Vielleicht ist es dem ein oder anderen Stammleser des Wachtenblogs aufgefallen, dass ich in letzter Zeit seltener Beiträge geschrieben habe. Auch um die Weinfest-Community habe ich mit die vergangenen Wochen weniger intensiv gekümmert (ich hatte gehofft, dass sie stärker zum Selbstläufer wird, aber das ist eine andere Geschichte).

Glücklicherweise leide ich nicht unter Krankheit, Ideenmangel, Schreibblockade oder Unlust. Nur diese kleine Nebenbeschäftigung, der ich tagsüber nachgehe, schiebt dem Bloggen im Moment oft einen Riegel vor. Ich hab‘ einfach wahnsinnig viel um die Ohren im Job.  Nur gut, dass mein Beruf gerade nicht nur anstrengend ist, sondern mir auch einen Riesenspaß macht.

Was ich tue? Auf meiner Visitenkarte steht „Senior Enterprise Community Manager“. Mit Raumschiff Enterprise hat das nichts zu tun (schade eigentlich, wo ich doch ein glühender Star-Trek-Fan bin), sondern mit Enterprise 2.0, also dem Einsatz von Web 2.0-Plattformen in Unternehmen.  Ich bin bei der BASF für ein weltweites Online-Business-Netzwerk verantwortlich. So etwas wie unsere Weinfest-Community, nur vieeeeeel größer (wir haben schon mehr als 21.000 BASF-Mitarbeiter aus aller Welt als Mitglieder) – und quicklebendig!

Ich hatte das große Glück, von Anfang an bei dem Projekt dabei zu sein. So habe ich das Konzept mit entwickelt, Pilotphase und weltweite Einführung begleitet. Jetzt berate ich die Mitarbeiter darin, connect.BASF (so heißt das Netzwerk) etwa zum Aufbau von Expertengruppen, zur Projektarbeit oder zum Wissensaustausch zu nutzen. Diese Aufgabe stemmen wir in einem Team mit Kollegen in Ludwigshafen, Asien, Nord- und Südamerika. Unser Community Management ist so erfolgreich, dass wir von vielen BASF-Teams um Beratung für konkrete Projekte gebeten werden. Außerdem stelle ich das Netzwerk dieses Jahr noch an vielen BASF-Standorten in Europa vor.

Jetzt hat connect.BASF eine tolle Auszeichnung bekommen: Wir haben den Deutschen Preis für Onlinekommunikation in der Kategorie „Interne Onlinekommunikation“ gewonnen. Dazu mussten wir unser Projekt und die zugrunde liegende Strategie in einem Bewerbungsformular beschreiben. Ich hätte nie gedacht, wie aufwendig das ist, obwohl – eigentlich gerade weil – wir nur 2000 Zeichen hatten! Wir haben uns schon sehr gefreut, als wir für den Preis nominiert wurden – zusammen mit Siemens und Bosch. Jetzt galt es, connect.BASF bei der Endausscheidung in Berlin vor der Jury zu präsentieren. Genau 8 Minuten hatte man dafür, also habe ich den Vortrag mit der Stoppuhr geübt. Als ich das letzte Mal so aufgeregt vor einer Tür stand, hinter der ein Professor auf mich wartete, habe ich meine Diplomprüfung an der Uni gemacht!

Verliehen wurden die Preise dann abends auf einer Gala-Veranstaltung – und es wusste tatsächlich niemand vorher, ob er gewonnen hat. Wie bei den Oscars :-).  Hier ist das Beweisfoto, dass wir es wirklich geschafft haben:

Deutscher Preis für Onlinekommunikation

Mein Kollege Dr. CheeChin Liew und ich bei der Preisverleihung in Berlin - zusammen mit Kommunikationsprofessor Ansgar Zerfas (rechts) und den Gewinnern in der Kategorie Virale Kommunikation (links). Pressefoto: Helios Media

Letzte Woche war ich schon wieder in Berlin, um connect.BASF bei einem Internet Kongress vorzustellen. Wer sich für Details interessiert – hier ist die Präsentation.

Advertisements