Es fällt mir schwer nach Franks letztem Beitrag wieder etwas triviales in die Welt zu bloggen. Aber letztlich, glaube ich, hat auch ein Sammelsurium von banalen und alltäglichen Begebenheiten einen klitzekleinen Anteil zur Rückkehr zu einer neuen Normalität bei Frank, Max, Luz und Felipe beigetragen.

In diesem Sinne fasse ich kurz meine Eindrücke vom Gäsbock-Mountainbike-Marathon am vergangenen Samstag zusammen: anstrengend.

Gut, das war jetzt vielleicht doch etwas knapp. Tatsächlich ist aber anstrengend die treffendste Beschreibung. Dabei habe ich mich diesmal auf die Kurzstrecke (54 km) beschränkt. Doch anders als im vergangenen Jahr bin ich so gut wie unvorbereitet in die Veranstaltung gegangen, wenn man das Auswechseln der Batterien an Brustgurt und Tacho mal ausnimmt. Ein wohltuender Unterschied zum letzten Jahr war die Bodenbeschaffenheit im Pfälzer Wald. Wo 2010 die Reifen an einigen Stellen bis an die Felgen versanken, staubte es heuer nur. Nur kurz vor dem Ziel hatten die Lambrechter Organisatoren dann die wohl einzige nasse Stelle im Wald gefunden, so dass doch noch ein paar Schlammspritzer an Rad und Radler kamen.

Sensationell waren wieder die Verpflegungsstationen. Besonders die letzte vor dem Ziel wird den meisten Teilnehmern gefallen haben. Nach dem letzten für mich extrem anstrengenen Anstieg fuhr man unvermittelt auf den

Stängsche statt Schoppe - ausnahmsweise

Nachbau eines der Kölner Stadttore zu, bewacht von einer rotweißgestreiften Frau mit Tröte. Hinter dem Tor dann mehr rotweiße Menschen mit dem Kölner Stadtwappen ins Gesicht geschminkt, ein Köpes (Kellner) mit einem Kölsch-Rondell, eine Zapfanlage, Schnittchen mit Käse und Plöns (Blutwurst) und rheinische Stimmungsmusik. Ich glaube selten haben Pfälzer so uneingeschränkt positiv auf Narren mit Kölsch reagiert. Als gebürtiger Rheinländer, dem allerdings nur selten – und dann ungerechtfertigt – nachgesagt wird, eine Frohnatur zu sein, kann ich sagen, dass es mir zum ersten Mal nicht unangenehm war, die kölsche Subtrivial-Lyrik der Höhner und Konsorten zu verstehen. Was Sauerstoffschuld und ein hastig getrunkenes Kölsch nicht alles bewirken können.

Die letzte Verpflegungsstation war nicht die einzige, an der sich die Wachenheimer trafen. Auch bei der liebevoll gestalteten „Rennstrecke“ des deutsch-japanischen Freundeskreis (mit Motorradgeräuschen aus im Wald versteckten Boxen, die Streckenposten steckten in roten Overalls und eine graue Folie auf den letzten 100 m Waldweg sorgte für die Asphaltoptik wie in Susuka) hielten die Wachenheimer ein Schwätzchen. In diesem Jahr noch ohne Wachenheimer Trikot. Doch das könnte schon im nächsten Jahr anders sein. Und anders wird auch meine Vorbereitung verlaufen. Zu glauben, die paar Hügel gehen fast ohne Training, wenn man mal den Galibier geschafft hat, reicht einfach nicht.

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