Da ist es wieder, dieses Gefühl.

Ich schaue aus meinem Fenster, sehe das Sonnenlicht, die Vögel singen. Und vor allem: Die Farben und Düfte kehren zurück. Des Abends leuchtet die Burg in sattem Rosa, und endlich, endlich, ist diese kalte und dunkle Jahreszeit vorbei.

Dann denke ich voraus und merke, wie spannend dieses neu aus dem Winterschlaf erwachende Jahr sein wird, und auch schon war, sowohl im persönlichen, als auch im städtischen Leben.

Die Wahlbenachrichtigung ist eingetroffen, das Weinfest wird hoffentlich auf neue Füsse gestellt, die Burg bekommt eine Toilette, die Parteien wappnen sich, der Städtebauwettbewerb läuft, wie wird der Wein, was wird mit der Geschwindigkeit auf der 271, was mit der Fussgängersituation in der Friedelsheimer-/Weinstrasse, bekommen die Kinder und Jugendlichen Ihre Skaterbahn, usw. usw..

Ich freu mich drauf. Mit Ihnen.

Nur einmal bringt des Jahres Lauf

Nur einmal bringt des Jahres Lauf
uns Lenz und Lerchenlieder.
Nur einmal blüht die Rose auf,
und dann verwelkt sie wieder;
nur einmal gönnt uns das Geschick
so jung zu sein auf Erden:
Hast du versäumt den Augenblick,
jung wirst du nie mehr werden.

Drum lass von der gemachten Pein
um nie gefühlte Wunden!
Der Augenblick ist immer dein,
doch rasch entfliehn die Stunden.
Und wer als Greis im grauen Haar
vom Schmerz noch nicht genesen,
der ist als Jüngling auch fürwahr
nie jung und frisch gewesen.

Nur einmal blüht die Jugendzeit
und ist so bald entschwunden;
und wer nur lebt vergangnem Leid,
wird nimmermehr gesunden.
Verjüngt sich denn nicht auch Natur
stets neu im Frühlingsweben?
Sei jung und blühend einmal nur,
doch das durchs ganze Leben!

Richard von Wilpert
(1862 – 1918)
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