In diesen Tagen feiert man das Fest des Eis, oder Eies, da geht der Kuddelmuddel schon los. Wie ist der richtige Genitiv des Wortes ‚Ei‘? Dieses kleine Dilemma verdeutlicht geradezu in perfekter Art und Weise, die Schwierigkeiten, die man im Alltag mit dem ‚Ei‘ hat.

Welche Größe kauft man? Im Supermarkt gibt es mittlerweile mehr Eiersorten als Käse. L, XL, XXL oder doch den Kleineiwagen aus der Bioecke? Käfighaltung, Bodenhaltung, Freilandhaltung, Politische Haltung?

Welche Farbe nimmt man? Hier ist die Auswahl deutlich eingeschränkter. Weiße Schale, oder doch die Braune, gibt es Unterschiede in der Konsistenz? Wobei wie sieht es mit den bunten Eiern aus, früher hiessen die mal Ostereier? Im Zuge der Globalisierung, irgendwo ist wohl immer Ostern, oder soll sein, gibt es diese mittlerweile von kurz nach Weihnachten bis kurz vor Weihnachten. Jetzt sagt man, ‚Bunte Eier‘ und so bekommt man als Eier-Fan, auch der Bindestrich ist ein Problem, nutzt man einen oder keinen, Eierfan, wie sieht das denn aus, noch die Wahl zwischen Rohei und gekochtem. Da soll einer durchblicken. Bald kann man bestimmt fertige Spiegeleier kaufen. Das Rührei, ohne Bindestrich, gibt es in roher Form schon aus der Tube.

Auch im modernen Sprachgebrauch hat das Ei mannigfaltigen Einzug gehalten.

Das Ei des Colombus, synonymisierte Formulierung für eine einfache Idee.

Da kann man ein Ei drüberschlagen. Formulierung für Entscheidungsreife.

Das geht mir auf die Eier. Hey, ich bin total genervt.

Wie ein rohes Ei behandeln. Ein sensibler Gegenstand, oder eine Person, muss sehr vorsichtig behandelt werden, da sehr fragil. Wobei man hier einwenden muss, das Ei, speziell das Rohe, ist stabiler als sein Ruf. Nehmen Sie mal ein rohes Ei mit Zeigefinger und Daumen, halten es an den Polen(Mehrzahl von Pol, nicht Pole!! Anmerkung der Redaktion) und versuchen es zu zerdrücken. Das schaffen Sie nicht. Hier kommen mir übrigens Assoziationen zu Wachenheimer Politikern in den Sinn…

Man kann nur ein Omelette bereiten, wenn man genügend Eier dazu hat. Man braucht Mittel um eine Idee durchzusetzen, oder einen Auftrag abzuwickeln.

Oder kennen Sie den Film ‚Angel Heart‘? Mit Robert de Niro und Mikey Rourke. Eine der besten Ei-Szenen im Kino überhaupt. De Niro als Teufel, der ein Ei schält und anschliessend verzehrt. Kurz bevor er hineinbeißt, sagt er zu Rourke:‘ Manche Religionen behaupten, das Ei sei ein Symbol der Seele!“ und beisst hinein. Dass Rourke später in die Hölle fährt, ist spätestens in dieser Szene klar.

Und somit kommen wir zu Ostern. Das Fest der Auferstehung. Ostereier.

Das Ei ist in vielen Kulturkreisen nicht nur ein Symbol der Seele, sondern auch des Lebens. Klar, es käme irgendwann ja mal ein süsses Küken heraus, stop, ekelhafter Gedanke. Aber, ergo, Jesus am Kreuz und ein verhindertes Küken symbolisieren die Auferstehung und das Leben, irgendwie paradox, insbesondere beim Küken. Jetzt kommt bei diesem, wohlgemerkt, heidnischen, Osterfest des Lebens das Lamm, am besten gegrillt,  dazu.

Da spring mir doch das Ei aus der Hose!

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