Kurz nach halb acht Uhr abends war es, als Bürgermeister Torsten Bechtel die Stimmen des Wahlbezirks 101 (westlich der Weinstraße) per Telefon weitergab. Damit war das Ergebnis Wachenheims komplett – und wir waren immerhin noch schneller als Ellerstadt. Mittlerweile ist die gesamte Verbandsgemeinde ausgezählt, das Wahlergebnis ist im Internet einsehbar.

Hier das Gesamtergebnis Wachenheims:

Landes- oder Zweitstimmen (die entscheidend sind für die Sitzverteilung) mit Veränderung gegenüber der Landtagswahl 2006:

CDU: 36,3 % (+ 4,8 Prozentpunkte)

SPD: 30,0 % (- 11,9 Prozentpunkte)

Grüne: 18,4 % (+ 12,7 Prozentpunkte)

FDP: 7,5 % (- 5,5 Prozentpunkte)

Linke: 1,5 % (+ 0,2 Prozentpunkte)

Sonstige: 6,4 % (- 0,2 Prozentpunkte)

Im Vergleich zum Landesergebnis ist Wachenheim etwas schwärzer, deutlich grüner und deutlich gelber als der rheinland-pfälzische Durchschnitt – und viel weniger rot.

Allerdings ist die FDP-Euphorie im Vergleich zur Bundestagswahl 2009 zurückgegangen – damals hatte die FDP in Wachenheim 20,7 % erhalten.  Gleichzeitig konnte die SPD in Wachenheim gegenüber den 20,5 % von der Bundestagswahl zumindest wieder Boden gutmachen.

Auch bei den Direktkandidaten wählte Wachenheim etwas anders als die Umgebung. Während Manfred Geis von der SPD den Wahlkreis Bad Dürkheim insgesamt gewonnen hat, lag  er in Wachenheim mit 32,2 % hinter dem CDU-Kandidaten Norbert Mittrücker (36,7 %) zurück. Dabei gab es allerdings einen Unterschied zwischen beiden Wachenheimer Wahlbezirken: Im Bezirk 101 (westlich der Weinstraße), der traditionell stärker links wählt, liegt der SPD-Kandidat vorne. Im Bezirk 102 (östlich der Weinstraße, wo nach Aussage von Torsten Bechtel vor allem der Wohnpark, aber auch die anderen Neubaugebiete sehr CDU-freundlich sind) liegt der konservative Kandidat um so deutlicher vorne.

Die grüne Direktkandidatin Ruth Ratter, die sich vergangenes Wochenende im Cafe Schellack vorgestellt hatte, kam in Wachenheim auf 15,9 %. Hier liegen die Grünen in Wachenheim – wie auch bei den Landes- oder Zweitstimmen – vor den anderen Orten der Verbandsgemeinde. Bei den SPD-Erst- und Zweistimmen liegt Wachenheim am unteren Ende der Verbandsgemeinde, bei den Stimmen für die FDP am oberen Ende der Verbandsgemeinde.

Der Versuch der Freien Wählergemeinschaft, in den Landtag einzuziehen, hat wieder nicht funktioniert. Leider ist nur eine Zahl für die gesamte Verbandsgemeinde ausgewiesen – dort kam die FWG auf 4,4 % (+ 0,3 Prozentpunkte). In Wachenheim habe ich nur eine Zahl für den Wahlbezirk 101 gehört. Da erhielt die FWG 14 Landesstimmen –  im Vergleich zu 18 Stimmen für die Piratenpartei. Im selben Bezirk erhielten Republikaner und NPD zusammen 13 Stimmen – meines Erachtens 13 Stimmen zu viel.

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