August 2011


Von über 6000 Sprachen weltweit, sind über 2000 bdroht und ca. 300 akut vom Aussterben bedroht.

Meistens ist die Ursache, dass zugunsten von Leitsprachen die eigene Sprachidentität aufgegeben wird.

„Isch dääd des schä finne, wonn du hochdeitsch redde däädschd!“ sagte mal meine eigene Mutter zu mir, da war ich so 12 Jahre alt. Ich bin mit pfälzer Dialekt aufgewachsen, rede mit meinen Kindern hochdeutsch, aber mit meinen Eltern und Familie käme ich nie auf den Gedanken auch nur ein Wort hochdeutsch zu reden.

Nun der pfälzische Dialekt ist weit davon entfernt eine Sprache zu sein, wissenschaftlich gesehen, emotional ist das was völlig anderes, aber es gibt doch einige Analogien zum Aussterben der Sprachvielfalt.

In der Schule ist Dialekt reden verpönt. Wohlgemerkt in der Grundschule. Den Kindern wird vermittelt, wo die Kalmit liegt, die Isenach fliesst etc. aber was ‚iwwerzwerch‘ ist und ‚Grumbeere‘ sind, lernen die Kinder nicht mehr. Dies zusammengepaart mit so urpfälzischen Eltern wie mir selbst, die aber trotzdem die vermeintliche Hochsprache sprechen, oder zumindest so tun als ob, lässt den Dialekt flöten gehen.

Liebe Grundschule und liebe Eltern, lasst uns das Dialektreden als das sehen was es ist, ein Teil einer mehrsprachigen Erziehung, die zur besseren Aktivierung von Gehrirnarealen beiträgt.

Nächste Woche auf dem WuMa geht kein Mensch hin und bestellt ‚einen halben Liter Wein, bitte die Nummer 3 der Weinkarte‘ sondern:

Än Schobbe Riesling!!!

Ganz Wachenheim soll Zone 30 werden. Das wäre fein. Allen, die da anderer Meinung sind, seien die unterschiedlichen Bremswege eines Autos bei 50 und bei 30 km/h noch mal in Erinnerung gerufen. Besser noch der unterschiedliche Weg, der bei diesen Geschwindigkeiten bis zum Stillstand zurückgelegt wird, also Reaktionszeit + Bremsweg.

Bei 30 km/h steht ein Auto nach 18 Metern.
Bei 50 km/ steht ein Auto nach 40 Metern.

Jetzt kann sich jeder leicht vorstellen, dass diese 22 Meter für das leibliche Wohl eines Kindes, das hinter einem Ball her auf die Straße rennt, einen vitalen Unterschied machen können. Die Bahnhofstraße und die Burgstraße also auch in 30er Zonen umzuwandeln, finde ich sehr gut. „Unnötiges Regulieren“, wie die SPD es im Stadtrat nannte, ist es meiner Meinung nach nicht.

Ganz Wachenheim soll Zone 30 werden. Ganz Wachenheim? Nein, denn eine kleine seltsame Behörde in Speyer wehrt sich tapfer gegen den gesunden Menschenverstand und sperrt sich kategorisch gegen Tempo 30 auf der Weinstraße. Die Rede ist vom Landesbetrieb Mobilität. Richtig, jene Behörde, für die erst schwere Unfälle an der B271-Einfahrt an der Villa Rustica passieren müssen, damit dort, wie an allen anderen Ortszufahrten, Tempo 70 eingerichtet werden kann. Jene Behörde, die in Wachenheim nichts außer Asphalt auf der Weinstraße zulässt, während in Deidesheim munter gepflastert werden darf.

Was soll das, lieber Landesbetrieb Mobilität? Was auch immer Dich auf Wachenheim sauer gemacht hat – sei nicht so verdammt nachtragend. Wenn das mit den Geschäften in der Weinstraße jemals was werden soll, dann sicher nicht, wenn Hobbyrennfahrer versuchen, mit 50 daran vorbei zu brettern. Und ganz nebenbei kannst Du ruhig auch mal davon ausgehen, dass Stadt und Verbandsgemeinde nicht mal eben Anträge stellen, nur um Dich zu ärgern.

Nach La Marmotte, einer vergnüglichen Fahrt über 3 Alpenberge und einem nicht mehr ganz so vergnüglichen Schlussanstieg nach Alpe d’Huez, hätte ich nicht gedacht, dass ich nicht genug von derlei Ausflügen hätte. Doch ohne Ziel kein Training und ohne Training macht Rennradeln keinen Spaß, weil man sich ja immer erinnert, wie locker es mal lief, wenn man sich die Kalmit nach Monaten einmal wieder hochquält.

Lange Rede, kurzer Sinn. Für nächstes Jahr habe ich mir wieder einen Radmarathon vorgenommen, wahrscheinlich das Alpenbrevet, wenn es zeitlich passt. Das bedeutet, dass ich wieder öfter auf dem Rennrad unterwegs bin, was mich wiederum des öfteren mit schwer verständlichen Ausfallserscheinungen motorisierter Verkehrsteilnehmer konfrontiert.

Gerade heute morgen wurde in der Zeitung klar gestellt, dass das Vorhandensein eines Radweges keinesfalls bedeutet, dass Radler ihn benutzen müssen. Nein, sie dürfen. Trotzdem zeigen Autofahrer immer wieder erschreckende Symptome cerebraler Totalausfälle, wenn sie Radler auf der Straße  antreffen: Sie hupen, brüllen Unverständliches aus dem Fenster und gestikulieren wild in Richtung vermeintlicher Radweg, der dann doch oft nur ein Wirtschaftsweg ist.

Liebe Autofahrer, ich benutze gern Radwege. Wann immer ich mit einem normalen Rad oder einem Mountainbike unterwegs bin, nehme ich das freundliche Angebote dankend an (auf ausgeschilderten Wegen ist es ja auch Pflicht). ABER nicht mit dem Rennrad. Die allermeisten Radwege sind für Rennräder gelindegesagt ungeeignet, oft aber schlicht unpassierbar. Innerstädtisch wären da zuerst einmal die Bordsteinkanten zu erwähnen, die filigranen Laufrädern zusetzen. Davon abgesehen werden Radwege auch gerne mal als Parkstreifen genutzt, in Neustadt bevorzugt von orangen städtischen Fahrzeugen. Und Wirtschaftswege neben den Wingerten? Sobald Sie, liebe Autofahrer, diese befestigten Arbeitswege täglich fegen, wären sie eine Option. So bleiben sie, was sie sind: Wirtschaftswege, nicht weniger, aber auch nicht viel mehr. Dünne Reifen und eine Geschwindigkeit um die 30 passen nicht zusammen mit tiefen Pfützen, Unmengen von Steinen aller Größen, ziemlich oft auch Scherben, Stöckchen und Blättern. Das geht einfach nicht mit dem Rennrad, falls man kein Begleitfahrzeug mitsamt Ersatzrad dabei hat. Natürlich gibt es auch relativ saubere Passagen, aber 50 oder 60 km lang vorsichtiges Slalomfahren hat mit Training nichts zu tun.

Also, liebe Autofahrer: Wenn Sie das nächste Mal auf freier Strecke auf einer breiten Straße ohne nennenswerten Gegenverkehr Rennradler überholen wollen, oder besser gleich zwei (die dürfen nämlich sogar nebeneinander fahren): nicht wieder ein geistiges Armutszeugnis abliefern und den Blutdruck belasten. Einfach blinken und mit einem Meter Abstand vorbei fahren. Danke.

Am Montag, 12. September 2011, von 10 Uhr bis 15 Uhr, gastiert das Erzählzelt in der Kita Pusteblume. Bei Kindergarten und Geschichtenerzähler vermuten jetzt vielleicht einige Wachtenblogleser wieder eine polemische Schrift zur lokalen Politik. Diesmal geht es aber tatsächlich ums Erzählen von Geschichten für Kinder und Erwachsene (was eigentlich eine recht große Gruppe abdeckt).

im Rahmen des 4. internationalen Erzählfests der Metropoleregion Rhein-Neckar werden international anerkannte Erzählkünstler und -künstlerinnen mit einem Zelt auf Reisen geschickt und besuchen dabei auch Wachenheim. Nähere Informationen zum Fest gibt es hier.

Der Eintritt ist frei, vormittags jedoch nur für angemeldete Kinder-Gruppen .



Replik auf Franks Beitrag „Die Partei – oder die Erotik der Macht„.

Spannendes Thema, lieber Frank, die Politik und die Macht. Ich habe zu Deinem jüngsten Beitrag einen Kommentar angefangen, aber der wurde so lang, dass ich ihn hier als Beitrag poste.

Bei dem Wort „Macht“ habe ich auch gezuckt. Wenn man Macht mit Gestaltungsvermögen übersetzt, ist es eine notwendige Voraussetzung, um Politik zu machen.

Wie ich unsere Politik erlebe, geht es aber vorrangig um das Durchsetzen von ideellen ideologischen Zielen, und um persönliche Vorteile. Krasses Beispiel: Die US-Politiker hätten gerade um ein Haar ihr Land im Sinne ihrer jeweiligen Ideologie in die Zahlungsunfähigkeit schlittern lassen.

Ich kenne auch Leute, die aus sachlichen und ideellen Gründen in die Politik gegangen sind. Nur sind die auf dem Weg an die Schalthebel von denen überholt worden, die von Ideologie und Egoismus getrieben sind – und dazu noch geschickte Taktierer sind.

Ich glaube, dass diese Effekte früher oder später in jeder Partei eintreten werden. Darum bin ich skeptisch, dass man das System von innen heraus ändern kann. In den vergangenen wenigen Jahren habe ich immer stärker das Gefühl, dass sich an unserem Politik- und Machtsystem etwas ganz Grundlegendes ändern muss.

Angeregt haben mich mehrere Bücher, u. a. Makrowikinomics, das ich gerade lese (mit Unterbrechungen, weil es keine leichte Kost ist). Die Grundidee ist, dass wir die kollaborativen Mechanismen z. B. eines Wikis, die jetzt schon in Unternehmen genutzt werden, auf andere Bereiche wie z. B. Gesundheitswesen und auch auf politische Systeme übertragen sollten.

Dazu passt ein Beitrag von Euan Semple, einem sehr einflussreichen britischen Blogger. Er hat Social Media bei der BBC eingeführt und gibt sein Wissen jetzt als Berater weiter. Anlässlich der Unruhen in England hat er darüber reflektiert, dass nicht mehr einzelne Entscheider die Menschen als Masse begreifen dürfen. Wir müssen uns alle als ein Individuum unter vielen sehen und die Gestaltung unserer Welt als gemeinschaftliche Aufgabe angehen.

Ich kann den Blogbeitrag sehr empfehlen (hier geht’s direkt dahin).

Noch ein letzter Gedanke: Das Grundprinzip der Demokratie stammt aus der Antike, wo ein Großteil der Bevölkerung komplett ungebildet und daher gar nicht zur Meinungsbildung fähig war. Auch zur Zeiten der französischen Revolution gab es noch ein sehr großes Bildungsgefälle in der Gesellschaft. Jetzt leben wir in einer Zeit, in der die etablierten Institutionen mehr und mehr versagen – und das Web 2.0 uns gleichzeitig die Möglichkeit gibt, viel mehr Menschen (die sich im Bildungsgrad deutlich weniger unterscheiden als vor Jahrhunderten) in einem kollaborativen Gestaltungsprozess einzubinden.

Bei einer Partei würde ich nur mitmachen, wenn sie diesem Gedanken Rechnung trägt.

Der erste Schritt, der bei einer Parteigründung getan sein sollte, ist ersteinmal zu wissen, was eine Partei überhaupt ist. Also habe ich mich mal bei Wikipedia schlau gemacht, und möchte Ihnen auch dieses Wissen zukommen zu lassen:

Eine politische Partei (lat.: pars, Genitiv partis, „Teil, Richtung“) ist ein auf unterschiedliche Weise organisierter Zusammenschluss von Menschen, die innerhalb eines umfassenderen politischen Verbandes (eines Staates o. Ä.) danach streben, politische Macht und die entsprechenden Positionen zu besetzen, um ihre eigenen sachlichen oder ideellen Ziele zu verwirklichen und/oder persönliche Vorteile zu erlangen.[1]
Innerhalb eines Mehrparteiensystems konkurrieren politische Parteien untereinander um die Besetzung der politischen Entscheidungspositionen; sie tragen zur politischen Willensbildung bei und bilden insofern eine wichtige Säule der politischen Verfasstheit eines demokratischen Staates.[2] In einem Einparteiensystem ändern sich notwendigerweise auch Struktur und Funktion einer Partei. Eine derartige Partei „neuen Typs“ gewinnt in der Regel „totalitären“ Charakter.[3
]

Die erste Frage, die sich mir bei dieser Einleitung stellte, war die unterschiedliche Art und Weise der Organisation. Es scheint tatsächlich mehrere Arten der Parteiorganisation zu geben. Dies wird wohl der erste Punkt sein, der intensiv zu recherchieren ist. Dass eine Partei ein Zusammenschluss von Menschen ist, nun das kann man so stehen lassen.
Diese, auf welche Art auch immer, organisierten Menschen streben in einem übergeordneten politischen System nach Macht.

Bumm.

Kann ich dann überhaupt eine Partei gründen? Will ich an die Macht? Ist mein schönes Wachenheim ein übergeordnetes politisches System? Na, -über- schon, geordnet ist manchmal schon anders. Da es aber außer den großen Volksparteien, CDU, SPD, usw.(FWG ist keine Partei, sondern ein Verein, das muss ich mal prüfen!!) auch die Wachenheimer Liste gibt, scheint in Wachenheim eine politische Ordnung und ein System der höheren Ordnung vorzuliegen.

Nach ‚Macht‘ streben. Alleine dieses Wort klingt irgendwie befremdlich. Scheint aber ehrlicher zu sein, als ‚Politischer Gestaltungswille‘. Also muss ich ein Machtmensch sein, um politisch zu handeln. Ist aber auch irgendwie paradox. In der Verfassung steht, alle Macht gehe vom Volke aus. Und in einer Partei strebt man nach Macht. Also findet ein Machttransfer auf die Parteien statt. Puh, eine ganz schöne Verantwortung! Für andere Macht auszuüben. Die müssen ja dann ein ziemliches Vertrauen zu den Menschen haben, die sie wählen. Ich gebe mein Geld eigentlich nur Menschen, die ich kenne. Aber in der Politik, macht man seltsamen Fremden seinen Geldbeutel auf.
Ich persönlich bin ein Mensch, der gerne die Menschen intensiv kennt, die er wählt. So war das zumindest in der Schule, wenn ein Klassensprecher/in gewählt wurde. Dies liegt zwar einige Zeit zurück, aber ich kann mich genau daran erinnern. In den kleineren Klassen, waren es immer die besten Sportler, die gewählt wurden, die mit den meisten Muskeln. Während der Pubertät waren es immer die heissesten Mädels, man wählte den Eros. Also doch, die Erotik der Macht. Jedoch auch hier die Frage, macht Macht erotisch oder macht Erotik mächtig? Siehe die Fälle Guttenberg/Mehrin und Strauss-Kahn.

Ich glaube diese Parteigründung wird interessanter als ich dachte! Partei der Erotik der Macht, das wäre doch ein toller Name.

Das muss ich jetzt mal auf mich wirken lassen. Wenn es ausgewirkt hat, melde ich mich zu den anderen Punkten der o.g. Definition!

Damit die Ankündigung nicht in den Kommentaren untergeht, mache ich hier mal einen ganz kurzen Beitrag daraus:

Karoline Ries Sagt:
3. August 2011 at 18:57 e

CantoDelMondo singt am 19.8.2011 um 20.00 Uhr in der Klosterkirche in Seebach. Eintritt frei, Spenden zu Gunsten der Klosterkirche willkommen.

 

Na dann, erst zum Erhalt der Klosterkirche spenden und am nächsten Abend in der Ruine einer Klosterkirche – hätten damals schon mehr Chöre Benefizveranstaltungen abhalten sollen – lachen bei Chako auf der Limburg.

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