Ja, Wachenheim hat einen Supermarkt. Den kann ich bequem zu Fuß erreichen. Wenn alles so bliebe, hätte ich also nichts dagegen. Nun scheint es aber so als ob REWE über kurz oder lang einen größeren Laden in Wachenheim betreiben möchte. Und da am alten Standort Erweiterung und Modernisierung wohl kaum realisierbar beziehungsweise zu kostspielig wären, scheint der einzig realistische Standort in Wachenheim der Bischofsgarten zu sein.

Nur noch mal, um das klar zu stellen. Mir reicht der alte Supermarkt, für mich ist jeder andere Standort weiter weg. Aber, wenn ein neuer Platz gefunden werden soll, macht außer dem Bischofsgarten meiner Meinung nach kein Standort Sinn. Die Argumente dafür sind bekannt: Der LKW-Lieferverkehr bleibt aus dem Ort raus, die Friedelsheimer hätten mit dem Markt eine deutlich nähere Einkaufsmöglichkeit.

Natürlich gibt es Gegner auch dieses Standortes. Da wären zum einen die, die nur dagegen sind, weil die Mehrheit im Stadtrat dafür ist. Neben diesen zu vernachlässigenden Politagitatoren gibt es aber auch eine Bürgerinitiative. Seltsamerweise nennt sie sich „Bürger für Wachenheim“. Soll das heißen, wer für einen Supermarkt im Bischofsgarten ist, ist gegen Wachenheim? Die Initiative meint nun jedenfalls, dass Wachenheims Einfahrt von Friedelsheim die schönste Seite Wachenheims ist. Nun, das liegt im Auge des Betrachters. Wenn ich die vier Hauptmöglichkeiten, nach Wachenheim zu fahren, vergleiche, finde ich die Einfahrt von Forst ganz klar Wachenheims schönste Seite. Von Friedelsheim aus blicke ich erst mal auf Hallen und ein Neubaugebiet (ein zwar hübsches, aber recht austauschbares), eine ausgesprochen hässliche Kirche und hinter allem die Burg. Die Sicht auf die Burg würde ein Supermarkt im Bischofsgarten übrigens nicht beeinträchtigen. Vor ein paar Jahren flatterten mir die Pläne des REWE-Planers ins e-mail Postfach. Das Marktgebäude würde demnach deutlich weiter weg von der Straße liegen. Der gesamte Parkplatz wäre vor dem Laden. Von der Straße aus Friedelsheim aus gesehen würde der Markt allerdings wahrscheinlich den Bahnhof verdecken und die nicht so prunkvollen Gebäude dahinter.

Wie dem auch sei, es gibt Wachenheimer, die einen Markt im Bischofsgarten nicht möchten. Wie viele es sind, wird sich noch zeigen. Vielleicht sogar in einem Bürgerentscheid oder einem vergleichbaren Votum.

Bürgermeister Bechtel hat jedenfalls die Absicht, die Wachenheimer zum Standort Bischofsgarten zu befragen. Und er hat angekündigt, das Projekt nicht weiter zu verfolgen, falls eine Mehrheit der Wachenheimer den Standort ablehnt. Eventuell wird das Projekt daher auch erst nach einer wie auch immer gearteten Abstimmung in den Verbandsgemeinderat eingebracht.

Diese Form der Bürgerbeteiligung fände ich eine gute Sache. Am Schluss stünde ein Ergebnis, dass alle akzeptieren müssten (gut, hat beim Pfalzauditorium auch nicht bei allen geklappt). Bleibt nur die Hoffnung, dass auch alle, die zu dem Thema eine Meinung haben, an dieser Abstimmung teilnehmen. Aber an ein Quorum wird sicher gedacht.

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