Auf Facebook hatte ich ein kleines Dialekt Scharmützel mit Leuten, die der pfälzischen Hochsprache nicht mächtig sind. Es tauchte scherzhafterweise die Frage auf, ob wir hier im Süden überhaupt Schulunterricht hätten. Das hat meiner lokalpatriotischen Seele keine Ruhe gelassen und ich habe auf pfälzisch befeuert, was zu befeuern war.

Meine Diskussionspartner haben letztendlich die Überlegenheit des Homo palatinatus vulgaris anerkannt und gaben die Diskussion auf.

Was mir aber zu denken gibt, ist das schlechte Bild, das der pfälzische Dialekt in der Öffentlichkeit hat, bzw. über seine Sprecher vermittelt. Die Pfalz hatte ja durchaus einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Deutschen Wesens, Hambacher Schloss, Lieselotte, Kohl, Wein. Aber ähnlich wie die Sachsen, die ja sogar England zivilisiert haben, die Royal Family kommt aus Sachsen, und in Deutschland jahrhundertelang leitkulturell waren, bekommt der Pfälzer sprachlich keinen Fuß auf den Boden.

Bei vorwiegend im Hochdeutschen gefeierten Parties mache ich mir als den Spaß, und rede im Dialekt, so breit wie es nur irgend möglich ist. Und die Reaktion bei den Leuten ist immer die Gleiche. Hauptsächlich Mann versucht dann in einem hahnebüchenen Pseudodialekt meinen reinen Dialekt nachzuahmen und sich auf Kosten meines Dialektes zu belustigen.

Diesen Mechanismus habe ich noch nicht ganz verstanden, fühle mich dann aber wie ein Fremder im eigenen Land. Was noch mehr Ansporn und Verpflichtung für mich ist, unseren so schönen und pointierten Dialekt zu hegen und zu pflegen.

Und wäre Luther Pfälzer gewesen, sprächen heute alle Pfälzer und der Rest der Republik hochdeitsch.

In diesem Sinne, eine frohe Woche!!

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