Sagt man das überhaupt noch? „Cool“? Oder ist das nur ein Fosil, das ich mit „krass“ und „fett“ aus meiner Jugend mitgeschleppt habe?

Muss ich jetzt auch auf „swag“ wechseln, um „swag“ zu sein? Und welche Wortleichen tragen Sie noch mit sich rum? „Oberaffengeil“? „Dufte“? „Hip“? „Knorke“?

Haben Sie sich als Jugendlicher geschworen nicht wie Ihre Eltern zu werden und für Ihre Kinder mehr ein/e Freund/in zu sein, statt alt und langweilig? Und jetzt versteht man trotzdem kaum noch ein Wort von dem was sie reden.

Dementsprechend habe ich mir vorgenommen hier einmal im Jahr eine Sammlung von Jugendtrends zu veröffentlichen, die Ihnen helfen soll Ihre Kinder besser oder wenigstes ein paar ihrer Witze zu verstehen.

Fangen wir erstmal mit einem musikalischen Trend an: Dubstep

Eine Musikrichtung, die wörtlich übersetzt „Tollpatsch-Schritt“ heißt. Eigentlich ist dieser Name sehr gut gewählt, denn versucht man auf diese Musik zu tanzen, kann man noch froh sein, wenn man überhaupt einen – zum Takt passenden – Schritt hinbekommt.

Das besondere an dieser Musik ist, dass der Takt aufgebrochen wird und dementsprechend ein rhytmisches Tanzen oder auch nur ein einfaches Mitklatschen doch sehr erschwert wird.

Da das Ganze dann doch für eine Erklärung zu kompliziert wird, sind Sie hiermit herzlich eingeladen bei diesem kleinen Karaoke Video laut mitzusingen oder auch zu tanzen. (Bitte warnen Sie Ihre Famile vor!)

Sollten Sie jetzt sagen, dass das gar nichts für Sie ist, verrate ich Ihnen noch ein kleines Geheimnis: Mittlerweile haben sich Elemente von Dubstep auch in die Lieder der Charts geschlichen. Achten Sie mal darauf!

Der nächste erwähnenswerte Trend, den es allerdings schon seit 2010 gibt, ist eine Fernsehserie aus den Niederlanden. New Kids hat es mittlerweile sogar mit zwei Filmen ins Kino geschafft und dafür gesorgt, dass das sprachliche Niveau der Jugendlichen um mehrere Prozent abgenommen hat. Es geht um eine Gruppe von niederländischen Mit-Zwanzigern, die anscheinend außer Biertrinken und Randale machen nicht viel zu tun haben. Das Ganze wird durch eine Sinfonie von Schimpfwörtern fast schon liebevoll begleitet.

Die einzige sprachliche Neuerung, die ich hier sorglos erwähnen kann, ist das Hinzufügen von „Junge!“ hinter jedem Satz. Alle anderen „Wörter“ dürfen Sie mit Hilfe von Youtube gerne selbst herausfinden. Ein Video zu posten, erspare ich Ihnen und mir hier gerne.

Ein neuer Stern am Internet-Künstler-Himmel hat vor 9 Monaten ein Video – unter dem Titel „Umfrage zum Integrationstest (was nicht gesendet wurde)“ – auf Youtube gestellt. Das Video, das unglaublich schnell an Popularität gewann, zeigt einen jungen Mann mit anscheinendem Migrationshintergrund, der beim Beantworten der einfachsten Fragen über Deutschland gewisse Probleme hat. So wird schnell unsere Bundeskanzlerin „Angelo Merte“ genannt und die Hauptstadt von Deutschland heißt Luxemburg. Der eigentliche Witz des Ganzen sind aber Formulierungen wie „Was laberschd du?“ und „Haschd du überhaupt gelernt, alter?“, deren Potenzial der Macher des Videos wahrscheinlich selbst nicht erahnte.

Möchte man nun, als Kenner dieses Videos, seinem Gegenüber im Gespräch mitteilen, dass man nicht seiner Meinung ist, reicht der gezielte Einsatz von einem dieser Sätze und man hat die Lacher auf seiner Seite und nebenbei noch eine Argumentation gewonnen.

Wenn Sie in paar der Redewendungen wieder hören wollen, die manche Ihrer Kinder in letzter Zeit benutzt haben, lassen Sie sich einfach von Tedros Teclebrhan (auf YouTube unter TeddyComedy) in seine interessante Welt der neuen Comedy entführen.

Ich hoffe, dass ich Sie mit diesem Beitrag in Sachen Jugendsprache und -trends etwas erleuchten konnte und Sie beim nächsten „Was laberschd du?“ Ihres Kindes mit einem gekonnten „Haschd du überhaupt gelernt, alter?“ kontern können.

In diesem Sinne starte ich das erneute Sammeln für den nächsten Jugendtrend-Blogbeitrag Anfang 2013.

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