Wie unser Wachtenblogorakel Kasperle, der mit dem Finger in Körperöffnungen, schon orakelt hat, ist das neue Vereins-Informationsblatt in Wachenheim in der Verteilung. Augenscheinlich etwas schleppend, da einige Viertel das Blatt schon einige Tage haben, in anderen ist es noch nicht aufgetaucht.

Da ich die Gnade, oder den Fluch, eines Patchwork-Lebens habe, konnte ich also im Haushalt meiner gepatchten Lieben einen ersten Blick in die FWG Lektüre werfen. Wie immer, mancher spricht mir hierzu den Intellekt ab, ohne in die Tiefe zu gehen, ich stehe einfach auf schnelle unkomplizierte Information, man kann auch sagen, ich sehe mir gerne Bilder an.

Und hier gestehe ich zu meiner Überraschung, trifft die FWG-Zeitschrift voll ins Schwarze. Bilder und Fotomontagen ohne Ende. Da ich als Blogger auf der Preisverleihung für den Ideenwettbewerb Pfortenstück eingeladen war, weiss ich auch, dass die Bilder in mühevoller Kleinarbeit vom Vorsitzenden der FWG Wachenheim geknipst wurden. Also vermute ich, dass Herr Morell auch für die Bearbeitung derselben verantwortlich zeichnet.

Hier kommt auch meiner erster Kritikpunkt. Die Maßstäbe auf den Fotomontagen sind oftmals nicht eingehalten, d.h. die hineingebauten Entwürfe wirken sehr wuchtig, ich vermute das ist Absicht. Zudem sind die Bilder des Pfortenstücks bei sehr wolkigem Wetter aufgenommen, auch hier unterstelle ich Absicht. Einen besseren Eindruck der Grössenverhältnisse kann man auf den jeweils beifügten Entwurfszeichnungen gewinnen.  ‚Absicht‘ muss nichts negatives sein, es geht schliesslich darum mit einem Flugblatt politische Meinungsbildung zu betreiben.

Wobei das laut Aussage der FWG nicht das Ziel des Flugblattes ist. Es wurde schliesslich eine Umfrage beigefügt, die jeder Leser für sich beantworten kann, mit Punktesystem von 1 – 10 in mehreren Sparten. Aus den erzielten Punkten ist dann die Meinung abzulesen, die man als Leser hat, bzw. haben soll. Es wird stark betont , dass der Leser sich sein eigenes Bild machen soll, klingt irgendwie paradox, aber auf der letzten Seite, im Résumée, geht die FWG doch davon aus, dass die FWG-Meinung im Testergebnis herauskommt. Das ist mal hübsch und wieder ein Beweis der platten Meinungsmache, die diesen mittlerweile zur (un-)lieben Tradition gewordenen Fluchplättern zu Grunde liegt. Man macht eine Umfrage, legt die Basis aber so, dass ein gewünschtes Ergebnis erzielt wird.

Es muss laut FWG ein Bürgerentscheid her. Sie haben richtig gelesen.

Ein Bürgerentscheid.

Liebe FWG, sie sollten mal am politischen Leben teilnehmen, diesen Entscheid gibt es schon und die FWG Lösung wurde negativ beschieden. Vergessen??

Wie schon gesagt, zum Inhalt, kann ich mich nicht episch äussern. Es ist festzustellen, dass die FWG einen begrünten Parkplatz mit Markt möchte, SUPER(Markt)-Idee. Auf dem im van Gogh Stil gehaltenen Werbebildchen, findet man nur keine Autos, dafür ist aber das Wetter schön eingefangen, keine Wolke am Himmel(siehe oben). Da stark herausgestellt wird, dass man die Fußgänger-Kaufkraft in Wachenheim stärken möchte, stelle ich mir die Frage, warum man dann einen begrünten Parkplatz braucht?!

Auch das ist leicht paradox.

Hier hat die FWG beim so verachteten Wachtenblog abgekupfert.

Es gibt ein Orakel, ein Orakel, das zehn Jahre in die Zukunft blickt, mit durchaus guten Ansätzen, wie z.B. die Einbindung vom alten Kern Wachenheims einem Durchgang an der Stadtmauer, darf man das aus denkmaltechnischen Gründen?, etc. , aber Quintessenz ist, man läuft in zehn Jahren zu einem begrünten Parkplatz mit (Super-) Markt.

Da steck doch einer dem FWG-Kasperle den Finger rein!!!

Als Konklusion des Ganzen sehe ich, eine alte schlechte abgelehnte Idee, von ca. 1200 Wachenheimern abgelehnt, dem Denkmalamt etc. abgelehnte Idee, neu verpackt in Aquarell gehalten. Und aus den Worten wurde ein bisschen die Schärfe genommen. Die werden, jetzt stecke ich mal den Finger Kasperle in die Öffnung, in den nächsten Wochen und Monate wieder schärfer werden, wenn die FWG, oder Ihr großer Vorsitzender, nicht wahrgenommen werden, wenn man sich weigert, sich über Ideen zu unterhalten, die längst politisch tot sind oder, mal wieder kolportiert wird, es fände kein politischer Dialog statt.

Und das ist richtig. Es findet kein Dialog statt. Denn in Dialog steckt das Wort ‚zwei‘ und in Wachenheim findet mittlerweile eine breite Diskussion mit vielen Partnern statt, zumindest was das Pfortenstück betrifft. Politik, Vereine, Privatinitiativen etc.. Leider grenzt sich die FWG hier aber zum wiederholten Male aus und hängt zerbrochenen Träumen nach.

Sie hechelt der Realität hinterher. Schade eigentlich.

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