Vor vier Jahren wurde bei uns eingebrochen. In den Straßen lag der Sperrmüll noch am Abend, der laut Müllkalender schon hätte abgeholt sein müssen. Und so kreisten auch die rußenden Kleintransporter der Sperrmüllfledderer noch im Minutentakt durchs Neubaugebiet. Da fällt es nicht auf, wenn mal ein Lieferwagen im Dunkeln stehen bleibt, sagte uns damals einer der Polizisten, die den Einbruch aufnahmen. Es gab damals auch andere Einbrüche und Einbruchsversuche an diesem Abend oder am Abend zuvor.

Jetzt gab es wieder einen Einbruch zur Sperrmüllzeit. Wieder lag der Sperrmüll, der laut Müllkalender am Freitag abgefahren werden sollte, noch in der Nacht zum Samstag und wieder fuhren auch Kleintransporter durch Neubaugebiet. Anders als wir damals waren die Bewohner des Hauses aber sogar zu Hause! Vor der Tür standen Autos.

Herbstsperrmüll als Einbruchszeit – Zufall oder Zusammenhang? Hier im Neubaugebiet sieht es nach letzterem aus. Insofern wäre es schön, wenn der Entsorger sich etwas preußischer an den ausgedruckten Abfuhrtermin halten würde. Selbst wenn die Sperrmüllsammler alle nur hinter Abgelegtem her sind – dass sie zwei mal im Jahr für drei, vier Tage die Luft mit Gefährten verpesten, die hiesige TÜV-Prüfer nicht mal mehr vom Prüfstand fahren lassen würden, reicht völlig. Anders als der Entsorger sind die Fledderer auf den Sperrmülltermin eingestellt und bestens organisiert. Eine pünktliche Abfuhr würde das Spektakel um einen Tag verkürzen. Von dem Gefühl, dass man besser möglichst offensichtlich zu Hause sein sollte, wenn Sperrmüll und Dunkelheit aufeinander treffen, einmal ganz abgesehen.

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