April 2011


Hexengedicht Hexen sind böse, Hexen sind häßlich,
Hexen sind alt, Hexen sind gräßlich.
Hexen sind ja so gemein,
sie können nur deine Feinde sein.

Hexen zaubern die Masern dir,
Hexen verzaubern Mensch und Tier.
Hexen reiten auf dem Besen,
treiben des Nachts ihr Zauberwesen.

Hexen mixen sich giftige Kräuter,
zaubern der Kuh Milch aus dem Euter.
Hexen sind mit dem Teufel im Bund,
Hexen sind für alles Übel der Grund.

Doch das ist ja alles nicht wahr:
Hexen sind keine schlimme Gefahr!
Hexen sind meist nur weise Frauen,
Man sagt, sie können die Zukunft schauen.
Hexen sind freundlich, Hexen sind gut,
Hexen sind keine Teufelsbrut,
Hexen heilen, helfen, lindern,
können Schmerzen rasch vermindern.

Sie nutzen die Kräfte der Natur,
der Kräuter aus Wald und Wiesenflur,
sie wissen die Kraft des Mondes zu schätzen
und sie für ihre Zwecke einzusetzen.
Drum hab vor Hexen keine Angst.

Falls du je zu einer gelangst,
schau ihr bei der Arbeit zu,
dann lernst auch Du noch viel dazu! (unbekannter Autor)

Wir wünschen viel Erfolg und fallt bitte nicht vom Besen….

Am Samstag, dem 07. Mai, treten in Lambrecht 555+x Menschen beim Gäsbock-Mountainbike-Marathon in die Pedale. +x, weil das Forstamt wohl zugestimmt hat, über die maximale Teilnehmerzahl hinaus Leute starten zu lassen, die Geld für ein japanisches Kinderheim spenden (eine Aktion in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Rhein-Neckar). Im vergangenen Jahr habe ich zum ersten Mal mitgemacht und war begeistert. Leider war es als letzter Gäsbock angekündigt – doch gücklicherweise haben die Organisatoren sich erweichen lassen. Und so habe ich auch in diesem Jahr die Chance, mich einmal bei einer längeren Runde im Pfälzer Wald nicht zu verfahren.

Gerade eben habe  die Teilnehmerliste studiert und beim flüchtigen Drüberlesen fiel mir immer wieder das Wort Wachenheim auf. Tatsächlich gehen in diesem Jahr 12 Wachenheimer an den Start. Der komfortablen Suche sei Dank habe ich mal ein paar andere Ortschaften abgeklopft. Aus Kaiserslautern kommen beispielsweise auch nur 12 Radler, aus Dürkheim nur 8 Biker. Die meisten kommen aus Ludwigshafen, nämlich 17, 13 reisen aus Neustadt an. Und 12 können ihr Rad an die Startlinie schieben, da sie aus Lambrecht kommen. Gemessen an der Einwohnerzahl stellt Wachenheim also ein beachtliches Kontingent.

Nun neigen Mountainbiker ja nicht unbedingt zu gruppendynamischen Umtrieben, aber vielleicht könnten die Wachenheimer Teilnehmer im nächsten Jahr auf irgendeine Art und Weise Flagge zeigen. Vielleicht mit einem Trikot? Wer weiß, vielleicht könnten die Stadtwerke mit einer Werbung die Kosten für so ein Stück dämpfen? Muss ja nicht gleich noch ein Verein draus werden, aber bei der Menge an Wachenheimer Radsportlern könnte man da sicher ein paar Trikots produziern lassen.

Und, um noch utopischer zu werden (nein, die Erfahrung mit dem Weinfest hat den postjugendlichen Elan noch nicht gedämpft): ist es nicht denkbar, irgendwann einmal in Wachenheim eine Mountainbike-Veranstaltung zu organisieren? Beim Gäsbock gibt es keine Zeitmessung, die rasierte Wadenfraktion darf vorneweg starten, damit der Rest sie nicht aufhält, und hinterher essen un trinken alle zusammen. Wege im Wald haben wir, Radler, die sie kennen (hier nehme ich mich teilweise aus) haben wir, den Plan, Mountainbiken stärker als touristisches Kapital zu nutzen, gibt es schon im Stadtrat – warum nicht darüber nachdenken? Bestimmt würden die Gäsbock-Biker auch beraten. Und ich würde mich dann scon an zwei Tagen im Jahr nicht verfahren, wenn ich mal nicht stur zum Lambertskreuz hochfahre.

Eigentlich wollte ich einen Artikel der losen Serie ‚Gastronomie in Wachenheim‘ schreiben und die Eisdiele ‚Angelo‘ in Wachenheim loben, da ich gestern für meine Gäste und meine Kinder eine riesige Schüssel Eis gekauft habe, von jeder Sorte eine Kugel. Und jede Sorte war auf ihre Art wirklich sehr leckeres Eis. Das einzige Manko bei Angelo, ist die etwas sehr lieblose Bestuhlung des Freisitzes und die Innenausstattung, das Wesentliche jedoch, das Eis ist spitze. Cremig, sehr fruchtig frisch gemacht. Sehr lecker!!!!

Heute dann stieg ich mit meiner Holden auf Gina und genoss das schöne Wetter bei einer Ausfahrt. Eine Ausfahrt, kleine Tour, die uns zuerst nach Bad Dürkheim führte. Als, wie oben beschrieben, Eis-Freaks, wollten wir uns ins dortige Eiscafé Cortina setzen, was uns auf Anhieb nicht gelang. Es war schlicht zu voll. Wir bummelten noch 10 – 15 Minuten schauten ein paar Geschäftsauslagen an, und dann hatten wir Erfolg. Eis war nicht leckerer als in Wachenheim, aber die Stimmung auf dem Platz war einfach klasse. Straßenmusiker, flanierende Menschen, die in den Cafes und Strassen saßen, auf einem Platz der auch nicht wesentlich  größer ist als unser Marktplatz in Wachenheim. Nach dem Eis schwangen wir uns, und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn meine Holde hatte einen schön knappen Minirock an, ich weiss nicht was mehr Aufmerksamkeit erregte, Gina oder die Beine meiner Frau, und fuhren gen Wachenheim, nicht Gen-Italien.

Einer Eingebung folgend leitete Gina uns durch den wahrlich wunderschönen Ortskern unseres Städtchens. Und wir sahen die oben erwähnte Eisdiele, wir sahen mehrere Restaurants, Kneipen, ein richtiges Schloss, eine sehr hübsche Kirche, deren Vorplatz bestuhlt war, Läden. Es war alles da, was es in Bad Dürkheim auch gibt. Nur bei näherem Betrachten fehlte eines, der gravierende Unterschied.

Es fehlten die Menschen auf der Strasse.

Kaum wieder zu Hause angekommen, änderten sich die Pläne für meinen Artikel und er wurde so, wie er Sie jetzt erreicht. Zudem überlegte ich im Vorfeld, woran das liegt, dieses Fehlen der Menschen.

Nun, fange ich mal an.

Die Qualität des Eises kann den fehlenden Charme der Bestuhlung nicht wettmachen. Auf die spezielle Situation im Schellack brauche ich nicht mehr einzugehen, auch hier fehlt Stefan Pflüger. Aber auch er hätte das Gesamtbild nicht geändert. Die Läden die da sind, eine Apotheke, eine Drogerie, ein leerstehendes Haus, ein leerstehendes Kaffee, ein Schloss das geschlossen ist, eine Kirche die geschlossen ist, ein Friseurladen in den Arkaden, eine Bäckerei, eine Sparkasse.

Das ist ein so schöner Platz, Wachenheim ist eine solch schöne Stadt, aber selbst das Potential, welches vorhanden ist, wird äusserst lieblos gestaltet. Dies ist ein Spiegelbild zu den Vorgängen mit dem Weinfest. Wachenheim, bzw. die Personen, die Wachenheim gestalten sollten und könnten, hat, bzw. haben eine katastrophale Aussendarstellung und verstehen es nicht, oder wollen es nicht verstehen, Wachenheim aus diesem Dornröschenschlaf zu wecken. Die anderen sind einfach träge, sie wollen, schlimmes Wort, geführt werden

Und über die, die es tun, und unter Einsatz Ihrer Zeit, Ihres Geldes, oder Ihrer Grundstücke, oder auch nur Ihrer Kreativität wird dann noch Müll und Unrat ausgeschüttet. Meist von denen, die diese Dornrösschen-Situation zu verantworten haben.

Im Märchen war das eine böse Hexe. Aber das ist zum Glück in Wachenheim anders. Hier sind die Hexen welche, die diesen Schlaf beenden wollen, und lange dagegen gekämpft haben.

Was ich noch seltsam finde, ist, dass es viele sogenannte Neubürger sind, die sich in Wachenheim beginnen zu engagieren. In den Vereinen, in den Parteien, in den Medien. Und dass es so genannte Altbürger sind, die blocken, die diese Vereine seit Jahren geführt haben, die jahrelang Parteiarbeit gemacht haben.

Diese beiden Kulturen reiben sich aneinander, die Alten und die Jungen. Fast so wie in der Familie. Die Kinder und Jugendlichen, also die Neubürger, werden aufmüpfig, es gibt die Rebellen, die Langhaarigen, Die Rocker, Die Mods, Die Popper. Speziell die Generation aus der ich entstamme kennt diese Konflikte, die Generation X. Oder auch die Generation vorher, die sogenannten 68er. Die Leute, die die Studentenbewegung nach vorne gebracht haben, die mehr Demokratie gewagt haben. Doch, halt!

Wo sind diese hier in Wachenheim, die die früher auf die Strasse sind? Gibt es die noch? Die die etwas bewegen wollten. In Wachenheim ist es heute einfacher als früher auf der Strasse.

Nur muss man sich daran erinnern, wie es damals war, damals kurz bevor man seine Ideale verraten oder zumindest luxuriös auf Eis gelegt hat,  als 68er oder Generation- X ler .

Wo ist das Herz, oder österlicher, wo sind die Eier?

Es ist sehr merkwürdig, diesen Blogbeitrag zu schreiben. Ich bin  bestürzt und traurig über den Tod von Stefan Pflüger.  Großen Respekt habe ich vor seinem Engagement in der Wachenheimer Liste und vor dem, was er mit dem Schellack für den Ort geschaffen hat. Er wird fehlen, am Marktplatz und für Wachenheim. Meine Gedanken sind bei  seiner Familie. Ihr wünsche ich viel Kraft und den Beistand von Menschen, die sie aufzufangen vermögen.

Dieser Blogbeitrag  ist so merkwürdig zu schreiben, weil es dabei um eine Veranstaltung geht, an der auch Stefan Pflüger teilgenommen hat. Angesichts seines Todes scheint mir das, worum es an dem Abend ging, banal. Weil uns aber banale Dinge manchmal auch über schwere Zeiten retten können, und weil Frank ja schon nach den Ergebnissen gefragt hat, schreibe ich jetzt darüber.

Am Montag, 11. April, ging es im Ratssaal um das Burg- und Weinfest 2011. Wie Frank schon vermutet hat, hielt sich der Andrang interessierter (und zur Beteiligung bereiter!) Bürger in Grenzen. Löbliche Ausnahme waren die Pfadfinder. Sie waren zu dritt gekommen: Phil Wendel, Maximilian Maurer (die beide auch in der Weinfest-Community aktiv sind) und ein mir unbekannter Mitstreiter. Außerdem waren Patrick Räch und Mathias Peter vom gleichnamigen Weingut dabei.

Mit einer Viertelstunde Verspätung durften wir in den Ratssaal – der Tourismusausschuss hatte für den internen Teil länger gebraucht als geplant. Mal sehen, ob ich die Teilnehmer noch zusammen bekomme (ich Dussel hab‘ meine Mitschrift verräumt – Fehler oder Versäumnisse sind keine Absicht, bitte per Kommentar korrigieren): Stadtbürgermeister  Torsten Bechtel (CDU), für die Stadtratsfraktionen Rüdiger Goebel (CDU), Gisela Panzer (SPD), Stefan Pflüger (WL), Nicola Räch (FWG) und eine mir unbekannte Dame (von der FDP?), außerdem als wichtige Weinfest-Player Anne Euler (TouristInfo), Karl-Heinz (?) Manz (Weingut Manz),  Arnold Nagel (Verein für Tourismusförderung) und Annette  Weber (Sektkellerei).

Torsten Bechtel erläuterte den neu Hinzugekommenen, was bereits fürs Weinfest gesetzt ist und wo  noch Diskussionsbedarf besteht. Das Ernüchternde gleich vorweg: Die ganz große Renaissance des Burg- und Weinfestes mit einer mutigen Neukonzeption fällt flach. Statt  radikalem Neuanfang wird es inkrementelle Verbesserungen geben – aber auch einige kleine Rückschritte gegenüber dem, was schon diskutiert wurde.

Das Positive: Auf dem Rathausplatz wird  es lebendiger als in den vergangenen Jahren. Es wird vier Schubkarchstände geben – u. a. vom Weingut Stapf, den jungen Leuten um Patrick Räch, der Familie Pfingstgräf (Kooperation mit den Wachtenburg-Winzern). Ergänzt wird das Angebot durch zwei Essens-Stände (u. a. ein Germanengrill), ein „Confiseriestand“ wird noch gesucht. Auf einer Bühne soll es ein attraktives Musikprogramm geben,  das  die Standbetreiber allein ausgewählt haben. Zusagen gibt es schon von der Dürkheimer Rock- und Beatband „The Brights“ und eine weitere Combo, deren Namen ich als „Softacts“ abgespeichert habe (google kennt die nicht – wer kann helfen?). Weitere renommierte Gruppen sind wohl angefragt, da wusste aber niemand Genaueres.

Ein Wiedersehen gibt es mit der Sektkellerei (die eine hochwertigere Bestuhlung plant), dem Weingut Manz (die wieder einen Essenstand eines Schwetzinger Gastronomen beisteuert – wäre schön, wenn er diesmal optisch mehr hermacht), die Creperie Michel, der Dalberger Hof  (mein persönlicher Favorit) und zumindest an einem Wochenende die Familie Geibel, die 2010 mit kulinarischer Qualität in der Waldstraße überrascht hat. „Hinner der Kerch“ werden die Pfadfinder nicht nur als einziger Verein aktiv sein, sondern auch eine Gesamt-Wachenheimer Weinauswahl bereithalten. Der Hof der Pfarrei wird an beiden Sonntagen offen sein. Auch die „Kinderbelustigungsecke“ auf dem Parkplatz wird von den gewohnten Anbietern beschickt. Neu dabei ist am ersten Wochenende die Winzergenossenschaft – allerdings nur, weil die immer an Pfingsten stattfindende Wein- und Sektgala „zwangs-eingemeindet“ wird.

Leider haben sich auch ein paar Hoffnungen zerschlagen. Das Weingut Zimmermann wird doch nicht dabei sein in diesem Jahr. Den in der Community schon beschriebenen Plan, das Weingut Peter an einem Wochenende zu öffnen, hat Mathias Peter nicht bestätigt. Zwei Nicht-Weinguts-Höfe, deren Teilnahme im Raum stand, bleiben leider zu. Und da auch die Familie Bohl sich vom Betrieb des Bratwurststandes zurückzieht, könnte es mit den nicht-flüssigen Genüssen am Weinfest echt eng werden.  Mal ganz davon abgesehen, dass Vegetarier vielleicht vorab zu Hause essen sollten.

Zum Schluss ging es um das heiße Eisen: den Marktplatz an der St. Georgskirche. Hier hatten wir ja schon eine kontroverse Diskussion in der Community. Ausgangspunkt war ein Vorschlag von Stefan Pflüger, der (anders als die Gesamtplanung des Weinfestes) vielleicht sogar das Wort Konzept verdient: Er wollte den Marktplatz einheitlich mit hochwertigen Holzmöbeln und großen Schirmen bestücken. So sollte ein offener und einladender Eindruck im Sinne des „Toskanischen Marktplatzes“ entstehen. Das konnten sich auch alle Beteiligten gut vorstellen. Ich erinnere mit Schaudern an die weißen, mit verschiedenfarbigen Billig-Tischdecken verhüllten Monoblock-Plastikmöbel vom letzten Jahr.

Der Perdefuß: Laut Stefan Pflügers Konzept sollten die Ausschankstellen vom Marktplatz verschwinden. Meiner Meinung nach wäre das ästhetisch ideal, aber nicht unbedingt praktisch für die Besucher. Darum schien es aber nicht wirklich zu gehen. Bei der sich entspinnenden Diskussion wurde spürbar, wie sehr das Burg- und Weinfest von Einzelinteressen geprägt ist.  Stefan Pflüger wurde unterstellt, lediglich den Umsatz des Schellack während des Weinfestes ankurbeln zu wollen. OK, ich kann Vorteile für das Schellack erkennen. Andererseits hat Stefan Pflüger aber in eigener Initiative Anbieter für die Möbel recherchiert, so dass wohl alles zum Anmieten bereit wäre.

Gleichzeitig wollte Mathias Peter buchstäblich keinen Zentimeter von seiner Position abweichen: Er wollte seinen Weinstand genau da, wo er immer war – mitsamt Zelt. In dem Arreal zwischen Kirche und Kapelle sah er keine Alternative – selbst  wenn vielleicht ein Caterer in die Kapelle kommen sollte. OK, da gab es auch ein praktisches Argument (Anlieferung per Auto unmöglich), aber mir schien es hier vor allem ums Prinzip zu gehen.

Bezeichnend fand ich die Äußerung, das Weingut Peter sehe keinen Bedarf für Veränderungen, weil das Geschäft am Weinfest nicht nur gut, sondern in den vergangenen Jahren immer besser laufe. So erfreulich ich das finde – es sollte nicht den Blick dafür verstellen, dass es mit dem Weinfest insgesamt bergab gegangen ist. Letztlich steht Einzelinteresse gegen Gemeinwohl.

Im Ringen um einen Kompromiss wurde um Zentimeter gefeilscht. Vielleicht ließe sich Stefan Pflügers Konzept ja doch verwirklichen, wenn ein Stand ganz eng an die Kirche („vor die hässlich‘ Wand“ – evt. ein schöner neuer Location-Name) und einer statt der Creperie Michel auf den Behindertenparkplatz gestellt wird.

Die Entscheidung sollte bei einem Ortstermin fallen, der für Montag dieser Woche geplant war. Von den weiteren Entwicklungen habe ich nichts gehört – u. a. weil ich den größten Teil der vergangenen Woche in Berlin war (dazu bei Gelegenheit mehr – es hat sich gelohnt).

Und was wurde aus den vielen tollen Ideen, die bei der ersten Sitzung oder in unserer Community entstanden sind? Fast nichts. Der Radladen Bella Bici wird an einem der Wochenenden eine Tour mit Ziel Weinfest anbieten, und wir werden mit einigen Waldameisen-Eltern – wenn der Versicherungsschutz geklärt ist – auf der Bühne ein bis zwei Vorlesestunden für kleine Kinder bestreiten. Der ganze Rest – lebendige Burgstraße, Gaukler, Marching Bands, Gaudi-Schachturnier, Twitterwand, Grillstand, Wieder-Aufleben anderer Schubkarch-Gruppen – ist im Sande verlaufen.

Ein Kommentator, der leider nicht zur Namensnennung bereit ist, führte das auf eine Überschätzung von Web 2.0 zurück. Tatsächlich kommt das, was ich mir als Weinfest 2.0 erträumt habe, nicht zu Stande. Überschätzt habe ich dabei tatsächlich etwas – aber nicht die Mechanismen des Web 2.0. Communities, Blogs und andere soziale Medien sind keine Zauberei. Sie machen Vorhandenes sichtbar und erleichtern Wissensaustausch, Ideenentwicklung und Zusammenarbeit – wenn dies jeweils gewollt ist. Tun muss man es  immer noch selbst.

Was ich überschätzt habe ist die Bereitschaft der Wachenheimer, beim Weinfest selbst zum „Produser“ zu werden – also nicht nur zu konsumieren, sondern aktiv beizutragen.  Ich war erstaunt, wie viel Unmut,  Pessimismus, Frust und Gleichgültigkeit Achim und mir bei unseren Gesprächen entgegen schlug. So konnten wir nur schwer oder gar nicht Mitstreiter für Weinstände, Vorlesestunden oder Schachturniere (da nehme ich Herrn Hüttner ausdrücklich aus – der wollte mitmachen, musste aber natürlich die Eltern seiner Schachkinder fragen)  finden.

Zusammenfassend scheint es mir folgende Einstellungen zum Wachenheimer Burg- und Weinfest zu geben:

  • Die besonders großen und renommierten Weingüter ignorieren es – weil sie es nicht brauchen und ihnen die weitere Entwicklung des Weinfestes nicht wichtig genug ist.
  • Die überregional weniger bekannten Weingütern nutzen das Weinfest als wichtigen Teil ihres Jahresgeschäfts. Dafür beteiligen sie sich mit eigenen Ständen – sind aber nicht zu Kompromissen bereit.
  • Einzelne engagierte Familien (Geibel, Tempel) tragen mit persönlichem Aufwand attraktive Highlights bei.
  • Die Pfadfinder engagieren sich nach dem Motto „Jedes Jahr eine tagelange gute Tat“ – Chapeau!
  • Alle anderen Vereine sehen keinen Grund, sich zu engagieren – anders als z. B. beim Kräutermarkt, der aber auch nur an einem Tag ist und daher weniger Aufwand erfordert.
  • Die übrigen Wachenheimer Bürger engagieren sich nicht, konsumieren – und äußern sich nachher wahrscheinlich wieder enttäuscht über die nachlassend Qualität des Weinfestes.

Ich werde einfach jedem, der sich dieses Jahr über das Weinfest beschwert, mit einer Einladung zur Community drohen. Vielleicht können wir ja im nächsten Jahr einen Anlauf zum Weinfest 2.0 unternehmen. Noch mal ganz klar: das Wesentliche dafür ist nicht, dass wir eine neuartige technische Plattform nutzen. Sondern dass alle Mitstreiter hinter einem gemeinsam und transparent erarbeiteten Konzept stehen, das dann konsequent umgesetzt wird. Dazu würde z. B. gehören, dass die Bands gemeinsam ausgesucht werden – auch wenn nicht alle dafür zahlen (da die Stadt die Bühne stellt, zahlen wir ja zumindest die Infrastruktur mit).

Jetzt bin ich zuerst mal gespannt auf dieses Jahr – vielleicht wird es ja wenigstens ein Weinfest 1.1!

In diesen Tagen feiert man das Fest des Eis, oder Eies, da geht der Kuddelmuddel schon los. Wie ist der richtige Genitiv des Wortes ‚Ei‘? Dieses kleine Dilemma verdeutlicht geradezu in perfekter Art und Weise, die Schwierigkeiten, die man im Alltag mit dem ‚Ei‘ hat.

Welche Größe kauft man? Im Supermarkt gibt es mittlerweile mehr Eiersorten als Käse. L, XL, XXL oder doch den Kleineiwagen aus der Bioecke? Käfighaltung, Bodenhaltung, Freilandhaltung, Politische Haltung?

Welche Farbe nimmt man? Hier ist die Auswahl deutlich eingeschränkter. Weiße Schale, oder doch die Braune, gibt es Unterschiede in der Konsistenz? Wobei wie sieht es mit den bunten Eiern aus, früher hiessen die mal Ostereier? Im Zuge der Globalisierung, irgendwo ist wohl immer Ostern, oder soll sein, gibt es diese mittlerweile von kurz nach Weihnachten bis kurz vor Weihnachten. Jetzt sagt man, ‚Bunte Eier‘ und so bekommt man als Eier-Fan, auch der Bindestrich ist ein Problem, nutzt man einen oder keinen, Eierfan, wie sieht das denn aus, noch die Wahl zwischen Rohei und gekochtem. Da soll einer durchblicken. Bald kann man bestimmt fertige Spiegeleier kaufen. Das Rührei, ohne Bindestrich, gibt es in roher Form schon aus der Tube.

Auch im modernen Sprachgebrauch hat das Ei mannigfaltigen Einzug gehalten.

Das Ei des Colombus, synonymisierte Formulierung für eine einfache Idee.

Da kann man ein Ei drüberschlagen. Formulierung für Entscheidungsreife.

Das geht mir auf die Eier. Hey, ich bin total genervt.

Wie ein rohes Ei behandeln. Ein sensibler Gegenstand, oder eine Person, muss sehr vorsichtig behandelt werden, da sehr fragil. Wobei man hier einwenden muss, das Ei, speziell das Rohe, ist stabiler als sein Ruf. Nehmen Sie mal ein rohes Ei mit Zeigefinger und Daumen, halten es an den Polen(Mehrzahl von Pol, nicht Pole!! Anmerkung der Redaktion) und versuchen es zu zerdrücken. Das schaffen Sie nicht. Hier kommen mir übrigens Assoziationen zu Wachenheimer Politikern in den Sinn…

Man kann nur ein Omelette bereiten, wenn man genügend Eier dazu hat. Man braucht Mittel um eine Idee durchzusetzen, oder einen Auftrag abzuwickeln.

Oder kennen Sie den Film ‚Angel Heart‘? Mit Robert de Niro und Mikey Rourke. Eine der besten Ei-Szenen im Kino überhaupt. De Niro als Teufel, der ein Ei schält und anschliessend verzehrt. Kurz bevor er hineinbeißt, sagt er zu Rourke:‘ Manche Religionen behaupten, das Ei sei ein Symbol der Seele!“ und beisst hinein. Dass Rourke später in die Hölle fährt, ist spätestens in dieser Szene klar.

Und somit kommen wir zu Ostern. Das Fest der Auferstehung. Ostereier.

Das Ei ist in vielen Kulturkreisen nicht nur ein Symbol der Seele, sondern auch des Lebens. Klar, es käme irgendwann ja mal ein süsses Küken heraus, stop, ekelhafter Gedanke. Aber, ergo, Jesus am Kreuz und ein verhindertes Küken symbolisieren die Auferstehung und das Leben, irgendwie paradox, insbesondere beim Küken. Jetzt kommt bei diesem, wohlgemerkt, heidnischen, Osterfest des Lebens das Lamm, am besten gegrillt,  dazu.

Da spring mir doch das Ei aus der Hose!

Vor drei Jahren haben viele Menschen Gedanken geäussert. Hier sind einige zur Erinnerung:

Wenn die Trauer verflogen ist, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben

Lebbe geht weider

In tiefer Betroffenheit

Verena wird für immer in unseren Herzen sein

Wir denken an Dich, an die tollste Nachbarin, die wir uns wünschen konnten

Bleibe weiter stark

Ich werde Sie immer in Erinnerung behalten, so wie sie war. Nämlich eine große starke Frau mit einem Riesenherzen. Immer offen für alle. Sie wird Euch weiterhin viel Kraft geben.

Es wäre so schön, wieder einmal mit Verena walken zu gehen

Wir sind für Euch da! (Das war eine Prophezeiung. Anm. des Autors!!)

Wenn die Erde einen Menschen verliert, gewinnt der Himmel einen Engel

Danke, dass wir Dich kennenlernen durften

Wir sind furchtbar traurig, daß wir nie wieder ihr fröhliches Lachen hören werden

Ich wünsche Dir und Deinen Kindern viel Kraft

Sie wird immer bei Euch sein, achtet auf die Zeichen

Versucht jeden Augenblick Eures Lebens zu nutzen, zu lieben und zu geniessen. Es ist ein Geschenk Gottes

Angriff ist die beste Verteidigung

Argentina will cry for you

Verena hat einen Raum wirklich mit Sonne geflutet

Wer gestorben ist, ist nicht tot. Nur fern. Nur wer vergessen wird, ist tot.

Querida Vere. Si bien elegi estas hermosas palabras de Borges que hablan de la ausencia para despedirme de vos, tambien quiero reflexionar sobre „tu ausencia – presencia que seguiremos viendo“: Porque te seguiremos viendo y sintiendo siempre en nuestro corazón en las amiguas nostalgias por nuestra tierra, en el goce de los placeres del paladar y del espiritu, en tu pupilla reflejada en cada una de tus fotografías, en la sonrisa franca de Max, en los luminosos ojos de Luz, y en el caracter desenfafdado y aventurero de Felipe. Y tu ausencia nos rodeara como una energía, que nos dará fuerzas para seguir adelante, para reconciliarnos con el destino, acompanando a tus hijos y viendolos crecer.

TROST FINDET MAN IM HIMMEL. AUF DER ERDE ERWARTET MAN BEISTAND!

Danke an alle, die Ihn in den letzten drei Jahren geleistet haben und immer noch leisten.

Im Gedenken an unsere Vere.

Als Frau. Als Mutter. Als Freundin.

Frank, Max, Luz, Ché

Wir gedenken Stefan Pflüger.

Wir fühlen mit seiner Familie und wünschen ihr alle Kraft, die gebraucht wird um den Weg weiter zu gehen.

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