Es wird sicherlich bei Lektüre ein kleiner Aufschrei durch unsere Leserschar, und auch durch meine Mitblogger, gehen.

Ich hatte das große Vergnügen beim Kräutermarkt meine Eltern zu Grill eingeladen zu haben. Daher versorgte ich mich beim Bummeln, mit Kräutern und Schnickschnack für den Grillabend. Mein Vater, ein Kriegskind, das noch gelernt hat, was Entbehrung, Verlust und Hunger sind, ging auf einmal Schnurstracks auf unseren örtlichen Pferdemetzger zu.

Nach einem kleinen Schwätzchen mit dem Meister Bergold warf ich den ursprünglichen Speiseplan über Bord und ging mit, ja aufgepasst meine bigotten Carnivoren, Fohlenkoteletts aus dem Laden. Diese sind eher T-Bone Steaks als Koteletts, ähnlich zu einem Ochsenkotelett. Zusätzlich hatte ich meine Kinder, allesamt Schinkenfans, noch einen rohen Schinken dabei.

Das Fleisch hatte eine Marmorierung und eine Konsistenz, wie ich das nicht erwartet hätte. Geschmacklich ganz fein, etwa Richtung Kalbslende, wurde dieses Fohlensteak zu einem der besten Grillgenüsse der letzten Jahre. Toll.

Auch der Schinken war hervorragend und war etwas anderes als der schinkige Einheitsbrei, Parma, Serrano, Schwarzwälder usw.

Es ist schade, dass Pferdefleisch in Deutschland, ungerechtfertigter Weise, einen solch schlechten Ruf hat und auch als Arme-Leute- Essen angesehen wird. Bei unseren Nachbarn in Frankreich hat jeder Supermarkt eine Theke mit Pferdefleisch. Und wer einmal wirklich gutes Pferdefleisch gegessen hat, versteht warum.

Ich persönlich werde jedenfalls nun Pferdefleisch regelmässig in mein Grillprogramm aufnehmen.

Meine Tochter, Reiterin, wird mich zwar steinigen wollen, aber mir doch egal, ich wiehere sie dann einfach an.

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