Während ich diesen Beitrag schreibe, läuft das ARD Nachtmagazin. Wie in allen Nachrichten und Sondersendungen dieses Tages gab es einen kurzen Bericht über die aktuelle Lage in Gebieten Japans, die vom Tsunami heimgesucht wurden.  Danach drehte sich fast alles um das Thema Atomkraft.

Nun verstehe ich die Angst vor einem Super-GAU im AKW Fukushima. Was unsere Familie von Atomstrom hält, sollte seit Achims Blogbeitrag „Strom aus Wasserkraft“ klar sein. ABER es macht mich fassungslos, dass den politischen Verästelungen der deutschen Atomkraft-Debatte in allen Sendungen viel mehr Zeit gewidmet wird als dem aktuellen, nur schwer vorstellbaren Leid der Japaner.

Der Tsunami hat Küstenorte zu Trümmerhaufen gemacht. Mehr als 3000 Tote sind bestätigt. 2300 Personen sind offiziell als vermisst gemeldet. Überlebende suchen zwischen dem Schutt nach ihren Angehörigen, warten an öffentlichen Telefonen auf eine Stimme am anderen Ende der Leitung – oft vergebens. Ich mag gar nicht überschlagen, wie viele Todesopfer es wohl am Ende sein werden.  Noch viel mehr Menschen haben ihr Zuhause, haben ihren materiellen Besitz verloren. Die Kinderhilfsorganisation „Save the Children“ schätzt, dass allein 100.000 Kinder obdachlos geworden sind.

Besonders bedrückt hat mich die Nachricht, dass die Freiwilligen des Technischen Hilfswerks wieder aus Japan abreisen. Nach ihrer Einschätzung gibt es dort, wo sie eingesetzt waren, keine Überlebenden mehr zu retten. Wegen der zerstörten Verkehrswege – und wahrscheinlich auch wegen der drohenden Verstrahlung von Helfern – kommen wohl nicht genug Wasser, Lebensmittel und andere Hilfsgüter in den Notunterkünften an.

Auch ohne drohenden Super-GAU wäre diese apokalyptische Situation die schlimmste Krise in Japan seit dem 2. Weltkrieg. Auch wenn es ein reiches Land ist – die derzeit nötige Hilfe, die langwierigen Aufräumarbeiten und den Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur wird Japan vor eine riesige Herausforderung stellen.

Das deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), das in Deutschland die Seriosität von Hilfsorganisationen überprüft, hat sehr hilfreiche Informationen für diejenigen zusammengestellt, die den Japanern mit einer Spende helfen möchten. Enthalten ist auch eine Liste von Organisationen, die nicht nur seriös sind, sondern auch über die notwendigen Kontakte in Japan verfügt, um Spendengelder effektiv einsetzen zu können.

Wer möchte – hier geht’s zu den Informationen vom DZI.

Wer sich ein genaueres Bild von der Lage in den Tsunami-Gebieten machen möchte – und verstörende Fotos verträgt – dem kann ich diesen Beitrag der britischen Daily Mail empfehlen.

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