Dezember 2010


Was für eine wunderbare Weihnachtszeit! Ich hoffe, alle Wachenheimer – und auch die Wachtenblog-Leser von außerhalb – haben die Feiertage so genossen wie wir.

Ich finde, für Wachenheim ist es ein spezielles Weihnachten. Nicht nur, weil es wohl nicht mehr weißer werden kann als dieses Jahr. Das Besondere fing schon im Advent an – mit den „Wachenheimer Sternstunden“. Die Idee der Initiatorinnen Christiane Wolf, Gabriele Popp, Isabel Lübke und Christel Heilig: Sie luden alle Wachenheimer ein, sich gemeinsam auf Weihnachten einzustimmen. Als Symbol wählten sie Herrnhuter Sterne,  ein traditionsreiches Produkt der Herrnhuter Brüdergemeinde, einer evangelischen Freikirche.

Die Geschichte der Herrnhuter Sterne begann vor fast 200 Jahren in einem Internat, das Kinder von Missionaren beherbergte. Dort bauten die Schüler in der Vorweihnachtszeit gemeinsam die Sterne zusammen – deren anspruchsvolle Geometrie sie zuvor im Mathematikunterricht durchgenommen hatten. Da auch aus den Internatskindern viele Missionare hervorgingen, trugen sie nicht nur ihre Relgion, sondern auch die Sterne in die Welt.

Jetzt bin ich als Buddhistin ziemlich resistent gegen christliche Missionierung. Abgesehen davon, dass der Buddhismus atheistisch ist, sind sich aber viele Werte beider Religionen recht ähnlich. Daher ignorieren wir auch das Weihnachtsfest nicht – und unsere Kinder kennen nicht nur Wunschzettel, sondern auch die Weihnachtsgeschichte. Vor diesem Hintergrund schätze ich die Idee der Wachenheimer Sternstunden sehr, sich unter dem Zeichen des Herrnhuter Sterns mit dem Inhalt des Weihnachtsfest zu beschäftigen.

Zumal davon auch ein Signal zur Einigkeit in Wachenheim ausgehen sollte. Das zeigt sich zum einen durch das einheitliche Symbol – allein heute auf meinen Rückweg vom Rodeln habe ich elf der etwa 50 Sterne in Wachenheim gesehen. Viel mehr wurde das auch deutlich durch die begleitenden Aktionen, den eigentlichen Sternstunden. Von der Begegnung alter und junger Menschen im Bürgerspital über Treffen in der Nachbarschaft bis zur Plätzchentauschbörse in der Kulturey.

Nächstes Jahr geht die Aktion weiter – zum einen mit einem festlichen Ausklang im Bürgerspital am 9. Januar, zum anderen mit einer Neuauflage im Advent 2011. Vielleicht werfen wir dann auch unseren Grundsatz „keine elektrische Weihnachtsbeleuchtung“ über Bord und bestellen einen Stern. Mit unserem Buddha wird er sich wohl schon vertragen.

Noch etwas ist besonders an diesem Weihnachten in Wachenheim: Die Pfadfinder haben meinen Vorschlag im Wachtenblog aufgegriffen und führen diesen Winter erstmals eine Weihnachtsbaumsammlung durch. Yippieh!

Über die vergangenen Jahre haben wir alle möglichen Wege erprobt, die festliche Botanik zu den Containern am alten Galgen zu bringen: zu Fuß hinter sich herschleifen (die Arme werden immer länger), ins Auto packen (die letzten Nadeln haben wir im Sommerurlaub aus dem Kofferraum gesammelt), auf den Schlitten schnallen (bei Tiefschnee tut es dem Schlitten nicht gut). Auch die Entsorgung über die Biotonne oder den Grill ist nicht wirklich praktisch. So bin ich den Pfadfindern sehr, sehr dankbar, dass wir den Baum jetzt nur noch vor die Haustür bringen müssen!

Wer mitmachen will: Den Baum am Samstag, 8. Januar, ab 10 Uhr sichtbar (hmm,  wie sonst?) an die Straße stellen. Und die Pfadfinder mit einer kleinen oder größeren Spende für ihre gute Tat belohnen (direkt beim Sammeln oder per Überweisung). Wichtig ist das aus zwei Gründen: Zum einen können sie Unterstützung gebrauchen, um zu einem weltweiten Pfadfinder-Lager fahren zu können (siehe Wachtenblog-Gastbeitrag im November). Zum anderen sollte sich die Aktion für die jungen Leute so lohnen, dass es sich als dauerhaftes Angebot etabliert.

Auf dass diesen Winter zwei neue Weihnachts-Traditionen in Wachenheim beginnen!

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Das Göttliche.

Edel sey der Mensch,
Hülfreich und gut!
Denn das allein
Unterscheidet ihn,Von allen Wesen,

Die wir kennen. 

Heil den unbekannten
Höhern Wesen,
Die wir ahnden!

Sein Beyspiel lehr’ uns
Jene glauben.

Denn unfühlend
Ist die Natur:
Es leuchtet die Sonne

Über Bös’ und Gute,
Und dem Verbrecher
Glänzen wie dem Besten
Der Mond und die Sterne.

Wind und Ströme,

Donner und Hagel
Rauschen ihren Weg,
Und ergreifen,
Vorüber eilend,
Einen um den andern.

Auch so das Glück
Tappt unter die Menge,
Faßt bald des Knaben
Lockige Unschuld,
Bald auch den kahlen

Schuldigen Scheitel.

Nach ewigen, ehrnen,
Großen Gesetzen,
Müssen wir alle
Unseres Daseyns

Kreise vollenden.

Nur allein der Mensch
Vermag das Unmögliche:
Er unterscheidet,
Wählet und richtet;

Er kann dem Augenblick
Dauer verleihen.

Er allein darf
Den Guten lohnen,
Den Bösen strafen;

Heilen und retten
Alles Irrende, Schweifende
Nützlich verbinden.

Und wir verehren
Die Unsterblichen,

Als wären sie Menschen,
Thäten im Großen,
Was der Beste im Kleinen
Thut oder möchte.

Der edle Mensch

Sey hülfreich und gut!
Unermüdlich schaff’ er
Das Nützliche, Rechte,
Sey uns ein Vorbild
Jener geahndeten Wesen!

Liebe Leser!

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich ein frohes und besinnliches Fest, mit viel Liebe und Harmonie.

Frank Mehlmer

Seit fast zwei Stunden ist sie vorbei, die Gelegenheit für einen gemeinsamen Abend der Wachtenblogger mit Boris Morell. Zur Erinnerung: Im November hatten wir eine lebhafte Diskussion auf dem Wachtenblog.  Achim hatte sie mit einem Klartext abgeschlossen, worauf Boris Morell uns im Kommentar zu einer Aussprache einlud. Ort und Termin wollten wir im Wachtenblog bekannt geben.

Da wir alle im Moment eine Menge um die Ohren haben (Jobs, Kinder, Projekte – und dann war da noch was am 24.), hat es eine Weile gedauert, bis wir nach Rücksprache mit unserer Babysitterin drei Termine zur Auswahl stellen konnten. Am 3. Dezember habe ich die Abfrage mit drei Terminen rumgeschickt. Nach Franks Rückmeldung einen Tag später war nur noch der 20. Dezember als Terminvorschlag übrig. Leider haben wir von Boris Morell nichts gehört. Weder auf mein Mail noch auf Nachfrage über den Wachtenblog kam eine Reaktion.

Lag es an der vorweihnachtlichen Hektik? Oder waren wir drei ihm nicht genug? In einem weiteren Kommentar wiederholte Boris Morell seine Forderung nach einem Gespräch mit Bürgermeister Torsten Bechtel sowie Vertretern von CDU und Wachenheimer Liste. Mal ganz davon abgesehen, dass ich diese Forderung immer noch nicht ganz verstehe – FWG-Gesprächspartner auf Augenhöhe von Bürgermeister und Stadträten müsste ja die Fraktionsvorsitzende Nicola Räch sein – wir Wachtenblogger möchten uns nicht für eine versteckte Agenda instrumentalisieren lassen. Außerdem scheint es ja schon schwierig genug zu sein, für vier Teilnehmer einen Termin zu organisieren.

Lieber Boris Morell, wenn Sie nach wie vor an einem Gespräch mit den Wachtenbloggern interessiert sind, können wir gerne einen Termin nach Dreikönig ins Auge fassen. Diesmal wäre es allerdings nett, wenn die Terminvorschläge von Ihnen kämen.

Gestern und heute lag in den Wachenheimer Briefkästen das Werbe-Flugblatt der Wachenheimer CDU, der Bürgermeister-Partei. Im ersten Überfliegen macht das Flugblatt einen freundlichen und versöhnlichen Eindruck , die CDU gibt sich Mühe, sich von den agressiveren Werbezeitschriften anderer örtlichen Parteien abzuheben. Bei näherer Betrachtung sind doch einige Punkte auffällig, die, angesprochen und diskutiert sein sollten.

Laut des Flugblatts scheint Wachenheim eine Stadt, in der es möglich ist, den Strom, den man verbraucht, ab 2011 zu 100% aus Wasser-generiertem Strom zu gewinnen. Ist es aber nicht so, dass lediglich ein Anteil des Gesamtstrombedarfs aus Hydrostrom abgedeckt wird und der Rest vom Stuttgarter Versorger kommt? Sollte dem so sein, ist die Formulierung, die hier gewählt wurde etwas unglücklich, bzw. suggestiv.

Auch die CDU zielt, ähnlich wie unsere Freunde der FWG darauf ab, dass Wachenheim eine familienfreundliche Stadt sei, was sie in der Tat ja auch ist. Ist es nicht aber so, dass ein Großteil der Grundlagen dafür, vom politischen Vorgänger gelegt wurden? In diesem Fall doch bitte Ehre, wem Ehre gebührt. Insbesondere beim Hort ist es der Fall, dass dieser von Herrn Nagel unter Einsatz aller fairer und unfairer Mittel durchgepeitscht wurde. Stilistisch fragwürdig, aber erfolgreich. Jetzt geht die CDU hin und verleibt sich alleinig die Lorbeeren für die Kinderfreundlichkeit ein.

Seit Jahren steht im Haushalt ein Posten für einen Skaterpark. Aber es passiert so gut wie nichts in dieser Richtung. Jetzt liest man von einer Anbindung an den Moutainbikepark Pfälzer Wald, mit Kosten von €16.000, -. Jährlich wohlgemerkt. Sollte hier nicht die Kinderfreundlichkeit den eigenen Kindern gegenüber Vorrang haben? Jedoch,  bin ich mir sicher, wird ein Teil der Strecke direkt an der Burg angebunden sein. Die neuen Toilettenanlagen  und Lagerräume, die großzügig von den Wachenheimern mit 336TSD Euro unterstützt werden, müssen ja ausgelastet werden, damit die Kosten pro Gast-Kopf nicht ganz so hoch sind. Ein Container zu kaufen kostet ca. €1000, – und der hält Jahre, eine schöne Holzverkleidung für den Container kostet vielleicht €2000, -. Wieviel führt der Betreiber der Burgschänke, der der große Nutzniesser dieser Einrichtung sein wird, von seinem Gewinn eigentlich an die Stadt ab, neben den normalen Abgaben, die jeder Gewerbetreibende hat? Diese Unterstützung durch die Bürger muss ihm doch etwas wert sein!?

Und der Ideenwettbewerb fürs Pfortenstück ist wirklich eine gute Sache!

Allerdings bleibt abzuwarten, inwieweit die am Wettbewerb teilnehmenden Studenten in Ihrer Gestaltung frei sind, oder ob Ihnen enge Vorgaben für die Art der Bebauung gemacht werden. Das gibt eine spannende Geschichte. Insbesondere auch für die Nutzung der anderen Bauwerke und Plätze im Ort, die sich zur Zeit noch im Dornröschenschlaf befinden.(Wie wäre es denn mit einem Zunftkaufhaus im Kolbschen Hof mit integriertem Hotel?)

Ich bin gespannt und neugierig was die CDU von Ihren hehren Absichten realisieren kann und wird.

„Wir wollen nicht alles anders, aber vieles besser machen“, da war doch mal was?!

 

Heute kam es in Wachenheim zu einem unglaublichen Vorfall von Exhibitionismus und damit einhergehender Zivilcourage einer ca. 60 Jahre alten Dame mit Hund. Im Wohngebiet auf der Höh, genauer Im Höhnhausen, zeigte sich heute der stadtbekannte und schon mehrfach auffällig gewordene Exhibitionist Peter Kuhl. Mitten auf einem Privatgrundstück entblösste sich Kuhl völlig und zeigte sein erigiertes Gemächt in Form einer mutierten Karotte den vorbei defilierenden Schneewanderern.

Eine unglaublich couragierte ältere Dame, die mit Ihrem Hund, einem Golden Retriever, eben dort spazieren ging, zeigte sodann, was es heisst Zivilcourage zu haben. Sie betrat kurzentschlossen das fremde Grundstück, ging ca. 20 m hinein, ließ Ihren Hund auf Herrn Kuhl los, der völlig erstarrt wirkte. Der Hund sprang an Ihm hoch, dass Kuhl fast der Kopf abfiel, ließ den Hund an Kuhl pinkeln und nun der Höhepunkt, mit einem beherzten Schnapp, biss der Hund Kuhl das Gemächt ab und verschlang es schmatzend. Herr Kuhl war nun in völliger Schockstarre und konnte noch nicht einmal den mitgeführten Besen zur Verteidigung einsetzen. Erst das Eingreifen eines Anwohners veranlasste die Frau den Hund zurückzuziehen, der ja die ganze Zeit angeleint war. Die Frau besaß soviel Courage, sich selbst in die Reichweite Kuhls zu begeben.

Nach Recherche, wer die Frau war, hörte ich Sie sei sehr stark in der örtlichen katholischen Kirche engagiert. Seit dem bin ich total beruhigt, so unserer Kinder wegen und deren Missbrauch. Denn so wie diese Frau aufgetreten ist, liesse sie bestimmt Ihren Hund auch auf den Pfarrer los, wenn der, na Sie wissen schon, was ich meine.

Das nenne ich beispielhafte Zivilcourage. Bravo!!

Ein Thema, das uns diese Tage immer wieder berührt, ist die Räumpflicht für Gehwege und Strassen, die den Anwohnern obliegt. Bis morgens um 07.00 Uhr, ist der pflichtbewusste Bürger verpflichtet seinen Gehweg und die angrenzende Strasse von Schnee und Eis zu befreien.

Seit zwei Wochen gilt in Deutschland die Winterreifenpflicht, die den Auto fahrenden Bürger verpflichtet Winterreifen auf sein Auto zu montieren.

Es ist in der Welt ein einmaliger Vorgang, dass Bürger für einen solch fragwürdigen Aktionismus eine Frist gesetzt bekommen, unabhängig von Alter, Gesundheitszustand etc. Ein Redakteur der Rheinpfalz hat zu diesem Thema einen wunderbaren Artikel geschrieben, der den Amtsschimmel laut wiehern ließ. Deshalb ist dies nicht mein Thema, das ist schon andiskutiert.

Aber.

Winterreifen braucht man, um den winterlichen Straßenverhältnissen angepasst verkehrssicher fahren zu können. Sie verkürzen den Bremsweg, erhöhen die Haftung, wobei die der Versicherungen gemindert wird, wen man keine benutzt, Lobby ich hör dich lachen… Soweit so gut.

Ich setze voraus, dass die obengenannten Städte, Gemeinden, Länder und der Bund, die gleichen Pflichten haben, wie der Bürger, Sie dienen ihm ja und agieren für das Gemeinwohl. Wenn nun bis sieben Uhr morgens die Strassen nicht geräumt sind, die in jenen Verantwortungsbereichen liegen und auf Grund der Glätte ein Unfall passiert, haftet der Verkehrsteilnehmer, der gerutscht ist.

Die Gemeinde ist da raus.

Doppelt gekniffen ist er, der Bürger, wenn die segensbringenden Winterreifen nicht angebracht sind, da in diesem Fall schon eine Teilschuld angenommen wird, selbst wenn objektiv kein schuldhaftes Verhalten vorliegt.

U((m)n)gekehrt ist es jedoch so, dass man als Hausbesitzer selbst dann für Eis und Schnee auf seinem Gehweg haftet, wenn Gräfin Maritza in Stöckelschuhen ausrutscht und sich den Fuß bricht, oder ein Jugendlicher in profillosen Sneakers den Coolen macht und im Hospital landet.

Dies ist hochgradig verfassungswidrig, das Gleichheitsprinzip im Grundgesetz ist massiv verletzt, und deshalb verlange ich, analog zur Winterreifen-Regelung eine Regelung für den Einsatz von wintergemässem Schuhwerk, unter besonderer Berücksichtigung der Profiltiefe, Materialbeschaffenheit und Spröde der Sohle. Diese wintergemässen Sohlen sind weithin sichtbar zu kennzeichnen. Die Benutzung hat bei Temperaturen von höchsten 8° zu erfolgen. Ein Bußgeldkatalog ist zu erarbeiten. Mit den Versicherungen werden die Klauseln diskutiert.

Als M+S-Kennzeichnung schlage ich übrigens einen roten Tupfen vor. Da kann man dann erkennen, wo der Schuh steckt, wenn man dem Amtsschimmel so heftig in den Allerwertesten getreten hat, dass der wintertaugliche Schuh stecken geblieben ist.

Gut Schipp!

Als ich heute bei der Feuerwehr auf die Friedelsheimer Straße abbog, waren Telekomer gerade dabei, dem Fortschritt den letzten Schliff zu geben: Die alte gelbe Telefonzelle ist endgültig Geschichte. Jetzt dürfen auch wir in Wachenheim bei Wnd und Wetter ohne Schallschutz telefonieren, falls wir mal ohne Mobiltelefon unterwegs sind, oder der Akku leer ist, oder beides. Willkommen schöne neue Welt.

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