Den treuen Wachtenblog-Lesern wird dieses Wort irgendwie bekannt vorkommen. In der Westerngeschichte, die vor ein paar Wochen veröffentlicht wurde, spielt die Zeitung ‚Immaculate Lard‘, bzw. eine Redakteurin dieser, eine entscheidende Rolle.

Wörtlich übersetzt heisst dieses Wortspiel ‚Unbefleckter Speck‘ mit der erweiterten Bedeutung ‚Rein-Schmalz‘, also unsere altehrwürdige Rheinpfalz.

Als Online-Freizeit-Journalist, wobei dies in meinem Fall maßlos übertrieben ist, Journalist ist mein Mitblogger Achim, habe ich mir in der letzten Zeit oft die Frage gestellt, wie sinnvoll es heutzutage noch ist eine Tageszeitung abonniert zu haben. Die Infos aus der großen weiten Welt, bekommt man online 24 Stunden rund um die Uhr kostenlos und sekündlich aktuell. Regionalnachrichten aus Wachenheim verbreiten wir zum Teil selbst und den Rest, der ein- bis zweimal im Regionalteil der Rheinpfalz steht, bekommt man auch irgendwie mit.

Zudem ist die Zeitung oftmals auch kritisch mit den eigenen Themen oder Aktionen, sodaß es doch schon Leute des öffentlichen Lebens gegeben haben soll, die auf Grund der Kritik das Abo von Tageszeitungen gekündigt haben sollen. Kritik, Informations-Overload etc.. Nicht zu vergessen ist auch der umweltpolitische Faktor. Papier wird aus Holz gemacht, welches eine knappe Ressource ist, da könnte man doch eigentlich sparen…

Nun werde ich demnächst umziehen. Nachdem ich, bzw. wir, meine, definitiv, bessere Hälfte und ich, einige Monate nach einem geeigneten Objekt suchten. Per Internet, per Makler, Mund-zu-Mund-Propaganda, auf dem Wachtenblog, wir haben nichts passendes für acht(!) Personen gefunden. Doch irgendwann eines Freitags nahm ich die solch ambivalent erachtete Rheinpfalz in die Hand, las eine Annonce, und?! Alles unterschrieben, Aktion Kaninchenstall läuft auf vollen Touren. Ein Traumhaus in Wachenheim, wo wir alle so gerne bleiben wollten.

Bei diesem kleinen Beispiel wird der Wert, dieses gewachsenen Kulturgutes klar. Die Tageszeitung auch als Informationskompetenz-Center, ist durch nichts zu ersetzen. Schon das Gefühl morgens an den Briefkasten zu laufen und nicht ein kaltes elektronisches Teil, sozusagen ein Medien-Dildo, in die Hand zu nehmen, ist für mich ein Stück Lebensqualität und Kultur, die einfach, ähnlich wie ein Buch, zum Leben dazugehört.

Es gehen genügend alte Werte verloren, die vermeintlich nicht mehr gebraucht werden, in der Politik, in der Wirtschaft, im Miteinander. Politische Aufrichtigkeit, Engagement, ordentliches Wirtschaften, Nur Ausgeben was da ist, Stichwort vor ein paar Jahren ‚New Economy‘, Facebook, nur noch rudimentäre Nachrichten schicken in einem sinnlosen Kauderwelsch. Meines Erachtens sind dies alles Blasen, die früher oder später platzen werden, oder sich zumindest relativieren. Doch seit Urzeiten wird die menschliche Kultur auf festen Untergründen hinterlassen, Höhlenwände, Tonscherben, Papyrus, Papier.

Für viele Dinge ist eben diese Dinglichkeit Voraussetzung weitergegeben werden zu können, oder gar vererbt zu werden.

Oder würden Sie Ihren Kindern lieber ein Ebook-Reader als ein altes Buch vererben? Beides kann heutzutage nebeneinander sein, aber ohne Papier, ohne Zeitung?

Also Rheinpfalz, auch wenn es manchmal schwierig ist, dich nachzuvollziehen, ist es schön, und wertvoll, dass du da bist.

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