Von über 6000 Sprachen weltweit, sind über 2000 bdroht und ca. 300 akut vom Aussterben bedroht.

Meistens ist die Ursache, dass zugunsten von Leitsprachen die eigene Sprachidentität aufgegeben wird.

„Isch dääd des schä finne, wonn du hochdeitsch redde däädschd!“ sagte mal meine eigene Mutter zu mir, da war ich so 12 Jahre alt. Ich bin mit pfälzer Dialekt aufgewachsen, rede mit meinen Kindern hochdeutsch, aber mit meinen Eltern und Familie käme ich nie auf den Gedanken auch nur ein Wort hochdeutsch zu reden.

Nun der pfälzische Dialekt ist weit davon entfernt eine Sprache zu sein, wissenschaftlich gesehen, emotional ist das was völlig anderes, aber es gibt doch einige Analogien zum Aussterben der Sprachvielfalt.

In der Schule ist Dialekt reden verpönt. Wohlgemerkt in der Grundschule. Den Kindern wird vermittelt, wo die Kalmit liegt, die Isenach fliesst etc. aber was ‚iwwerzwerch‘ ist und ‚Grumbeere‘ sind, lernen die Kinder nicht mehr. Dies zusammengepaart mit so urpfälzischen Eltern wie mir selbst, die aber trotzdem die vermeintliche Hochsprache sprechen, oder zumindest so tun als ob, lässt den Dialekt flöten gehen.

Liebe Grundschule und liebe Eltern, lasst uns das Dialektreden als das sehen was es ist, ein Teil einer mehrsprachigen Erziehung, die zur besseren Aktivierung von Gehrirnarealen beiträgt.

Nächste Woche auf dem WuMa geht kein Mensch hin und bestellt ‚einen halben Liter Wein, bitte die Nummer 3 der Weinkarte‘ sondern:

Än Schobbe Riesling!!!

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