Seit ich wieder regelmäßig Sport treibe, kann ich mir den Luxus erlauben und wieder öfters essen gehen. Zudem bin ich als alleinerziehender selbstständiger Vater und angehender Patchworker chronisch faul und überlastet, zumindest was das Kochen und die Hausarbeit angeht.

So habe ich vor ein paar Monaten mit Freude vernommen, daß in meiner unmittelbaren Nachbarschaft die alteingesessene Gaststätte wieder eröffnet wird. Die Weinstube Gleber. Allerdings nicht von meinem alten Nachbarn selbst, sondern von Herrn Kalb, der bisher in irgendwo in der Nähe ein Restaurant betrieben haben soll. Nichts ist vergänglicher als Ruhm, besonders der gastronomische, deshalb habe ich auch nicht recherchiert, sondern habe einen Feldversuch gestartet. Zuerst am Mittwoch, dem Tag der Eröffnung, leider war da der Gastraum bis auf den letzten Platz gefüllt, was dann zu meinem Artikel über das Kapellchen führte.

Heute am frühen Abend hatten wir mehr Glück und so konnten wir mit unseren Kinder einen Platz finden, immerhin sieben Leute insgesamt.

Begrüsst wurden die Kinder mit einem Maracuja-Saft und die Erwachsenen mit einem Sekt-Maracuja. Sehr nett, sehr aufmerksam. Nach der Bestellung aus der umfangreichen Karte, kam noch ein Gruß der Küche, ein Zuckerschotensüppchen mit Sahne. Klein, aber fein.

Die sehr aufmerksame Kellnerin brachte nach angemessener Zeit die Hauptspeisen. Pfälzer Teller, Salatteller mit Putenbruststreifen, mehrfach Schnitzel mit PoSa, Bratwurst mit Pommes und, die Dreggische Grumbeere, also die bekannten Bratkartoffeln mit warmer Blut- und Leberwurst.

Die Portionen waren großzügig bemessen, die Salate, auch die Beilagensalate frisch und knackig, bei dem großen mit Putenbrust, war eine Sauce Bernaise dabei und es war ein wirklich großer und gefüllter Teller. Lecker.

Der Pfälzer Teller, gut die Bratwurst war ein bisschen blass und muskatlastig, aber im Großen und Ganzen ebenfalls eine leckere Angelegenheit. Die Schnitzel waren mager und zart, die Pommes ok.

Das Oberleckerli waren allerdings die Bratkartoffeln meiner Herzensdame, da war richtig Wurst drin und die Portion war so reichlich, daß ich den Rest, der nicht gepackt wurde, noch wegdrücken durfte. Zum Glück gibt es den Fitnesscenter…

Da ich einen Mordsdurst nach dem Training und der Sauna hatte, ließ ich die Weinkarte links liegen und trank eine Schorle, somit keine Meinung dazu. Insgesamt waren 7 Leute, die sich lecker satt gegessen hatten und gemütlich saßen, mit einem angemessenen bis sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis,  sehr zufrieden.

Fazit. Eine sehr leckere Weinstube mit einem Hauch Restaurant. Und bei den Preisen und Portionen wird in Zukunft, wenn die Qualität so bleiben wird, die eigene Küche ab und an Mal entlastet werden. Zudem man im Sommer schön draußen sitzen kann.

Allerdings hoffe ich als Anwohner, dass es Herr Kalb, der Wirt versteht, seine Gäste darauf zu sensibilisieren, dass er in einem reinen Wohngebiet mit sehr vielen schulpflichtigen Kindern aktiv ist. Wenn das abends klappt, haben wir als Anwohner ein Stück Qualität hinzugewonnen.

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