Was für eine wunderbare Weihnachtszeit! Ich hoffe, alle Wachenheimer – und auch die Wachtenblog-Leser von außerhalb – haben die Feiertage so genossen wie wir.

Ich finde, für Wachenheim ist es ein spezielles Weihnachten. Nicht nur, weil es wohl nicht mehr weißer werden kann als dieses Jahr. Das Besondere fing schon im Advent an – mit den „Wachenheimer Sternstunden“. Die Idee der Initiatorinnen Christiane Wolf, Gabriele Popp, Isabel Lübke und Christel Heilig: Sie luden alle Wachenheimer ein, sich gemeinsam auf Weihnachten einzustimmen. Als Symbol wählten sie Herrnhuter Sterne,  ein traditionsreiches Produkt der Herrnhuter Brüdergemeinde, einer evangelischen Freikirche.

Die Geschichte der Herrnhuter Sterne begann vor fast 200 Jahren in einem Internat, das Kinder von Missionaren beherbergte. Dort bauten die Schüler in der Vorweihnachtszeit gemeinsam die Sterne zusammen – deren anspruchsvolle Geometrie sie zuvor im Mathematikunterricht durchgenommen hatten. Da auch aus den Internatskindern viele Missionare hervorgingen, trugen sie nicht nur ihre Relgion, sondern auch die Sterne in die Welt.

Jetzt bin ich als Buddhistin ziemlich resistent gegen christliche Missionierung. Abgesehen davon, dass der Buddhismus atheistisch ist, sind sich aber viele Werte beider Religionen recht ähnlich. Daher ignorieren wir auch das Weihnachtsfest nicht – und unsere Kinder kennen nicht nur Wunschzettel, sondern auch die Weihnachtsgeschichte. Vor diesem Hintergrund schätze ich die Idee der Wachenheimer Sternstunden sehr, sich unter dem Zeichen des Herrnhuter Sterns mit dem Inhalt des Weihnachtsfest zu beschäftigen.

Zumal davon auch ein Signal zur Einigkeit in Wachenheim ausgehen sollte. Das zeigt sich zum einen durch das einheitliche Symbol – allein heute auf meinen Rückweg vom Rodeln habe ich elf der etwa 50 Sterne in Wachenheim gesehen. Viel mehr wurde das auch deutlich durch die begleitenden Aktionen, den eigentlichen Sternstunden. Von der Begegnung alter und junger Menschen im Bürgerspital über Treffen in der Nachbarschaft bis zur Plätzchentauschbörse in der Kulturey.

Nächstes Jahr geht die Aktion weiter – zum einen mit einem festlichen Ausklang im Bürgerspital am 9. Januar, zum anderen mit einer Neuauflage im Advent 2011. Vielleicht werfen wir dann auch unseren Grundsatz „keine elektrische Weihnachtsbeleuchtung“ über Bord und bestellen einen Stern. Mit unserem Buddha wird er sich wohl schon vertragen.

Noch etwas ist besonders an diesem Weihnachten in Wachenheim: Die Pfadfinder haben meinen Vorschlag im Wachtenblog aufgegriffen und führen diesen Winter erstmals eine Weihnachtsbaumsammlung durch. Yippieh!

Über die vergangenen Jahre haben wir alle möglichen Wege erprobt, die festliche Botanik zu den Containern am alten Galgen zu bringen: zu Fuß hinter sich herschleifen (die Arme werden immer länger), ins Auto packen (die letzten Nadeln haben wir im Sommerurlaub aus dem Kofferraum gesammelt), auf den Schlitten schnallen (bei Tiefschnee tut es dem Schlitten nicht gut). Auch die Entsorgung über die Biotonne oder den Grill ist nicht wirklich praktisch. So bin ich den Pfadfindern sehr, sehr dankbar, dass wir den Baum jetzt nur noch vor die Haustür bringen müssen!

Wer mitmachen will: Den Baum am Samstag, 8. Januar, ab 10 Uhr sichtbar (hmm,  wie sonst?) an die Straße stellen. Und die Pfadfinder mit einer kleinen oder größeren Spende für ihre gute Tat belohnen (direkt beim Sammeln oder per Überweisung). Wichtig ist das aus zwei Gründen: Zum einen können sie Unterstützung gebrauchen, um zu einem weltweiten Pfadfinder-Lager fahren zu können (siehe Wachtenblog-Gastbeitrag im November). Zum anderen sollte sich die Aktion für die jungen Leute so lohnen, dass es sich als dauerhaftes Angebot etabliert.

Auf dass diesen Winter zwei neue Weihnachts-Traditionen in Wachenheim beginnen!

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