Nachdem Mitblogger Frank neulich in seinem Artikel „Weiß auf Schwarz“ die Frage aufgeworfen hat, ob der Ökostromtarif Wachenheims nun wirklich ein Ökostromtarif ist oder nicht, möchte ich hier ein paar Informationen zum Thema bringen.

Ob es sowas wie Ökostrom nun überhaupt gibt, sei mal dahin gestellt. Die Wachenheimer Stadtwerke bieten seit Jahresanfang einen neuen Tarif an, bei dem sie Strom aus Wasserkraft verkaufen. Der Saft wird dabei ausschließlich von Wasserkraftwerken gewonnen, allesamt am Rhein, wenn ich mich recht erinnere.

Es steht die Vermutung im Raum, dass EnBW hinter dem Angebot steht und man so auch mit regenerativ erzeugtem Strom den Atomstromriesen unterstützt (was man ja beim normalen Wachenheimer Tarif tut, der einen überdurchschnittlich hohen Kernkraftanteil im Strommix hat). Tatsächlich ist EnBW an der Wasserkraft-Gesellschaft beteiligt – wie etliche andere Unternehmen auch – als Aktionär. Wer wissen möchte wie groß nun das Aktienpaket ist und ob das die Unternehmenspolitik der Wasserkraftler beeinflusst, müsste sich deren Geschäftsbericht ansehen.

Interessanter finde ich, dass der Strom aus Wasserkraft als „Echtbandlieferung“ in Wachenheim ankommt. Grob gesagt heißt das, dass nicht irgendein Strom geliefert, verbraucht und später als Wasserkraftstrom verbucht wird, sondern dass die Stadtwerke garantieren, dass die verbrauchte Strommenge im Wasserkrafttarif tatsächlich aus Wasserkraft gewonnen wird. Wer das ganz genau verstehen will, sollte es sich von Herrn Panzer, dem Leiter der Stadtwerke erklären lassen.

Und nun zur anderen wichtigen Frage: Was kostet das sedierte Gewissen?
Ich habe mir die Differenz zwischen Wasser-Tarif und herkömmlichem Tarif (den wir bisher hatten) bei den Stadtwerken ausrechnen lassen: Bei gleichem Verbrauch zahlen wir beim Wasserkraft-Tarif rund 26 Euro mehr aufs ganze Jahr gerechnet. Fand ich verschmerzbar. Deshalb haben wir auf den Wasserkraft-Tarif umgestellt – hat inklusive Preisberechnung fünf Minuten und den Weg zu den Stadtwerken gekostet.

 

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