dass es für die meisten die ersten Veranstaltung dieser Größenordnung war.

Ich glaube, es gibt einen Grund, warum so etwas in unserer Stadt möglich ist. Wachenheimer Magie habe ich es oben genannt. Die hat etwas mit der Großzügigkeit zu tun und mit einem Netzwerk von Menschen, die gemeinsame Ziele haben. Je weniger Parteipolitik eine Rolle spielt, desto besser. Ich glaube, man kann es sogar in einer Formel darstellen:


Es war einmal, bei einem kleinen Dorf, an einem kleinen Fluss…

ein Fuchs, der den Fluss überqueren wollte. Deshalb stand er am Ufer des Flusses und hielt nach der geeignetesten Stelle Ausschau, wo er am einfachsten an das andere Ufer käme. Da kam ein Skorpion in die Nähe des Fuchses. Der Fuchs wich zurück, doch der Skorpion sprach ihn an und sagte:

„Fuchs, du willst doch über den Fluss?“

Der Fuchs antwortete: „Das ist richtig Skorpion, aber warum fragst Du?“

„Ich möchte, dass du mich mitnimmst, ich muss auch an das andere Ufer. Du kannst mich auf deinen Rücken nehmen und so kämen wir beide sicher auf die andere Seite!“ antwortete der Skorpion.

Der Fuchs lachte und erwiderte: „Bist du verrückt? Ich nehme Dich auf den Rücken und du stichst mich. Ich würde sterben!!“

„Obwohl du ein Fuchs bist, bist du nicht sehr schlau! Wenn wir gemeinsam über den Fluss schwimmen, ich auf deinem Rücken, und ich stäche Dich, stürben wir beide, da wir beide ertränken. Also warum sollte ich das tun?! Ich will über den Fluss!!“

Dieses Argument überzeugte den Fuchs und seine Angst verschwand. Der Skorpion kletterte auf seinen Rücken und der Fuchs fing an zu schwimmen. Plötzlich mitten auf dem Fluss stach der Skorpion mit aller Gewalt zu. Das Gift strömte sofort durch den Körper des Fuchses und er spürte den nahen Tod.

„Warum hast du das getan, du böser hinterhältiger Skorpion. Du hast mir gesagt, du wolltest mich nicht stechen. Ich habe dir vertraut und jetzt müssen wir beide sterben!!!“

Und mit seinem letzten Atemzug antwortete der Skorpion:

„Ich bin ein Skorpion. Ein Skorpion muss stechen!“

Ich erzähle diese Fabel, damit die Skorpione sehen und verstehen, dass es mittlerweile Füchse gibt, die die Skorpione durchschaut haben. Sie werden nicht mehr von den Füchsen auf den Rücken genommen. Sie haben gelernt die Füchse und haben alle anderen Tiere über das Wesen des Skorpiones informiert. Sie sind sogar dermassen clever, dass sie die Skorpione in die Nähe von Feuern locken, damit sie sich wärmen können, denn die Skorpione haben ja kein Fell, sondern einen Panzer, wie die Insekten. Da die Skorpione nicht nur hinterhältig, sondern auch maßlos sind, wollen Sie immer näher an das wärmende Feuer.Das hält aber der Panzer nicht aus,  und da sie kein Rückgrat haben, krümmt sich der Skorpion bis zum Schwanz und sticht sich zuletzt selbst. Und das Gift, das normalerweise anderen eingestochen wird, rafft sie selbst dahin.

Und :

Das andere Ufer werden Sie nie erreichen…, nicht solange es Füchse gibt!

….wird aufgeklärt

Isch muss mer jedsd e mol Luft mache.

Moi Kinner gehn alle drei in Neistadt uff die Schul. Deswege faare se jeden Morge mitm Fahrrad an de Bohnhof in Wacherem. Unn jedie Woch sinn so hundgemoine Dreggsäck unn Hutsimbel unnerwegs, die nix onneres zu due hawwe, wie de Kinner die Fahrräder kabbudd zu mache. Geschtern hamse moine Dochder alle zwee Räfe blatt gschtoche. Do warn schunn de Saddel geklaut, die Bremse durschgschnitte, die Kett runnergemacht usw. Nedd bloss bei moine, bei viele onnere aa.

Hot des gemoine faule Lumpepack nix besseres zu due, wie Zeig von onnere kabbudd zu mache? Die ham doch känn Reschpegd mehr, vorm Eigetum vunn onnere. So Babbsäck, denne kehrt de Arsch versohlt bis er glieht, die keern schaffe gelosst bis die Finger bluude. Unn wonn se frooge warum, glei nochemol druff bis se grinse!

Kennt do vielleischt nett ä mol die Gemoinde was unnerneemme? Mol so än Beowachter hieschicke, oder ä Komeraaddrapp uffhenge, oder irgendwas. Die Bleedkepp geh  mer jo sowas vunn uff de Zinder!

So, jedsd geht mers besser, des hot emol rausgemisst!

 

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