September 2011


Die Wachtenblogger bedanken sich bei Ihren Lesern, die, sage und schreibe, mehr als 60.000 Mal auf unseren kleinen Blog zugegriffen haben.

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München, Köln, Münster, Wachenheim – das sind Stationen auf der Social Business Bustour der Firma IBM. Sie führt im Oktober zu Firmen und Organisationen in ganz Deutschland, die Pioniere beim Einsatz sozialer Medien sind.

Und was möchte eine Busladung voller Web-2.0- und PR-Experten am 17. Oktober in Wachenheim? Nicht den Wachtenblog lesen (obwohl ich das auch nicht ausschließen würde), sondern eine Weinprobe 2.0 bei den Wachtenburg-Winzern genießen. Dabei werde ich auch unsere Initiative vorstellen, das Burg- und Weinfest zu einem Weinfest 2.0 zu machen. Ich bin sicher, dass wir dabei wertvolle Anregungen fürs nächste Jahr bekommen.

Mehr dazu im Burg-und-Weinfest-Blog.

Auf dem Wurstmarkt wurde ich in der Warteschlange zum Urinal, ich glaube der Eintritt kostet €0,50, Zeuge des folgenden Gespräches zwischen zwei mittelschwer betrunkenen Bürgern der USA:

What the hell is this queue for?

Well, it is for the toilet.

What are they paying for?

You have to pay a toilet fee, that you’re allowed to piss!!

What?!?! I am a free born citizen of a free nation, taking care for a free world. I protect the freedom of their country. I have a human right to piss for free! Oh fuck this country is crazy.

Der Ansatz unserer US-Freunde ist nicht schlecht. Die Schausteller bezahlen ein riesiges Feuerwerk, machen gigantische Wein-Umsätze. Muss man den Wein, den man getrunken hat, entsorgen, muss man nochmals dafür bezahlen, also beträgt doch der bereinigte Schorle-Preis zwischen €4, – und €4,50.

I have a dream. And I still have a dream. Free piss for free citizens of the free world!!

Das Thema Supermarkt-Standort scheint wie kein zweites dazu geeignet, gesunden Menschenverstand und einige Stadträte voneinander zu trennen. REWE will seit Jahren im Bischofsgarten bauen, hat noch zu Zeiten von VG Bürgermeister Huter und Stadtbürgermeister Nagel einen Bauantrag gestellt. Mir liegt der Plan und eine Skizze vom Gebäude vor: wäre ein moderner REWE-Markt etwa wie der am Osteingang von Maxdorf. Sieht allemal besser aus als die Hallen der Aussiedlerhöfe um Wachenheim.

Aber wie es aussieht ist ja nicht der entscheidende Punkt (schließlich bekommen wir ohne mehr Übernachtungsmöglichkeiten auch nie wesentlich mehr Touristen in den Ort), sondern was so ein Markt mit seiner Umgebung tut. Die Waren werden ja schließlich nicht in den Laden gebeamt. Neben den LKWs von REWE beliefern zahlreiche Firmen mit eigenen Transporten die Regale. Bei einem Markt in der Größe für Wachenheim sprechen Experten von 800 Kunden-PKW pro Tag, die nötig sind, um den Laden wirtschaftlich zu betreiben. Müll fällt natürlich auch an, der sicher nicht nur einmal die Woche abgefahren wird. Klimatisiert wird das Gebäude ebenfalls.

Muss so ein Markt also mit einem Schulweg zusammengebracht werden? Ich finde, wenn es vermeidbar wäre, nein.

Im Oberstnest stünde der Laden in direkter Nachbarschaft zu Grund- und Integrierter Gesamtschule. Komischerweise kann man Süßwaren produzieren Diabetes und Sozialdemokratische Partei Deutschlands beides mit SPD abkürzen. Was die lokalen Vertreter einer Partei, für die ich schon oft ein Kreuz gemacht habe, reitet, wenn sie diesen Standort vorschlagen, ohne nach dramaturgischer Pause kurz zu lachen und dann etwas wie „Späßle gemacht“ in die Runde werfen, ist mir unverständlich. Aber gut, da gibt es ja auch noch Applaus für die Idee „Pfortenstück“…

Im Neustück würde ein Supermarkt ebenso wie im Bischofsgarten den Liefer- und Entsorgungsverkehr aus dem Ort halten. Nur soll im Neustück Wohnbebauung angesiedelt werden. Das wissen die Grundstückeigentümer – für einen Supermarktbetreiber sind die Bodenpreise also viel zu hoch.

Natürlich ist der Bischofsgarten nicht im Ort. Das Gebot des integrierten Standortes ist allerdings mal für größere Stadte erdacht worden, deren Innenstädte größer als ganz Wachenheim sind. Ich habe jetzt weniger als 400 Meter bis zum REWE zurückzulegen. Bis zum Bischofsgarten wären es dann vielleicht 1200 Meter (werde ich bei Gelegenheit hat mit dem Fahrrad abmessen). Für viele Wachenheimer wäre der Standort näher als der jetzige. Eine U-Bahnanbindung muss wahrscheinlich nicht gebaut werden, auch wenn der ein oder andere im Stadtrat den Eindruck erwecken möchte. Wahrscheinlich gibt es flächenmäßig in Deutschland jede Menge Dörfer, die größer sind, als die Stadt Wachenheim.

Dass ein kostenloser Lieferservice für Senioren (wie beim Gemüse- und Obstladen Allerlei Am Königswingert) die Standortfrage entspannen könnte, wurde schon früher angesprochen. Könnte der Stadtrat mit einem Betreiber darüber sprechen?

Wundern muss ich mich über Herrn Villinger. Hat er sich gar nicht mit Wachenheim und seinen Befindlichkeiten befasst? Mal abgesehen, dass das Pfortenstück behördlich auch durch ist: die letzte Bürgermeisterwahl hat gezeigt, was die Wachenheimer davon halten (kleiner Hinweis auch an Herrn Häfner von der SPD). Jetzt also das Pfortenstück wieder aus der Mottenkiste zu holen und als beste Alternative das beschlossene Neubaugebiet auszuloben – kriegt der Mann für derart wirklichkeitsverneinende Einschätzungen etwa Steuergelder?
Den Standort oberhalb des Kreisels am Nordeingang hat er ausgeschlossen. Hier frage ich mich, ausnahmsweise einmal wieder mit der SPD, warum? Liegt aber wahrscheinlich auch an den Kosten für den Baugrund und das Abtragen von Gelände. Das wäre aber eher eine Frage, die ein Betreiber beantworten müsste, nicht ein Planer ohne Gespür für Akzeptanz von Standorten in der Stadt. So ein Planer hilft Wachenheim nun wirklich nicht weiter. Kann er nicht einfach sagen, wo ein Markt theoretisch genehmigt werden kann und dann wieder heim gehen?

Entgegen eines etwas kryptischen Kommentars auf dem Wachtenblog scheint das Thema Supermarkt Bürgermeister Bechtel doch nicht egal zu sein. Betrachtet man die Alternativen, hat er meiner Meinung nach völlig Recht: Den Markt wird es im Bischofsgarten geben oder gar nicht.

Gegen einen Standort an der Schule ist mit erheblichem und medial leicht verwertbarem Widerstand zu rechnen (à la „die SPD will freien Zugang zu Süßigkeiten für Grundschüler“ oder „Süße Verführung neben Hort und Schule“…).
Nach dem Ausschlußverfahren bleibt eigentlich nur der Bischofsgarten übrig. Vielleicht sollte der Stadtrat eher darüber beraten, wie der Standort am verträglichsten für die Anwohner auf der anderen Seite der Bahnlinie gestaltet werden kann, anstatt neue Gräben auszuheben. Vielleicht könnte mit so einem Supermarkt ja auch noch mal das Thema Skaterbahn verknüpt werden? Das haben wir auch nicht vergessen…

Liebe Wachtenblog-LeserInnen,

heute abend geht es im Stadtrat (unter anderem) um mögliche Standorte für einen Supermarkt, weltfremder gerne Vollsortimenter genannt, in Wachenheim. Aus irgendeinem Grund gibt es an allen Stellen Menschen, die der Auffassung sind, der REWE tut’s nicht mehr. Die beiden Standorte, auf die es sich in Wachenheim wohl zuspitzt, sind im Oberstnest und im Bischofsgarten.

Was ein Supermarkt mit seinem reichhaltigen Angebot an Süßigkeiten nun in unmittelbarer Nachbarschaft zweier Schulen zu suchen hat, können wahrscheinlich nur die Vereinigung der niedergelassenen Zahnärzte, die Gesellschaft ‚Leben mit Diabetes II bei Kindern‘ und die örtliche SPD erklären. Auch der Hang, Kunden- und Zulieferverkehr eines Einkaufmarkts mit einem Schulweg zu verknüpfen, bedarf der Erläuterung.

Lebhafte Diskussionen sind wohl zu erwarten. Vielleicht wird auch wieder das Pfortenstück aus der Mottenkiste gezogen (im Ernst, das hat bei der letzten Diskussion im Stadtrat jemand getan!). Ich möchte daher dazu aufrufen, die Stadtratssitzung zu besuchen. Leider können wir heute abend nicht kommen, da wir an einem Elternabend teilnehmen. Falls also unter unseren Leserinnen und Lesern jemand ist, der heute abend zur Sitzung geht, würden wir uns freuen, wenn sie oder er uns an den Eindrücke des Abends per Kommentar auf diesen Beitrag teilhaben ließe.