Juli 2011


Liebe Wachtenblog-Fans, für die nicht angekündigte Schreibpause der vergangenen Wochen bitte ich um Nachsicht. Wir waren im Urlaub, es war sehr schön – und komplett frei von Social Media. Vorab mache ich so etwas ungern öffentlich – auch Einbrecher sollen der Internet-Recherche mächtig sein. Ich nehme an, Sie haben sich schon so etwas gedacht!

Jetzt steige ich mal wieder ins Bloggerleben ein. Angeregt hat mich die Rheinpfalz. Die Dürkheimer Lokalredaktion hat einen netten Wettbewerb ausgeschrieben. Gesucht wird der schönste Kreisel im Einzugsgebiet. Sechs Verkehrsinseln stehen zur Auswahl: Drei in Bad Dürkheim (der am Ortsausgang Richtung Wachenheim, der Ungsteiner Römerkreisel und der Wurstmarktkreisel), außerdem der Freinsheimer Toskana-Kreisel, der Leistadter Sonnenkreisel – und unser Wachenheimer Kreisel.

Ästhetisch finde ich ja den Wettbewerbsbeitrag aus Leistadt sehr gelungen – die stilisierte Sonne erschließt sich beim Umfahren leichter als der Verlauf des Haardtrandes, den die Buntsandstein-Platten in unserem Kreisel nachbilden sollen. Mein Favorit ist aber trotzdem das Wachenheimer Exemplar – nicht nur aus Lokalpatriotismus, sondern wegen des interessanten Wechselspiels von Anarchie und offiziellem Gegensteuern.

Erinnern Sie sich an die Autospuren im Schnee, die jeden Winter quer über den Kreisel laufen? Meine Vermutung: Hier war jemand mit Navigationssystem unterwegs und hat die Ansage „fahren sie geradeaus über den Kreisel“ zu ernst genommen. Oder man wollte einfach zeigen, dass es möglich ist, zwischen den Platten durchzufahren. Leider sind dabei mehrfach die Steinblöcke umgefahren worden – weniger komisch.

Darum gab es auch mehrere Gegenmaßnahmen von offizieller Seite – vom in der Mitte aufragenden Eisenstab (sieht den jemand, der es nach 3 bis vielen Schorlen lustig findet, über den Kreisel zu brettern?) bis zum mahnenden Artikel im Amtsblatt. Vor zwei Jahren wurde die imaginäre Spur zwischen den Steinplatten nun real mit Lavendel bepflanzt. Und ulkigerweise fahren seitdem nach meiner Wahrnehmumg deutlich weniger Witzblode mitten durch den Kreisel. Ob es sich bei den Kreisel-Hasardeuren um Testosteron-Junkies handelt, die ihr Husarenstück nicht mit zartem Lavendelduft am Reifen bezahlen wollen?

Ich finde, allein wegen dieses Hintergrundes hat es unser Kreisel verdient, auf Platz 1 zu landen! Wenn Sie es genauso sehen, machen Sie mit beim Rheinpfalz-Wettbewerb. Es gibt sogar 9 Preise zu gewinnen, z. B. zwei Karten für den Betzenberg, eine Übernachtung im Freinsheimer „Alten Landhaus“ oder einen Familienausflug in den Kurpfalzpark.

So kann man für den Wachenheimer Kreisel votieren:

  • E-Mail an redduw@rheinpfalz.de, Fax an 06322/945210 oder Post an Rheinpfalz, Mannheimer Straße 10, 67098 Bad Dürkheim
  • Abstimmen für Nr. 5 – Kreisel Wachenheim
  • Eigenen Namen, Adresse und Telefonnummer angeben
  • Abgabeschluss ist Sonntag, der 14. August, 24 Uhr
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Wir sind ja mal weg, und sind dahin gefahren wo ja kaum einer hinfährt. Südfrankreich.

Im Vorfeld der der Fahrt habe ich mir, als alter Wahlfranzose, Gedanken über die Route gemacht. Mein Gedankengang war folgender. 14.07. ist ein Donnerstag. Der gemeine Franzose, homo gallicus vulgaris, baut immer Brücken, insbesondre am Wochenende vor den Ferien. Meine Schlussfolgerung, 30% unserer alten Cousins sind an unserem Reisetag schon im Zielort Ihrer Urlaubsplanung angelangt. Also ging ich von einer relativ staufreien Route aus und, da der Verkehrsdienst mir sagte, wohlgemerkt morgens um 6.00 Uhr, Gotthard zwei Stunden Wartezeit, wählte ich eine andere Route als mein Freund, mit dem wir gemeinsam den Urlaub verbringen. Er wählte nämlich die Route über Italien und die Schweiz.

Diese Entscheidungen hatten mehrere Dinge zur Folge.

1. Mein Freund kam nach 12 Stunden Fahrt relativ entspannt an.

2. Wir kamen staufrei bis Lyon, dann meldete die Stimme des Verkehrsfunksenders ‚Alerte Rouge‘ und einen 30 -60 km langen Stau direkt nach Lyon und der Navi berechnete eine Ankunftszeit von 23.35 Uhr.

3. Wir fuhren von der Autobahn ab und kämpften uns über die Landstrasse 380 km durch die Voralpen und Alpen und erlebten trotz des gefühlten Schneckentempos eine wunderschöne Route, die uns durch malerische Bergdörfchen, schwindelerregende Serpentinen und einfache tolle Landschaften führte.

4. Ich habe, obwohl ich einige meiner Lebensjahre in Frankreich verbracht habe, eingesehen, dass es mir nicht möglich ist, meine französischen Freunde und die französische Seele zu verstehen. Sie machen einfach immer das, was man nicht von Ihnen erwartet.

5. Ich habe beschlossen keine Erwartungen mehr an meine Franzosen zu stellen.

6. Der Urlaub ist toll und wenn ich mir die Wettermeldungen aus der Heimat anschaue, summe ich die die Melodie eines Liedes, das in Deutschland von einem Franzosen komponiert wurde, das französische Soldaten im Kampf gegen deutsche Truppen motivieren sollte, und das mit der Zeile beginnt: ‚Allons enfants de la patrie‘ ‚Auf geht’s Ihr Kinder der Heimat‘!!

Und die dann doch 16 Stunden Fahrt waren schon wieder vergessen. Bis zum nächsten Mal auf der A6!!