Wir sind ja mal weg, und sind dahin gefahren wo ja kaum einer hinfährt. Südfrankreich.

Im Vorfeld der der Fahrt habe ich mir, als alter Wahlfranzose, Gedanken über die Route gemacht. Mein Gedankengang war folgender. 14.07. ist ein Donnerstag. Der gemeine Franzose, homo gallicus vulgaris, baut immer Brücken, insbesondre am Wochenende vor den Ferien. Meine Schlussfolgerung, 30% unserer alten Cousins sind an unserem Reisetag schon im Zielort Ihrer Urlaubsplanung angelangt. Also ging ich von einer relativ staufreien Route aus und, da der Verkehrsdienst mir sagte, wohlgemerkt morgens um 6.00 Uhr, Gotthard zwei Stunden Wartezeit, wählte ich eine andere Route als mein Freund, mit dem wir gemeinsam den Urlaub verbringen. Er wählte nämlich die Route über Italien und die Schweiz.

Diese Entscheidungen hatten mehrere Dinge zur Folge.

1. Mein Freund kam nach 12 Stunden Fahrt relativ entspannt an.

2. Wir kamen staufrei bis Lyon, dann meldete die Stimme des Verkehrsfunksenders ‚Alerte Rouge‘ und einen 30 -60 km langen Stau direkt nach Lyon und der Navi berechnete eine Ankunftszeit von 23.35 Uhr.

3. Wir fuhren von der Autobahn ab und kämpften uns über die Landstrasse 380 km durch die Voralpen und Alpen und erlebten trotz des gefühlten Schneckentempos eine wunderschöne Route, die uns durch malerische Bergdörfchen, schwindelerregende Serpentinen und einfache tolle Landschaften führte.

4. Ich habe, obwohl ich einige meiner Lebensjahre in Frankreich verbracht habe, eingesehen, dass es mir nicht möglich ist, meine französischen Freunde und die französische Seele zu verstehen. Sie machen einfach immer das, was man nicht von Ihnen erwartet.

5. Ich habe beschlossen keine Erwartungen mehr an meine Franzosen zu stellen.

6. Der Urlaub ist toll und wenn ich mir die Wettermeldungen aus der Heimat anschaue, summe ich die die Melodie eines Liedes, das in Deutschland von einem Franzosen komponiert wurde, das französische Soldaten im Kampf gegen deutsche Truppen motivieren sollte, und das mit der Zeile beginnt: ‚Allons enfants de la patrie‘ ‚Auf geht’s Ihr Kinder der Heimat‘!!

Und die dann doch 16 Stunden Fahrt waren schon wieder vergessen. Bis zum nächsten Mal auf der A6!!

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