Es stellt sich die Frage, wie autark darf ein Bürgermeister handeln, verhandeln und inwieweit ist er dokumentationspflichtig. Herr Nagel in seiner Zeit als Bürgermeister hat diese Frage, bzw. Fragen doch sehr frei interpretiert. Wie am Beispiel des Grundstückes Ecke Weinstrasse/Friedelsheimer Strasse zu sehen ist.

Interpretationsansatz wie folgt. Er verhandelte mit der Inneren Mission über das Grundstück an der Ampel, stellte falsche Ergebnisse dar und kolportierte diese als Fakten, die sich dann im Nachhinein doch als falsch darstellen. Wohlgemerkt bei einem Grundstück, das einige hunderttausend Euro wert ist.

Weiterer Interpretationsansatz. Quod non est in actis, non est in mundo. Er verhandelte mit der Inneren Mission über das Grundstück an der Ampel, sagt die Wahrheit, hat aber die Ergebnisse nicht protokolliert. Der Leiter der Inneren Mission bekommt kalte Füße, als es ans Abwickeln geht und  leugnet dreist jede (Zahlungs-)Vereinbarung ab.

Weitererer Interpretationsansatz. Der eine will einen Ausbau der Mission, der andere will einen Ausbau der Mission, aber beide interessiert dieses Grundstück nicht die Bohne, sondern nutzen es als Teil eines vermeintlichen Gesamtkonzeptes, große Würfe ziehen immer, siehe Toilettenanlage auf der Burg, und lassen dann alles fallen, das Fell ist dick und ‚Was kümmert mich das Geschwätz von gestern?‘

Weiterererer Interpretationsansatz. Denn Sie wissen nicht was sie tun.  Kann ich mir bei einem so bewussten Menschen und erfahrenem Politiker wie Herrn Nagel allerdings nicht vorstellen.

Was bleibt sind ein fahler Geschmack und eine, insbesondere für Fussgänger, unhaltbare Verkehrssituation, eine leere Pizzeria, die vielleicht auf Grund falsch dargestellter Tatsachen aufgegeben wurde. Aber wie es gerade in diesen Tagen auf anderer politischer  Ebene vorgemacht wird, kann man mit einem treuen Augenaufschlag, einem Eingestehen von ‚unabsichtlichen‘ Fehlern und der Träg- und Dummheit der Masse, weiterschreiten, aussitzen und seine delegierte Verantwortung mit Füssen treten.

Ich bin gespannt, ob Herr Nagel irgendwann einmal in unserem schönen Altenheim wohnen wird. Und wenn ja, zu welchen Konditionen…

 

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