Kommentar Oktober 2013:

Eine Richtigstellung:

Der Artikel, der sich im Jahr 2011 auf das ‚Kapellchen‘ bezieht, hat KEINEN Bezug zu dem ‚Kapellchen‘, das seit ca. einem Jahr betrieben wird. Durch die Tücken des Netzes, das nichts vergisst, bzw. auch ab und an aktualisiert werden muss, ist dies auf dem Wachtenblog nicht dargestellt worden.

Das heutige ‚Kapellchen‘ wird hochprofessionell und auf einem hohen kulinarischen Niveau vom Ehepaar Frien betrieben.

Die Umstände, die zu der damals negativen Kritik führten, sind seit dem Betreiberwechsel nicht mehr gegeben. Im Gegenteil, das ‚Kapellchen‘ ist ein fester Bestandteil der Wachenheimer Kulinaria geworden, zu dem ich sehr gerne und oft essen gehe.

 

Als Mensch, der schon länger in Wachenheim lebt, hat es mich sehr gefreut, dass das Kapellchen aus dem Dornröschenschlaf, der einige Jahre anhielt, aufgeweckt wurde. Zudem ich in das alte Kapellchen ausgesprochen gerne essen ging. Die Eigentümer waren zwar wirklich eigen, aber die Küche war sehr lecker und mal was anderes für den Wachenheimer Einheitsbrei.

Gestern haben wir uns also zwei unserer Kinder geschnappt und haben unseren Antrittsbesuch bei den neuen Betreibern geleistet.

Das Ambiente ist sehr schön, rustikal, freundlich.

Das Erste, was mir negativ auffiel, war, dass mir ein nicht angeleinter Hund entgegenkam, so ein kleiner goldiger, aber es war trotzdem ein nicht angeleinter Hund in einem Restaurant. Da ich prinzipiell etwas gegen Tiere in einem Lokal habe, war ich doppelt irritiert, da der Hund den Betreibern gehört. Zusätzlich waren dann noch drei weitere Gasthunde zugegen, das war ein bisschen viel Getier.

Die Wirtin ist ausgesprochen freundlich und aufmerksam, das Essen wird direkt vom Koch an den Tisch gebracht, alles nett und aufmerksam.

Die Weinkarte besteht zu 99% aus Weinen der Wachenheimer Winzergenossenschaft. Allerdings ist ein Wein enthalten, der es ausgesprochen verdient erwähnt zu werden. Meine Dame trank einen Dunkelfelder, im Holzfass ausgebaut aus Leinsweiler vom Weingut Schunk. Sehr lecker und außergewöhnlich.

Vorspeisen waren eine hausgemachte Kartoffelsuppe für meine Tochter und eine kleine Portion Sauerkraut für mich. Beides lecker und frisch, das Sauerkraut, so wie ich es gerne habe, sehr mild.

Die Hauptspeisen bestanden aus einem Querschnitt der Karte, weshalb mir diese globale Kritik leicht fällt. Bratkartoffeln mit Blutwurst, Leberwurst und Äpfeln, Putengeschnetzeltes mit Spätzle, drei Spiegeleier mit Bratkartoffeln und einem großen Salatteller. Insgesamt fehlte bei allem ein wenig die Würze, aber mit der Salz- und Pfeffermühle konnte das wettgemacht werden. Der Salat und die Bratkartoffeln mit Wurst waren von der Größe her sehr übersichtlich, der Salat zudem fantasielos. Das Geschnetzelte einwandfrei von Geschmack und Größe.

Was alle Gerichte auszeichnete war die Ansiedelung im oberen Preissegment für Pfälzer Küche, genau wie die anderen Gerichte auf der Karte, Rumpsteak, Flamkuchen, Bratwurst, Leberknödel, Saumagen…. Und das ist genau der Hauptkritikpunkt. Für eine Portion Bratkartoffeln mit ein bisschen Wurst 10 Euro zu verlangen, war für das Gebotene viel zu teuer. Insbesondere der Salatteller mit 7 Euro für ein Bisschen Grün mit Weißkraut und Rotkraut ist der Oberausreisser.

Meine Empfehlung: Hunde draussen lassen, auch den eigenen, Salz und Gewürze rauf, und entweder Portionen grösser oder mit dem Preis runter. Wird das getan, hat man in Wachenheim mit  dem neuen Kapellchen eine gemütliche Weinstube.

Leider kein Restaurant…

Advertisements