Getroffene Hunde bellen, am gefährlichsten sind verletzte Raubtiere.

Nach diesem Motto handelte gestern Generalsekretär Döring von der neuesten Splitterpartei im Saarland und demnächst wahrscheinlich im Bund.

Aber dieser Artikel soll keine programmatische Abrechnung sein, zudem ich zumindest Herrn Berger, der FDP hier in Wachenheim, sehr schätze.

Es geht um das unsägliche Zitat : Die Tyrannei der Masse, bzw. um die Anonymität im Netz. Das Internet ist ein mächtiges Instrument, das eine nie gekannte direkte Meinungsäusserung und -verbreitung möglich macht. Meinungen von Bürgern aller Couleur, unabhängig von Parteiprogramm oder Dogma.

Diese Meinungsmaschine als Tyrannei der Masse zu bezeichnen erinnert mich doch sehr an die Anfangszeit der sozialen/Sozialitischen Bewegung, oder die Anfangszeit der ‚Grünen‘, als diese neuen Ideen von den etablierten Parteien als der Untergang des Abendlandes angesehen wurden. Die Macht schwindet halt im Pluralismus, bzw. muss man etwas für diese Macht tun, nämlich seine Wähler überzeugen und vor allen Dingen die Meinung der Wähler vertreten.

Aber auch das ist nicht Thema des Artikels, sondern eine Position der FDP, der sich auch der Wachtenblog verschrieben hat. Man darf alles sagen, was nicht gegen Gesetze verstösst, man kann unzensiert und ungekürzt kommentieren.

Man darf es aber nicht ANONYM tun.

Eine funktionierende Demokratie und ein funktionierender Rechtsstaat garantieren, daß man frei von staatlichen Repressalien seine Meinung vertreten kann. Dieses hohe Gut der Meinungsfreiheit fordert Engagement der einzelnen Menschen und persönliches Engagement ist Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie. Ohne Namen und Köpfe wäre diese Republik, übrigens heisst dies Öffentliche Sache,nicht da wo sie jetzt ist. Ebert, Liebknecht, Adenauer, Genscher, Brandt…die Liste ist lang. Alle sind unter höchstem persönlichem Einsatz für die Sache eingetreten und schufen damit Identifikation, Leidenschaft und politisierten den Bürger, der leider in den letzten Jahrzehnten etwas ruhig geworden ist. Erfolg macht eben faul.

In diesen Tagen ist das Internet das beherrschende Medium und es wäre fatal für die Demokratie, wenn man seine Meinung nur anonym, wie von den Piraten
gefordert abgeben würden. Man macht sich öffentlich auf Facebook, man postet Videos auf Youtube, kehrt sein Innerstes nach aussen, aber bei der Bewegung bei der man wirklich etwas bewirken kann, versteckt man sich hinter der vermeintlichen Anonymität. Anonyme Politik ist keine Politik.

Politik ohne Namen ist das Scheitern der Demokratie.

Daher sind wir beim Wachtenblog besonders stolz darauf, dass sich so viele Leser trauen. Trauen unter echtem Namen Ihre Meinung zu äussern und für diese einzustehen. Wenn auch ’nur‘ im kleinen Wachenheim.

Dafür ziehe ich vor diesen Bürgern meinen Hut, egal von welcher Partei oder für welche Partei, oder für gar keine Partei!

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